Essens ungeliebter Freizeitpark

Wieder einmal eines weniger: Jahr für Jahr finden Kinder und Jugendliche weniger Freizeitmöglichkeiten im Bürgerpark an der Kuhlhoffstraße. Mit neuen Spielgeräten ist aber das Problem der Verantwortung vor Ort nicht gelöst.
Wieder einmal eines weniger: Jahr für Jahr finden Kinder und Jugendliche weniger Freizeitmöglichkeiten im Bürgerpark an der Kuhlhoffstraße. Mit neuen Spielgeräten ist aber das Problem der Verantwortung vor Ort nicht gelöst.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Jahr für Jahr lebt man im Altenessener Bürgerpark von der Hand in den Mund und schränkt das Angebot ein. Zum Frühjahr sollen neue Spielgeräte kommen. Die Probleme löst dies nicht.

Essen-Altenessen.. Seit seiner Geburt Anfang der 2000er Jahre gehört der Bürgerpark an der Kuhlhoffstraße zu den wohl ungeliebtesten Kuckuckskindern in der Stadt. Zumindest was das kontinuierliche Verschwinden der Spielegeräte auf der Fläche anbetrifft, wollen die Eigentümer aus der Stadtverwaltung zusammen mit Politikern im Bezirk schon bald erste Abhilfe schaffen. Aber das strukturelle Problem der Elternschaft ist damit längst nicht gelöst.

Sponsorenunterstützung deutet sich an

„Wir haben aus Mitteln der Bezirksvertretung jetzt um die 40 000 Euro zusammen. Außerdem deutet sich Sponsorenunterstützung an“, berichtet Theo Jansen, Sprecher der SPD in der Bezirksvertretung (BV) V. Erst vor kurzem hat er sich zusammen mit den städtischen Eigentümern von den Sport- und Bäderbetrieben, der für die Pflege zuständigen Stadtabteilung Grün und Gruga sowie der Jugendhilfe Essen (JHE) getroffen. Sie betreibt die angrenzende Jugendfarm und ist aktuell die einzige institutionellen Anbieterin von Kinder- und Jugendprogramm im Park.

Alle Beteiligten wissen, dass eine Investition in die Spielegeräte im Park – in dem selbst die Duschen für die heißen Sommertage aus Kostengründen abmontiert worden sind – auch nur Kosmetik sein kann. Denn im Bürgerpark geht es um mehr, als um neue Rutschen und Kletterstangen.

„Bauland kommt überhaupt nicht in Frage.“

Wer adoptiert das ungeliebte Kind, das den Sport- und Bäderbetrieben auf politischen Druck hin nach dem Einebnen des Kuhlhoffbades 2001 ins Nest gelegt wurde? Diese Frage um Verantwortung und Kosten ist auch nach knapp 15 Jahren nicht wirklich geklärt. Ein Trägerverein, der das Sagen übernehmen und auch Inhalte in die karge Infrastruktur für Kinder und Jugendliche im hohen Norden bringen sollte, hatte Mitte 2012 das Handtuch geschmissen (wir berichteten).

„Auf jeden Fall muss der Bürgerpark erhalten bleiben. Bauland kommt überhaupt nicht in Frage“, will Politiker Jansen ein erstes Geraune über die Zukunft direkt im Keim ersticken. Er setzt Hoffnungen in den Prozess, den er ein „neues Parkkonzept“ nennt und an dem derzeit die Beteiligten neben den neuen Spielgeräten arbeiten. Auch Jochen Drewitz, der als Geschäftsführer der JHE für alle anderen Mitspieler wohl der begehrteste Adoptivvater für den Park wäre, stimmt zu: „Im Moment versucht man, den Knoten zu lösen.“

Doch der ist fest. Nicht nur Unterhaltkosten stehen auf dem Zettel, sondern vor allem die – mindestens zum Teil – ziemlich marode Gebäude-Infrastruktur. Für den Riegel an der Kulhoffstraße hat die Verwaltung schon vor Jahren den Abriss empfohlen, die verschlossene Halle im oberen Parkbereich ist längst hinüber. Im Umfeld hört man von noch größeren Investitions-Bedarfen an anderen Gebäuden. Die Sport- und Bäderbetriebe haben bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zum Bürgerpark abgegeben.