Essens Kämmerer: Folkwang-Sammlung bleibe unberührt

Das Museum Folkwang und seine Kunst gehören zur Hälfe der Stadt und zur Hälfte dem Museumsverein.
Das Museum Folkwang und seine Kunst gehören zur Hälfe der Stadt und zur Hälfte dem Museumsverein.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Die Diskussionen über die Organisationsform des Museum Folkwang veranlassen Essens Kämmerer zu einem „kräftigen Dementi“.

Essen.. Die Debatte, dem Museum Folkwang eine neue Organisationsform zu geben und seine kostbare Osthaus-Sammlung neu zu bewerten, war kaum in Gang gekommen, da hatte sie Oberbürgermeister Reinhard Paß im Frühjahr auch schon beendet. Damals brach ein bundesweites Empörungsgewitter über den „tiefen Fall der Stadt Essen“ los.

Doch seit der Versteigerung zweier Warhol-Werke und dem geplanten Verkauf von Kunstschätzen aus indirektem Besitz des Landes NRW hat die Debatte über Kunst als Goldesel in Zeiten klammer Kassen neue Fahrt aufgenommen. Essens Kämmerer Lars Martin Klieve kam die Debatte anlässlich eines Jahresempfangs im Duisburger Museum Küppersmühle da wie gerufen für ein kraftvolles Dementi.

„Die Frage des Verkaufs hat sich für uns nie gestellt“, widersprach Klieve Spekulationen, die Stadt habe mit der Neubewertung der Osthaus-Sammlung nicht nur die Bilanzen rechnerisch aufbessern, sondern sich auch ein finanzielles Polster für schlechte Zeiten zulegen wollen. Dagegen spräche schon der seit 1922 gültige Vertrag mit dem Museumsverein, dem die Hälfte der Sammlung gehört, daran würde auch nicht gerührt.

Der Grund der Überlegungen, so Klieve, sei ein anderer gewesen, nämlich wie man das Museum organisatorisch neu aufstellen und gerade unabhängiger von der haushalterischen Lage machen könne. Auch Museums-Direktor Tobia Bezzola hatte die Frage einer veränderten Rechtsform zuletzt noch einmal aufgeworfen: „Das Haus könnte mehr blühen.“

Kritiker bleiben skeptisch

Kritiker wie der Essener Steuerberater Lothar Pues bleiben skeptisch und halten die Ausgründung bei steigendem Schuldendruck möglicherweise für den Anfang vom Ende der Sammlung. Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, der frühere NRW-Kulturstaatssekretär (CDU) plädierte deshalb vielmehr dafür, die Kunst als Eigentum der Stadt möglichst gering zu bewerten, um sie für den Markt „uninteressant“ zu machen.

Die Bilder der Osthaus-Sammlung stehen bis auf weiteres mit ihren alten Versicherungswerten in den Büchern. Wie Essens Brücken und Tunnel. Und die, sagt Klieve, „wird mir ja auch keiner abkaufen.“