Essener Wähler strafen Sozialdemokraten ab
28.09.2009 | 06:04 Uhr 2009-09-28T06:04:00+0200
Essen. Als rabenschwarzer Sonntag wird der SPD die Bundestagswahl 2009 in Erinnerung bleiben. Mit 35 Prozent wurden die Sozialdemokraten auch in Essen deutlich abgestraft. 2005 hatte die Partei noch 46,7 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen können. Klare Gewinnerin ist die FDP.
Vier Wochen nach ihrem überraschenden Kommunalwahl-Sieg konnte sich die Essener SPD vom desaströsen Bundesergebnis der Partei nicht abkoppeln. Die Sozialdemokraten blieben zwar mit 35,0 Prozent stärkste politische Kraft in der Stadt, verloren aber gegenüber 2005 mehr als 11 Prozent. „Das ist ein bundesweit schlimmes Ergebnis für die SPD”, kommentierte der künftige Oberbürgermeister Reinhard Paß. Tröstlich sei für seine Partei, dass die Essener SPD auch künftig mit drei Bundestagsabgeordneten in Berlin vertreten sein wird. Rolf Hempelmann, Petra Hinz und Anton Schaaf verteidigten ihre Direktwahlkreise.
Youngster Matthias Hauer gibt sich geschlagen
Die CDU blieb mit 27,2 Prozent zwar auch hinter den eigenen Erwartungen. Parteichef Franz-Josef Britz strich jedoch heraus, „dass wir die beiden wichtigsten Wahlziele, nämlich die Kanzlerschaft Merkels und die schwarz-gelbe Mehrheit, erreicht haben”. Bitter für die Essener Christdemokraten ist jedoch, dass aufgrund des schwachen Bundes-Ergebnisses die eigentlich mit einem aussichtsreichen Listenplatz versorgte Gerscheder Ratsfrau Jutta Eckenbach wohl nicht in den Bundestag einziehen wird. Im Direktwahlkreis-Duell im Süden, auf den die CDU spekuliert hatte, musste sich Youngster Matthias Hauer nach einem hart geführten Wahlkampf gegen Pe-tra Hinz von der SPD geschlagen geben. Nach dem Abschied von Norbert Königshofen, der nach 15 Jahren aus Altersgründen nicht erneut antrat, bleibt der Essener CDU somit nur noch der Mülheimer Abgeordnete Andreas Schmidt als Ohr in Berlin.
Als eindeutiger Wahlsieger durfte sich die lokale FDP freuen, die 12,3 Prozent erreichte. „SPD und CDU sind in der Großen Koalition nach links gerückt, dadurch hat sich das Marktsegment für uns deutlich vergrößert“, freute sich FDP-Chef Ralf Witzel, dessen Partei bei der dritten Wahl des Jahres kräftige Zu-wächse im sonst nicht gerade liberalen-freundlichen Ruhrgebiet einheimste. Über die Liste zog die Essen-Mülheimer Kandidatin Ulrike Flach erneut in den Bundestag ein.
Die Linken sind begeistert
Die nun bundesweit viertstärkste Partei, die Linken, zeigten sich über ihr Ergebnis von 9,7 Prozent begeistert. „Damit sind wir endgültig bundesweit zu einer wichtigen politischen Kraft geworden“, jubelte Wolfgang Freye.
Mit einem lachenden und weinenden Auge kommentierten die Grünen das Ergebnis (10,3 Prozent). Ihr Vorstandssprecher Thorsten Drewes: „Das ist zwar bundesweit unser bestes Ergebnis aller Zeiten, aber wir haben Schwarz-Gelb nicht verhindern können.“ Der Rüttenscheider Kai Gehring erhält dank Listen-Absicherung erneut einen Platz im Bundestag.
Als begründet erwies sich die Furcht vor einer schwachen Wahlbeteiligung: Nur knapp 69,7 Prozent der Wahlberechtigten machten ihr Kreuzchen.
14:40
Bei mir war es die STrafe fü den Stadionneubau... Wer denen ein Stadion baut, kriegt meine Stimme nicht.....
11:48
@ibbessen: Das ist doch nun auch Quark... nur weil in diesem Artikel die Piratenpartei nicht erwähnt wird, wird sie nicht nirgends erwähnt - und das meine ich nicht auf die WAZ, sondern medienübergreifend bezogen.
Wenn Sie was in der WAZ dazu lesen möchten... bittesehr: http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/bundestagswahlen/2009/9/28/news-134879911/detail.html
08:34
Da haben die Essener Sozis ja so richtig einen auf den Deckel bekommen.
07:57
wen wundert´s????????
Und unter Paß wird es noch besser!
07:49
...warum wird nirgends, nicht nur hier- eine Partei nicht genannt, die aus dem Stand 2 % erreicht, in Berlin und Uni-Städten teilweise mehr als 3% - Die Piraten, auch dies sind Wahlsieger; so haben die Grünen auch angefangen. Die Linken aktivieren zumindest im Osten immer noch die alten Seilschaften, ihr Ergebnis wird aber hochgejubelt.