Wirtschaft & Verbraucher
Essener wollen Aufholjagd mit Blick aufs Centro antreten
23.11.2009 | 17:44 Uhr 2009-11-23T17:44:00+0100
Essen. „Wir wollen dahin kommen, wo wir vor dem Centro waren und wir haben noch viel vor mit unserer Innenstadt”, zieht Georg Arens, Geschäftsführer der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG), Zwischenbilanz für den Einkaufs- und Wirtschaftsstandort Essen.
Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) ging die EWG jetzt in die Offensive, nachdem die „Wirtschaftswoche” in einem bundesweiten Standort-Vergleich Essen auf einen bescheidenen 45. Platz verwiesen hatte. Arens und IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Püchel: „Wir kommen zu ganz anderen Ergebnissen.”
Wettbewerb trifft vor allem Rhein-Ruhr-Zentrum
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„Essen gewinnt an Fahrt”, prognostiziert dann auch ihr Auftragnehmer Michael Happe, Geschäftsführer des Essener Büros für Kommunal- und Regionalplanung (BKR). Im Vergleich mit den sechs großen Ruhrgebietsstädten sowie mit Köln und Düsseldorf habe Essen 2008 gut abgeschnitten. Happe und Arens interpretieren die Zahlen von 2008 so, dass sich die Teileröffnung des Einkaufszentrums am Limbecker Platz bemerkbar gemacht habe. Arens glaubt, dass der neue Verteilungskampf im Einzelhandel vor allem das Rhein-Ruhr-Zentrum treffen werde, die Mülheimer Innenstadt müsse sich ohnehin neu aufstellen.
BKR ermittelte, dass die Leistungsfähigkeit der Essener Wirtschaft, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, von 2005 bis 2007 um zehn Prozent zunahm. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten (SV) stieg 2008 um 4002 auf 213 355. Happe: „Essen ist damit die Stadt mit den meisten Arbeitsplätzen im Revier.”
Zahl der Einpendler gestiegen
Auch hinsichtlich der Pendlerstatistik könne Essen an die positive Entwicklung der letzten Jahre anküpfen: Die Einpendlerzahl stieg auf 107.218 sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. Zähle man die Selbstständigen und Beamten hinzu, kommen sogar täglich knapp 140 000 Einpendler in die Stadt. Täglich pendeln 42 580 SV-Beschäftigte mehr nach Essen als auspendeln. Happe und Arens sind sich einig: „Diese Einpendler wollen wir verstärkt als Bürger gerwinnen.” Dabei wird vor allem auf die geplante Entwicklung in Altendorf und Frohnhausen verwiesen.
Mit 80,2 % der SV-Beschäftigten im Dienstleistungssektor sei Essen ruhrgebietsweit führend. Der Anteil der Beschäftigrten in der Informations- und Kommunikationswirtschaft sowie in wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen liege mit 4,9 bzw. 9,4 Prozent weit über dem NRW-Durchschnitt.
"Essen ist alt, wird aber kaum noch älter"
Neben Mülheim sei Essen die einzige Stadt im Ruhrgebiet, die einen positiven Wanderungssaldo verzeichne und die geringsten Einwohnerverluste habe. Happe: „Dabei hält es jüngere Menschen im Alter zwischen 25 und 30 Jahren nach Ausbildung oder Studium in Essen.” Happe zur Altersstruktur: „Essen ist alt, wird aber kaum noch älter. Während Essen heute beim Altersdurchschnitt den dritt-höchsten Wert aller Kreise und kreisfreien Städte in NRW besitzt, wird die Stadt 2030 zu den zehn jüngsten Kreisen aufsteigen.
Bei einer älter werdenden NRW-Bevölkerung ist Essen die einzige Stadt im Ruhrgebiet, die 2030 mehr Kindergartenkinder haben wird als 2008.” Gemeinsam mit Mülheim habe Essen im Schuljahr 2007/2008 die qualifiziertesten Schulabgänger im Revier präsentieren können.
Essen mit Blick auf 2010 als Wirtschaftsstandort beliebt
IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Püchel widersprach Behauptungen, wonach es bei 1a-Toplagen in der Essener Innenstadt dramatische Mietückgänge gegeben habe. Dies sei nicht zutreffend. Im letzten Jahrzehnt seien sie um 2,2 Prozent gesunken, in Dortmund seien es aber 8,8 Prozent gewesen. Er verwies auf den neuen Vorstand der Grundstücksbörse Ruhr, der mit Blick auf die Nachfrage von Industrie- und Gewerbehallen erklärte: „Hier ist Essen als Standort besonders beliebt, beispielsweise im Hinblick auf das Kulturhauptstadtjahr 2010. Viele Firmen scheinen wieder Mut zu finden, neu anzufangen.”
10:46
#97 Zuzieher
Was du meinst, ist die EMG( Marketing). Und deren Vorgehen bei Essen.Original verurteile ich genau so. Hoffe, dass im nächsten Jahr wieder alle Musikszenen am Start sind. Die EWG (Wirtschaftsförderung) hat da andere Aufgaben.
07:59
EWG? Ist das nicht der Verein, der beim Stadtfestival Essen Original weniger junge Leute haben wollte, weil die alle nur Krach und Dreck machen? Die kriegen doch nichts Positives auf die Kette!
In jeder Stadt schießen inzwischen diese Einkaufszentren (Malls) aus dem Boden. Genau so wie vor ein paaar Jahren die Kreisverkehre, Mal ehrlich: niemand braucht diese Dinger in JEDER Stadt!
Essen ist eine schöne Stadt, aber die EWG kriegt es noch hin, dass sie Durchschnitt wird.
07:59
EWG? Ist das nicht der Verein, der beim Stadtfestival Essen Original weniger junge Leute haben wollte, weil die alle nur Krach und Dreck machen? Essen sollte froh sein, dass es NOCH so attraktiv für junge Menschen ist. Wenn die EWG so weiter macht, wird Essen eine Rentnerstadt.
In jeder Stadt schießen inzwischen diese Einkaufszentren (Malls) aus dem Boden. Genau so wie vor ein paaar Jahren die Kreisverkehre, Mal ehrlich: niemand braucht diese Dinger in JEDER Stadt! Das Echo zum Limbecker Platz ist auch eher verhalten. Kenne keinen Essener, der wirklich von den Socken ist.
Essen ist eine schöne Stadt, aber die EWG kriegt es noch hin, dass sie Durchschnitt wird.
12:03
Michelino, sei gegrüßt, Du hast Post . Müsstest Dich nur kurz umziehen gehen :-)
11:59
#93 Ruhrius
Kann deinen Aussagen bis auf ein zwei Punkten zustimmen. Vieles ist ja auch Geschmacksache.
So stelle ich mir positive wie negative Kritik vor. daumen
11:45
# 93
Eine qualifizierte und differenzierte Meinung, die ich in weiten Teilen nachvollziehen und auch teilen kann.
Auf 2 Punkte möchte ich allerdings eingehen:
a. An der Kruppstraße soll nach derzeitigem Planungsstand ein weiteres Türmchen entstehen, das mehr als 100 Meter Höhe, evtl. sogar 139 Meter Höhe messen soll.
b. Die City befindet sich in einem riesigen Umbauprozess und deraartige Prozesse ziehen sich halt über viele viele Jahre hin.
LP, Rathausgalerie und Hauptbahnhof waren erst der Beginn dieses Prozesses. Auf dem Universitätsviertel ist begonnen worden. Hier werden in den nächsten Jahren zwischen 500 und 600 Mio € verbuddelt werden.
Im Nordviertel - nahe der Kreuzeskirche - wird das Quartier Kreuzeskirche entstehen.
Aber die Umgestaltung wird noch sehr viel tiefgreifender und umfassender vor sich gehen.
Glück auf
11:02
Der Titel ist vom Redakteur mal wieder bewusst provokativ gewählt worden, um hier einen Keil zwischen die Ruhrstädter zu treiben und bekannte Vorführpersonen zu instrumentalisieren. Andererseits wird gerade jetzt groß von 2010 Metropole Ruhr=Zusammenwirken der Städte posaunt - schizophren oder !?
Ich sehe die Essener City mit gemischten Gefühlen. Überregional gefällt mir in der City besonders die Lichtburg und das - leider nur begrenzt gebliebene Hochhauspanorama (Wolkenkratzer wäre nun übertrieben, warum wird im Rathaus keine Aussichtsplattform vermarktet?), zZ auch der Weinachtsmarkt mit dem Mittelalterbereich und auch dem Kennedyplatz. Gut finde ich auch, dass der Limbecker Platz nun keine Baustelle mehr ist und er insgesamt passabel geworden ist. Im Gegensatz zum großzügigen, höherwertigen und lichtdurchfluteten Centro ist LP aber sehr austauschbar gegen diverse (ECE-)Center in D z.B. in Köln, Dresden u.a.m.. Das EKZ wirkt im Innern niedriggeschossig und beengt im Stile der 70er-Jahre ähnlich dem RRZ und dunkel. Abgesehen von den unschönen Parkbedingungen finde ich die Plastikpflanzen besonders kitschig und abstossend ;-)
09:41
#91
Die objektive Sachlichkeit hätte ich mir gerne von den Kritikern gewünscht. Leider wird von diesen dermaßen stark polarisiert, dass man hier selbstverständlich drum bemüht ist, gewisse Dinge richtig zu stellen. Bevor man hier einfach los doktort, sollte man mal hinterfragen, warum einige Dinge so sind und sich mit der Thematik eingehend beschäftigen.
Vielleicht lesen sie sich ja einfach mal die ersten Kommentare durch, dann wissen sie, was ich damit meine
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Mal abgesehen, dass ich kein Freund von Selbstbeweihräucherung bin und mir einige Dinge, die im Artikel stehen, nicht gefallen, muß ich aber genau so die deutschlandweite Studie anzweifeln. An den völlig unterschiedlichen Resultaten läßt sich doch gut festmachen, was solche Statistiken wert sind. Die hängt nun mal davon ab, wer sie in Auftrag gibt, zu welchen zwecken sich durchgeführt werden soll und wer wie befragt wurde. Genauso wenig, wie ich der EWG glaube, dass alles rosig ist, glaube ich dem Standortvergleich, den Essen angeblich mit Platz 45 belegt. Komisch, dass hier zwischen 2007-2010 rund €2 Mrd. verbaut wurden und werden.
01:03
Ach schriftsetzer (und ähnliche), was soll dieses Gelalle? Einfach mal den gesunden Menschenverstand einschalten, und nicht so klug rumlabern!!!
Objektive Sachlichkeit ist wohl hier nicht möglich!
00:40
@89
Da stehen aber auch noch andere Dinge, die uns mittel- bis langfristig erfreuen werden. Angaben zur demoskopischen Entwicklung, z.B. Ein- und Auspendler, und wie man darauf reagieren kann. Sie picken sich doch auch nur die 45 heraus und reiten darauf herum. Ich mahne noch einmal zur Besonnenheit: Abwarten ist angesagt, die Zeit wird uns zeigen, wohin der Hase läuft.
Ich zitiere einen Kommentator: Die Essener Innenstadt ist eine der gruseligsten Innenstädte, die ich jemals erlebt habe. In der Fußgängerzone sind Läden, die es wirklich in jeder Stadt gibt – Filialisten und Ketten. Daraus schließe, dass a) andere Innenstädte auch gruselig sind oder b) Essen genauso viel oder wenig zu bieten hat wie andere Städte auch. Wo ist also das Problem? Diese Art von Argumentation - die keine ist, weil sich das Argument ab absurdum führt - geht mir auf den Senkel.
Und jetzt können die Moderatoren diesen Artikel nebst Kommentaren eigentlich löschen - es ist nur noch fad und langweilig.