Das aktuelle Wetter Essen 10°C
Essen

Evag: Kein Dauer-Busverkehr für Zeche Carl

15.10.2012 | 00:07 Uhr
Evag: Kein Dauer-Busverkehr für Zeche Carl
Die Bushaltestelle Zeche Carl an der Wilhelm-Nieswandt-Allee in Essen am 13. Oktober 2012. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPoolFoto: Sebastian Konopka

Altenessen. An Umleitungen kann man sich gewöhnen. Man kann sie sogar richtig schätzen lernen. Als Ende September die A 40 in der Innenstadt wieder frei gegeben wurde nach der Brückensanierung, da hat die Bezirksvertretung I gefordert, die verlängerte Grünphase entlang der Umleitungsstrecke zwischen Holsterhauser Straße und Ruhrallee möge doch erhalten bleiben, weil sie sich bewährt habe. Die Bezirksvertretung V wiederum hat Gefallen gefunden an der Umleitung der Buslinien über die Wilhelm-Nieswandt-Allee. Deshalb hat sie im September eine Anfrage an die Evag gerichtet und eine Antwort erhalten, die von Radio Eriwan hätte stammen können: Im Prinzip nein, in der Praxis ja. Demnächst. Vorübergehend.

Über die Wilhelm-Nieswandt-Allee

Eigentlich hält an der Zeche Carl nur der Nachtexpress in die Richtungen Innenstadt und Gelsenkirchen. Bis zum Juni rollten jetzt aber auch die Busse der Linien 162 und 172 über die Wilhelm-Nieswandt-Allee, umgeleitet wegen der dreijährigen Großbaustelle auf der Bischoffstraße. Dieses zusätzliche Angebot an der Wilhelm-Nieswandt-Allee werde jetzt von Bürgern vermisst, hieß es aus der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung im Sep­tember.

Das Gremium beschloss, die Evag zu fragen, ob die beiden Linien nicht dauerhaft dort verkehren könnten. Dabei hatten die Bezirksvertreter auch ihre Entscheidung im Hinterkopf, den Forumsplatz zwischen Wilhelm-Nieswandt-Allee und Altenessener Straße für 10 000 Euro mit Wasser- und Stromversorgung aufzurüsten, damit er wie der Karlsplatz regelmäßig für Veranstaltungen genutzt werden kann.

Ein dauerhafter Busverkehr auf dieser Strecke macht aber nicht wirklich Sinn, sagt Daniel Therhaag vom Verkehrs-Angebotsmanagement der Evag. Die Wilhelm-Nieswandt-Allee sei eigentlich gut erschlossen durch den 150 Meter entfernten U-Bahnhof Altenessen-Mitte mit einem Ausgang auch zum Forumsplatz und einer Ausschilderung „Zeche Carl“. Dort halten außer den U-Bahnen 11 und 17 auch die Busse der Linien 162, 170 und 172.

Die Ringlinien 162/172 erfüllen seit der Eröffnung der U-Bahn-Nordstraße im Jahr 2001 einen anderen Zweck. Die Busse sind Zubringer in Altenessen. Therhaag: „Insbesondere die Bürger des Rahmviertels, die Besucher des Nordfriedhofes und die Schüler der Hauptschule an der Bischoffstraße profitieren seitdem vom Linienangebot und nehmen es gut an.“ Bei einer Führung über die Wilhelm-Nieswandt-Allee, so die Evag, würden diese Streckenabschnitte entfallen.

Trost für die Bezirksvertreter: Montag in einer Woche beginnt die Großbaustelle Heßlerstraße. 18 Monate lang werden dann bis Busse der Linie 173 umgeleitet. Über die Wilhelm-Nieswandt-Allee.



Kommentare
Aus dem Ressort
Razzia in den Problemhäusern an der B 224 in Essen
Schrottimmobilien
Das Einwohnermeldeamt hat eine Häuserzeile an der Gladbecker Straße (B 224) kontrolliert. In den heruntergekommenen Wohnungen leben vorwiegend rumänische Armutsflüchtlinge. Auf dem Hinterhof türmen sich Müllberge. Die Nachbarn verfolgen den Niedergang mit einer Mischung aus Ohnmacht und Wut.
Karstadt-Zentrale in Essen vor massivem Jobabbau
Karstadt
In der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen-Bredeney ist offenbar jeder fünfte Arbeitsplatz in Gefahr. Der Betriebsrat wollte sich zu den kursierenden Zahlen nicht äußern. Die Stimmung ist aber nicht nur in der Zentrale gedrückt, auch im Kaufhaus am Limbecker Platz sind die Sorgen weiter groß.
Warum Atze Schröder auch mal ein Mann für eine Nacht ist
Comedy
Premiere für eine Ratgeber-Stunde der unmoralischen Art: Comedian Atze Schröder hat sein neues Bühnenprogramm dem „Richtig fremdgehen“ gewidmet . Das stellte er nun in der Essener Lichtburg vor. Ein Abend zwischen Bravo für Erwachsene und Ballermann ohne Sangria-Eimer.
Vortrag über IS-Terror an der Uni Essen findet doch statt
Hochschule
Die Uni Duisburg-Essen hatte einen Referat-Abend über die Vorgänge in Syrien zunächst verboten. Man fürchte um die Sicherheit der Gäste, hieß es. Nach einem Gespräch mit studentischen Vertretern hat Uni-Rektor Ulrich Radtke jetzt alle Sicherheits-Bedenken ausgeräumt. Ein neuer Termin steht fest.
Penetrante Spendensammler und Infostände verärgern Kunden
Infostände
Werbende Tierschützer oder Parteien und genervte Bürger in der City: Passanten beklagen Anzahl der Stände und hartnäckige Sammler. Vorgaben gibt es durchaus, sagt die Stadt, denn die Anzahl und die Standorte seien genau festgelegt. Musiker etwa sollen alle 30 Minuten weiterziehen.
Umfrage
Die Stadt Essen will Ehrenamtliche mit einer sogenannten Freiwilligenkarte würdigen. Dass die Ehrenamtlichen mit dem Ausweis auch Vergünstigungen - beispielsweise für kulturelle Einrichtungen - erhalten, ist derzeit nicht möglich. Was halten Sie davon?

Die Stadt Essen will Ehrenamtliche mit einer sogenannten Freiwilligenkarte würdigen. Dass die Ehrenamtlichen mit dem Ausweis auch Vergünstigungen - beispielsweise für kulturelle Einrichtungen - erhalten, ist derzeit nicht möglich. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos