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Essener tauschten 2015 noch 2,5 Millionen DM in Euro um

21.01.2016 | 11:00 Uhr
Essener tauschten 2015 noch 2,5 Millionen DM in Euro um
Foto: Jan Dube

Essen.  Bei der Bundesbank in der Moltkestraße wurden voriges Jahr 2,5 Millionen DM in Euro getauscht. Doch auch im Handel wird man die alte Währung noch los.

Wer noch italienische Lire oder französische Francs in seiner alten Urlaubskasse findet, kann sie als Andenken behalten, umtauschen kann er sie nicht mehr. In Deutschland steht der Wechsel einer guten alten Bekannten aber noch hoch im Kurs: der Deutschen Mark.

Nach der Währungsumstellung am 1. Januar 2002 wurde zwar im gleichen und im darauf folgenden Jahr der Großteil der D-Mark-Scheine und -Münzen gegen den Euro umgetauscht, aber nach über 14 Jahren sind immer noch mehr als 12,9 Milliarden im Umlauf, 6,1 Milliarden beträgt der Wert in Banknoten und 6,8 Milliarden in Münzen. Im Schnitt hortet damit jeder Bundesbürger noch 160 Mark in Schubladen oder Sparschweinen .

Essen als Umtauschhauptstadt des Ruhrpotts

Ob als stiller Protest gegen den Euro oder aus nostalgischen Gründen: Auch in Essen gibt es noch haufenweise Scheine mit dem Konterfei der Gebrüder Grimm oder Münzen mit dem Abbild des Bundesadlers. Allein im Dezember vergangenen Jahres wurden in der Essener Filiale der Deutschen Bundesbank etwa 148.000 Deutsche Mark umgetauscht. „Der monatliche Durchschnitt liegt sogar bei etwa 200.000 Mark“, sagt Uwe Deichert, Pressesprecher der Bundesbank.

Essen ist damit Umtauschhauptstadt des Ruhrpotts: 5000 Kunden – durchschnittlich mehr als 20 pro Tag – brachten im vergangenen Jahr 2,5 Millionen D-Mark in die Filiale am Moltkeplatz. In den anderen drei Ruhrgebietsfilialen, Bochum, Dortmund und Hagen, wurden 2015 rund 6,1 Millionen D-Mark in Euro gewechselt.

C&A und Kaufland nehmen D-Mark, Kunden nutzen Aktion

Es gibt aber auch andere Wege, das alte Geld für Neues loszuwerden. So bietet der Einzelhandel immer wieder Aktionen an, um eine schnelle Mark zu machen. Aktuell kann der Kunde noch bis zum 30. Januar an den Kassen des Einzelhändlers Kaufland seine letzte Mark loswerden. Die vorläufige Bilanz, so Pressesprecherin Christine Axtmann, fällt positiv aus: „Die Aktion stößt bei unseren Kunden deutschlandweit auf sehr großen Zuspruch.“ In den beiden Essener Filialen sei bislang ein D-Mark-Betrag im niedrigen fünfstelligen Bereich zusammengekommen. Ihre Kollegin Andrea Kübler sagt: „In der Regel bezahlen die Kunden eher mit Münzen als mit Banknoten, sie kamen aber vereinzelt auch mit großen Banknoten in unsere Filiale.“

Schon seit 2004 nimmt der Bekleidungsriese C&A die DM entgegen. In den vergangenen beiden Jahren seien jeweils noch 600.000 und 400.000 Mark in die Kassen des Unternehmens gespült worden sein. „Seit Beginn der Aktion haben Kunden für etwa 50 Millionen Mark bei uns eingekauft“, sagt Thorsten Rolfes, Leiter der Unternehmenskommunikation.

Wer seine Mark nicht loswerden, sondern aufgrund des Sammlerimpulses gar vermehren möchte, dem bleibt nur der gewerbliche Münzhandel. Hier bekommt der Nostalgiker Umlauf- als auch Gedenkmünzen im Nennwert von 5 DM und 10 DM.

Allem Retro zum Trotz – zusammen mit der DM ist eine der klassischen Fragen des alltäglichen Lebens verschwunden: „Hasse ma ne Mark?“

Christos Kambouris

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2016-01-21 11:00
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