Essens erste Hundeschule mit Konzept des Vox-Experten Rütter

Martina Liebig, hier mit ihrem Hund „Luna“, eröffnet demnächst eine Hundeschule an der Worringstraße in Burgaltendorf.
Martina Liebig, hier mit ihrem Hund „Luna“, eröffnet demnächst eine Hundeschule an der Worringstraße in Burgaltendorf.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Zwei Jahre Ausbildung, 15.000 Euro Kosten - jetzt ist die Essenerin Martina Liebig professionelle Hundetrainerin. Ihr Ausbilder war kein anderer Martin Rütter, bekannt aus der Vox-Sendung „Der Hundeprofi“. Nun will Liebig von der Strahlkraft der TV-Sendung profitieren - und lässt sich das einiges kosten.

Essen.. Auf dem T-Shirt von Martina Liebig steht „Die will nur spielen“. Doch Martina Liebig will mehr. Sie will wirtschaftlichen Erfolg. Die 49-jährige aus Kupferdreh wagt den Weg in die Selbstständigkeit – als professionelle Hundetrainerin. Noch in diesem Monat wird sie die Arbeit aufnehmen.

Das Geschäft mit dem Hund ist in Deutschland ein milliardenschwerer Markt. Jemand, der das genau weiß, ist der Hundetrainer Martin Rütter. Seit Jahren läuft seine Fernsehshow „Der Hundeprofi“ beim Privatsender VOX. Der Geschäftsmann hat Bücher geschrieben, tingelt mit seinen Bühnenshows durchs Land und verkauft Fan-Artikel. Der Mann ist zu einer Marke geworden. Marken sind kostbar. Daher verkauft Martin Rütter seinen Namen. Es ist ein Geschäftsmodell, das dem Franchise-System ähnelt. Auch die Essener Gründerin Martina Liebig möchte - wie 30 andere Rütter-Partner in NRW - von der Strahlkraft des bekannten Namens profitieren. Dafür zahlt sie monatlich Gebühren an Rütters Unternehmen.

Intensive Ausbildung beim Profi

„Der Name und die Marke haben ein sehr positives Image“, sagt Liebig. Doch sie weiß auch, der Erfolg kommt dadurch nicht von alleine. Hundehalter sind kritische Kunden. Sind sie mit dem Angebot nicht zufrieden, gehen sie halt zu einer anderen Hundeschule. „Ich möchte mit meinem Trainingskonzept überzeugen“, sagt Liebig. Die drei Grundsäulen ihrer Methoden: Jedes Training wird individuell auf Hund und Mensch abgestimmt, die Partnerschaft von Mensch und Hund steht im Vordergrund, und bei der Erziehung geht es leise zu.

Früher hat Liebig als Geschäftsführer-Assistentin gearbeitet. Dann begann sie ihre zweijährige Ausbildung zum Hundecoach in Rütters Trainingszentrum. An mehr als 100 Seminartagen ist sie auf ihre jetzige Arbeit vorbereitet worden. „Wir haben alles rund ums Thema Hundeerziehung gelernt“, sagt Liebig. „Die Ausbildung ist unwahrscheinlich intensiv.“

An der Idee festhalten

Parallel zum Hunde-Studium begannen die Vorbereitungen für die spätere Tätigkeit als Coach. Liebig hat die ganze Stadt nach einer Trainingswiese abgesucht. An der Worringstraße in Burgaltendorf wurde sie schließlich fündig: „Das Gelände ist ideal.“ Jetzt soll das Areal noch umzäunt werden, Parkplätze sollen entstehen, und ein Büro-Container soll folgen. „Dann ist es absolut perfekt.“ Das künftige Angebot: Gruppenkurse, Einzeltrainings, Tageskurse, Themenabende.

Der Weg in die Selbstständigkeit ist zuweilen steinig: Rückschläge, Bürokratie, Ausbildungskosten bis zu 15.000 Euro, Verträge mit langer Laufzeit. Das hat Liebig bereits erfahren. „Man darf nie aufgeben und muss an seiner Idee festhalten“, sagt sie. Optimismus? Ja. Realismus? Auch. In Essen gibt es bereits einige Hundeschulen. In der Stadt leben aber auch rund 23.000 Hunde. Liebig: „Essen ist eine Riesenstadt mit Riesenpotenzial“.