Essens Eigenkapital ist erst mal futsch

Dass auch der Sparkurs in der Kernverwaltung nicht frei von Rückschlägen ist, davon kündet der jetzt vorliegende „überwiegend unerfreuliche“ Jahresabschluss für das Jahr 2014, wie Stadtkämmerer Lars Martin Klieve gestern seufzte. Danach hat die Stadt das ursprünglich einkalkulierte Minus von 41,2 Millionen Euro um den gleichen Betrag übertroffen.

Nach Gründen muss man nicht lange suchen: Die vor allem durch die Energiewende wegbrechenden Gewerbesteuer-Einnahmen zählen dazu, die geringer als erwartet fließenden Stärkungspakt-Mittel, die Folgekosten des Pfingststurms „Ela“, die Mehrkosten in Sachen Asyl – aber eben auch die schon 2014 erforderlichen Korrekturen bei dem Franken-Krediten in Höhe von 4,7 Millionen Euro und als großer Batzen die Pensionsrückstellungen durch einen höher als erwartet ausfallenden Tarifabschluss.

Aufgefangen wurden die Verschlechterungen dadurch, dass Gebäude- und Straßen-Unterhaltung weniger Geld kosteten, Schlüsselzuweisungen des Landes stiegen und auch weniger Wohngeld gezahlt wurde, um nur einige Beispiele zu nennen. Zwar wurden erstmals minimal Schulden getilgt, doch bitter bleibt unterm Strich: Die Stadt ist überschuldet auf Jahre hinaus, das Eigenkapital futsch, und bis neues angesammelt werden kann, dürfte es dauern, denn in der gestern verteilten Statistik der Finanzverwaltung war der Verlust von Eigenkapital durch das Franken-Desaster noch gar nicht eingepreist. Das kostet weitere gut 50 Millionen Euro.