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Evag fahndet in Essen nach Betrugs-Schäden durch "Schienen-Kartell"

11.09.2012 | 18:32 Uhr
Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  Nach Bekanntwerden des Verdachts milliardenschwerer Preisabsprachen durch das so genannte „Schienen-Kartell“ zum Nachteil kommunaler Verkehrsunternehmen hat die Essener Verkehrs AG ihre hausinterne Revision eingeschaltet. „In der kommenden Woche dürften wir einen ersten Überblick haben“, sagte ein Sprecher.

Die Evag hat ihre Fahnder bereits aufs Gleis gesetzt: Nach Bekanntwerden des Verdachts milliardenschwerer Preisabsprachen durch das so genannte „Schienen-Kartell“ zum Nachteil kommunaler Verkehrsunternehmen hat die Essener Verkehrs AG ihre hausinterne Revision eingeschaltet . Anhand der Auftrags-Akten soll nun geprüft werden, wie hoch der womöglich entstandene Schaden ist. Dies bestätigte Evag-Sprecher Olaf Frei gestern auf Nachfrage.

Wie die NRZ berichtete, will die Bochumer Staatsanwaltschaft konkrete Hinweise auf ein seit 1986 aktives Preis-Kartell haben, in das auch Thyssen-Krupp verwickelt sein soll. Zu einem möglichen Schaden und zum Volumen der mutmaßlich illegal erlangten Aufträge konnte die Evag gestern noch keine Angaben machen. „In der kommenden Woche dürften wir einen ersten Überblick haben“, so Frei. Doch schon jetzt ahnen Eingeweihte, die von der Nachricht eines „neuen“ Schienenkartells wenig überrascht zu sein scheinen, dass sich etwaige Schadensersatzforderungen durchaus in Millionenhöhe bewegen dürften.

Das „U-Bahn-“ und das„Fahrtreppen-Kartell“

Es ist eine einfache Überschlagsrechnung mit mehr als nur einem Quäntchen Wahrscheinlichkeit: Rund 150 Euro kostet ein Meter Schiene, von denen in der Stadt 144 Kilometer verlegt sind und die in einem 30-Jahre-Turnus einmal komplett ausgetauscht werden. Da das „Kartell“ seit fast drei Jahrzehnten aktiv sein soll, dürfte in dieser Zeit nach Angaben der Evag nahezu jeder Schienenkilometer einmal angefasst worden sein – egal, ob er erneuert oder saniert wurde.

Dass es im Falle eines nachgewiesenen Schadens Jahre dauern kann, bis öffentliche Unternehmen ihr Geld – oder besser: das des Steuerzahlers – im Rahmen der meist zehnjährigen Verjährungsfrist wiedersehen, hat die Evag bereits mehrfach erfahren müssen. Denn illegale Preisabsprachen hat es nicht nur bei den Herstellern von Schienen gegeben. Bis heute wirken die Spätfolgen bei Betrügereien durch das „U-Bahn-“ und insbesondere des „Fahrtreppen-Kartell“ nach.

Entscheidung des Landgerichts Berlin steht noch aus

So steht eine Entscheidung des Landgerichts Berlin über eine Schadensersatzforderung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr aus, der auch die Evag im Rahmen einer Sammelklage von 16 geschädigten Unternehmen gegen die Thyssen-Krupp Elevator GmbH, die Thyssen-Krupp Fahrtreppen GmbH, die Kone GmbH und die Otis GmbH & Co. KG vertritt. Es geht in diesem Verfahren um insgesamt 46 Millionen Euro, von denen allein der VRR im Verbundraum für 81 Fahrtreppen einen wirtschaftlichen Nachteil von rund 5,4 Millionen geltend macht.

In der Straßenbahn-Fahrschule

 

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Kommentare
12.09.2012
13:10
Evag fahndet in Essen nach Betrugs-Schäden durch
von carnie | #4

Mag sein das ich was verwechsel aber wenn es eine 10 jährige Verjährungsfrist gibt wieso ist es von Bedeutung das innerhalb der letzten 30 Jahre alle...
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Evag fahndet in Essen nach Betrugs-Schäden durch "Schienen-Kartell"
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2012-09-11 18:32
Essen, Verkehrsbetriebe, Evag, Preisabsprachen
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