Essener Züchter trauern um über 2000 Tauben

27. Mai 1965..  Etliche Taubenzüchter der Stadt stehen vor einem Rätsel: 5800 Tauben haben die betroffenen Reisevereinigungen vier Tage zuvor in mittelfränkischen Fürth auf die 350 Kilometer lange Heimreise geschickt – aber 40 Prozent der Tiere erreichte den heimischen Schlag nicht. Die großen Verluste sind besonders rätselhaft, weil am Sonntag auf der Strecke günstiges Flugwetter herrschte. So legten die Vögel, die im Ruhrgebiet ankamen, zwischen Fürth und Essen durchschnittlich 1300 Meter pro Minute zurück – ein beachtliches Tempo. Einige der betroffenen Züchter machen den irritierenden Einfluss von Radarwellen für das Fiasko verantwortlich. Allerdings bestreiten die meisten Wissenschaftler diesen Einfluss, der außerdem nicht nachweisbar sei. Obendrein melden die „Essener Reisevereinigungen der Nordostrichtung“ einen störungsfreien Flugverlauf am Wochenende: Ihre Tauben starteten im 290 Kilometer entfernten Stade (Niedersachsen). Die Verluste sind für die betroffenen Züchter so schockierend, dass sie einen am Wochenende geplanten Preisflug abgesagt haben.