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Essener Uni-Klinik startet Kampagne gegen den Kindstod

24.05.2012 | 14:00 Uhr
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Essener Uni-Klinik startet Kampagne gegen den Kindstod
Der erste Schlafsack wurde gestern übergeben (v.l.): Prof. Dr. Mechtild Vennemann, Universität Münster, Mutter Corinna Quint, Baby Deen, Prof. Dr. Angelika Felderhoff-Müser, Direktorin der Kinderklinik I am Uni-Klinikum, Vater Daniel Quint-Ikemann, und Rosemarie Engels vom Lions-Club Sententia

Essen.   Das Essener Uni-Klinikum und die Uni Münster wollen Ursachen des plötzlichen Kindstods erforschen und Eltern über Risiken aufklären. Sichere Schlafsäcke für Babys gibt’s kostenlos dazu.

Sie waren noch nicht lange auf der Welt, als der Tod in ihr Bettchen kroch: 37 Kinder in Nordrhein-Westfalen erlitten in 2010 den plötzlichen Kindstod. Völlig unerwartet starben 24 Jungen und 13 Mädchen, hinterließen ihren Eltern den Schmerz des plötzlichen Verlustes und stellten die Ärzte vor Rätsel. Auch wenn gewisse Ursachen bekannt sind – das Phänomen des plötzlichen Kindstods ist alles andere als abschließend erforscht. Um Eltern vor allem zu früh geborener Kinder über Risiken zu informieren, hat die Kinderklinik I am Universitätsklinikum Essen gemeinsam mit der Uni Münster eine Aufklärungs-Kampagne gestartet. Eltern von Kindern, die als Frühchen am Uniklinikum geboren wurden, erhalten bei Entlassung und auf Wunsch drei Monate später noch einmal spezielle Schlafsäcke für ihre Kleinen. Im Gegenzug nehmen sie an einer Studie teil, die mehr Aufschluss über das Schlafverhalten von Frühchen bringen soll.

„So möchten wir die Notwendigkeit unterstreichen, Kinder zur Prävention des plötzlichen Kindstod mindestens im ersten Lebensjahr in einem Schlafsack schlafen zu lassen“, erklärt Prof. Ursula Felderhoff-Müser, Direktorin der Kinderklinik I. Babys können sie nicht übers Gesicht ziehen, zudem verhindern sie Überhitzung. Beide Faktoren gelten als mögliche Ursachen für den plötzlichen Kindstod. Zudem sollten Eltern sicherstellen, dass ihre Kinder in rauchfreien, nicht zu warmen Räumen, ohne Tücher und Kuscheltiere in Kopfnähe und vor allem auf dem Rücken schlafen“, erklärt Felderhoff-Müser.

"Frühstart" unterstützte 330 Familien

Die Kampagne gegen den plötzlichen Kindstod ist Teil der Spenden finanzierten Elternberatung „Frühstart“ an der Kinderklinik. Als Teil der sozialmedizinischen Nachsorgeeinrichtung „Bunter Kreis“ beginnt die Frühstart-Beratung mit der Entlassung und unterstützt Eltern der kranken Neugeborenen oder Frühgeborenen im Übergang und in den ersten Wochen zu Hause. Insgesamt konnten im Rahmen der Elternberatung „Frühstart“ in den letzten vier Jahren 330 Familien unterstützt werden. Aber auch vor der Geburt finden Eltern bei „Frühstart“ offene Ohren und werden auf ein möglicherweise früh oder krank geborenes Kind und den damit verbundenen Aufenthalt auf der Intensivstation vorbereitet. Gestiftet wurden die Schlafsäcke vom Lions Club Essen Sententia.

Jörg Maibaum

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