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Essener Sportbund will nicht mehr sparen

17.01.2011 | 07:03 Uhr
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
Foto: Kerstin Kokoska

Essen.Der Essener Sportbund sieht das Ende der Messlatte als erreicht. Man könne keine weiteren Einbußen mehr hinnehmen. „Unsere sportliche In­frastruktur ist bereits aufs Mi­nimum reduziert“, sagte Es­po-Geschäftsführer Wolfgang Rohrberg.

Grünkohl, Grützwurst, Kassler und dazu eine Maß Bier – beim Essener Sportbund (Es­po) und den Sport- und Bäderbetrieben Essen (SBE) mag man es gerne deftig, nicht alleine was die Küche an­geht, so wie gestern beim gemeinsamen Neujahrsempfang in der Messe Essen. Bei al­ler sportlichen Disziplin im städtischen (Spar-)Haushalt und den Dau­erbaustellen Ha­fenstraße und Freibad Dellwig – mehr Einbußen seien nicht drin: „Der Es­sener Sport kann keine weiteren Einsparungen mehr hinnehmen. Unsere sportliche In­frastruktur ist bereits aufs Mi­nimum reduziert“, findet Es­po-Geschäftsführer Wolfgang Rohrberg deutliche Worte und betont fordernd: „Der Sport ist kein Feld für die Politik.“

130.000 Athleten
treten kürzer

Vertreten ist die Politik beim Neujahrsempfang dennoch: Oberbürgermeister Reinhard Paß, die Fraktionsvorsitzenden und Mitglieder aus dem Sportausschuss. Dass der Sport im Vergleich zu an­deren Bereichen übermäßig bluten musste, geht am Oberbürgermeister nicht vorbei. Er lobt die bisherige Bereitschaft der über 500 Sportverbände in Essen, finanziell deutlich kürzer zu treten. Sie bilden mit circa 130.000 Athleten im Breiten- und Spitzensport immerhin ein Viertel der Stadtbevölkerung ab­.

Nicht verschließen will sich Kultur-Beigeordneter Andre­as Bomheuer seinen neuem Aufgaben- und Pro­blemfeld als SBE-Betriebsleiter und Sportdezernent, das er von Ex-Stadtdirektor Christian Hülsmann übernommen hat. „Der Essener Sport ist sehr erfolgreich, bundesligatauglich und fester Bestandteil der Kultur- und Stadtgesellschaft“, sagt Bomheuer und quittiert dafür Ap­plaus. Der Dezernent setzt auf das Verbindende zwischen Kultur und Sport; er weiß daher: „Sport braucht Sponsoren.“ Die Her­ausforderung sei deshalb auch in diesem Jahr, den Spagat zwischen leeren Kassen, der Infrastruktur und den Be­dürfnissen der Bürger und Sportler zu schaffen.

Stärkung von Sport- und Gesundheitszentren

Schwieriger wird’s beim en­gagierten Nachwuchs, binden sich doch immer weniger Menschen langfristig an die Vereine. Rohrberg setzt auf die Stärkung von Sport- und Gesundheitszentren, in denen die Bürger in Kursen mitmachen können, ohne sich dau­erhaft an Vereine zu binden. Langfristig erhofft er so, manchen zufriedenen Sportfreund fürs Ehrenamt im Verein zu gewinnen.

Gewinnen würde die Stadt auch mit dem Stadion an der Hafenstraße, „an dem wir mit Nachdruck arbeiten“, wie Paß sagt. Seine Verwaltung werde in Kürze auch ein Konzept zur Bä­derfrage vorlegen. Vier Standorte werden geprüft: eine Fläche an der Grieperstraße in Altendorf, ein Krupp-Gelände unweit der Helenenstraße, ei­ne Fläche an der Wüstenhöfer Straße in Borbeck und eine Fläche am Borbecker Schlosspark. Trotz aller Zu­versicht, et­was gehört laut Rohrberg ausgesprochen: „Wer in der Politik weiter ans Sparen im Sport denkt, der muss immense Einschnitte in Kauf nehmen.“

Pascal Hesse

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Kommentare
18.01.2011
09:25
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
von dasistdergipfel | #11

An millefit: Gut: Bescheuert usw. nehme ich zurück und entschuldige mich dafür. Das entsprach meinem kurz aufgeflammten Zorn über Vorurteile gegenüber Kulturinteressierten. Aber man sollte doch alles relativieren. Sie schimpfen über die subventionierte Karte für das Aalto. Stellen Sie sich jedoch vor, jedem normalen Fußballfreund würden alle Kosten auf die Eintrittskarte aufgebrummt, die durch Polizeipräsenz, Vandalismus einiger, im Vergleich zu der großen Masse der Zuschauer, weniger Idioten (und in diesem Fall halte ich die Formulierung für angebracht) in öffentlichen Verkehrsmitteln usw. dem Steuerzahler, der nicht zum Fußball geht, entstehen. Was glauben Sie, wie teuer dann so eine Einrtittskarte wäre. Im Grunde genommen werden also die Eintrittskarten stiekum mit dem Geld der nicht Sportinteressierten ebenfalls subventioniert. Wohlgemerkt: ich bin alles andere als ein Gegner des Fußball und meine auch nicht (falls jemand auf die Idee kommen sollte) einen bestimmten Verein. Noch eines: Mein Abo für Oper und Schauspiel zahle ich in drei Raten während der Spielzeit ab. So ist die Belastung auch für den kleinen Mann zu dem ich mich unbedingt zähle, tragbar. Also vermiesen Sie doch anderen ihre Interessen nicht und beleidigen sie als Schmarotzer, weil sie die angeblich so hoch subventionierten Karten in Anspruch nehmen. Und während des Opern- oder Theaterbesuches Kaviar essen und Champganer schlürfen. Nartürlich kostenlos. Man sollte die Kirche (oder für unsere muslimischen Freunde, die Moschee) im Dorf lassen.

17.01.2011
23:28
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
von sportkanone | #10

zu #4 da steckt doch Methode dahinter: Die Besucherzahlen , wie jetzt beim Ruhrmuseum , werden systematisch geschönt - nur zu dumm, dass wie auch diesem Falle, die Einnahmen aus den angeblich ach so hohen Besucherzahlen nicht übereinstimmen. Deshalb will Ihnen doch niemand Ihren Opernbesuch streitig machen - nur müssen natürlich die Fördertöpfe und Subventionen noch einigermaßen im Gleichgewicht stehen - und nicht auf der einen Seite 60 Mio für Kultur und nur 20 Mio für den gesamten Essener Sport, das ist doch ein Witz. Allein die Betriebskosten für das neue Folkwang-Museum betragen fast 50% des Sport-Etats. Das gibt es in keiner anderen Stadt in Deutschland. Und wenn Herr Bromheuer etwas von bundesligatauglich faselt in Kenntnis der Zustände der Vereine und Sportstätten, wäre er in jeder anderen Zeitung von der Lokalpresse zerrissen worden. Leider nicht in Essen, da die WAZ ja auch bis zuletzt aufgrund verschiedenster Motive den Unfug Kulturhauptstadt bis zuletzt hofiert hat. Selbst die eigene online-Umfrage, ein Schlag ins Gesicht der ach so tollen Kulturhauptstadt, wurde nicht einmal in der Zeitung veröffentlicht.

17.01.2011
18:43
Sportbund will nicht mehr ans Sparen denken
von millefit | #9

übrigens #4...

es ist keine art und weise menschen die anderer meinung sind als geistig schwach und becheuert zu diffamieren....

das erinnert stark an politiker die,sobald sie nicht mehr weiterwissen und sich in die ecke gedrängt fühlen,sich in worthülsen wie zb auf diesem niveau bin ich nicht bereit weiterzudiskutieren oder ähnliches flüchten.....

ganz ganz schwaches bild......

17.01.2011
15:47
Sportbund will nicht mehr ans Sparen denken
von karlleokraus | #8

Auf dem Foto sieht man also die geballte Sportkompetenz Essens vereint und es erleichtert das Verstehen der Aussage von A. Bromheuer mit: Der Essener Sport ist sehr erfolgreich, bundesligatauglich... ungemein.
Mir persönlich ist keine Stadt/Gemeinde bekannt, die im Schnitt mit derart maroden Sportstätten ausgestattet ist. Sportstadt Essen, Stadt für Kinder.

17.01.2011
15:20
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
von Herold Schincke | #7

Es­po-Geschäftsführer Wolfgang Rohrberg „Der Sport ist kein Feld für die Politik.“

Herr Rohrberg was soll das denn?

Der ESPO besteht doch fast nur aus Politik !!!
*
*

17.01.2011
12:38
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
von HoneckersErbe | #6

Bevor Ihr Kulturfreunde und Sportfreunde Euch wieder gegenseitig die Köpfe einschlägt. Merkt Ihr denn nicht wie die Politik Euch gegenseitig ausspielt.
Statt genügend Geld für beide Dinge zur Verfügung zustellen, geht das Geld in den Osten um dort schöne Marktplätze zu bauen oder um Banken zu retten. Zum Schluß sagt man Euch, es gibt keine Alternative und seid mit dem zufrieden, was Ihr habt.

17.01.2011
12:11
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
von millefit | #5

#4

nein ich verbete mir nur das der oper und theaterbesuch mit millionen im jahr subventioniert wird,keinerlei einschnitte hinnehmen muss und auf der anderen seite die sportstätten verfallen bzw baustellen bleiben weil kein geld mehr da ist(beispiel eishalle)....

wenn die subventionen im kulturbereich in gleicher weise zurückgefahren würden wie im sportbereich(eben in teilbereichen auf null....) dann kostet die opernkarte halt 100 euro...denn das wäre dann ein realistischer preis und so etwas ist natürlich mit der lobby nicht zu machen.....man ist ja einen gewissen standard gewohnt.....weniger ist unzumutbar....

sie dürfen weiterhin in die oper oder ins theater gehen....aber sie dürfen dann auch realistische preise zahlen....

17.01.2011
11:59
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
von dasistdergipfel | #4

Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um so einen Schwachsinn von sich zu geben, wie Nr. 3.
Nur soviel: In die Oper gehen überwiegend normal verdienende Menschen (dazu gehöre ich auch) und nicht so genannte Großkopferte. Außerdem muss man Häppchen und Getränke bezahlen, wenn man Hunger und Durst hat. Also: Es zeugt schon von großem Unwissen (und Dummheit), die Opernbesucher und die Sportplatzbesucher gegeneinander auszuspielen. Da ich vielseitig interessiert bin, besuche ich auch Sportvernastaltungen (überwiegend Fußball) und zahle dort mein Einrtittsgeld (wie auch für einen Opern- oder Theaterbesuch). Wie erwähnt: Ich verdiene normal´. Will Nr. 3 (oder andere Ahnungslose) mir verbieten, in die Oper zu gehen? Man kann hier nur den Kopf schütteln über soviel geistiges Unvermögen!

17.01.2011
11:07
Essener Sportbund will nicht mehr sparen
von millefit | #3

kultur subventionen komplett einstellen und das gesparte geld dem essener sport zur verfügung stellen...

dann verzehnfacht sich vielleicht der preis einer openkarte weil man kostendeckend arbeiten muss aber die gutbetuchten einwohner essens die diese veranstaltungen interessieren sind durchaus in der lage diese preise zu zahlen....

und es spricht ja nichts gegen spenden an kulturelle einrichtungen..die spender sind ja im normalfall ja keine armen bettelmäuse....

wenn ich mir zb den zustand der essener sportstätten ansehe....erwähnt sei hier nur hafenstrasse und eishalle(die eishalle wurde zwar umgebaut aber dort wurde die summe mal eben von 6.8 millionen auf 4.5 zusammengestrichen,mit dem resultat da zb. die stadiongaststätte bis heute entkernt dasteht und die verkaufsstände hinter der stehplatztribüne nicht fertig gebaut werden konnten,für beide baustellen ist ein ende der bauarbeiten unbekannt,man stelle sich eine solche situation im Kulturberreich vor,das würde aufschreie unter den kulturliebhabern auslösen) und das stadion an der hafenstrasse wird neugebaut...

aber all diese neu,- bzw umbauten sind billigstversionen....ganz im gegensatz zu kulturbauten..da ist reichlich geld für teilweise aberwitzigen luxus vorhanden....das nicht goldene laufställe für die hamster und meerschweinchen der betuchten essener kunstliebhaber aufgestellt werden ist echt ein wunder....alles andere scheint ja möglich zu sein....

deshalb...in zeiten knapper kassen muss jeder bluten...
bislang kann ich das nur im sportbereich erkennen
aber dort lädt ja auch niemand die politik zu kaviarkanapes in erlauchtem kreise ein nicht wahr meine damen und herren?

aber ich kann mir den aufschrei schon vorstellen wie??? so teuer wird mein opernbesuch?? das kann doch nicht sein!!!! ein skandal!!!

dann lieber etwas lobbyarbeit....
damit das eigene hobby nicht leidet....
das hobby tausender anderer ist irrelevant...sollen die das stadion halt dichtmachen wenn es verfallen ist,oder sollen die halt(wie im fall eishalle) in eine unfertige baustelle gehen...uns doch egal....

wir sitzen im warmen....

17.01.2011
09:47
Sportbund will nicht mehr ans Sparen denken
von ober1309 | #2

Das ist ja ein sehr interessanter Kommentar vor dem Hintergrund, dass der Kultur-Etat in einer Stadt wie Essen dreimal so hoch ist, wie der des Sports. Besonders im vergangenen Jahr wurden Millionen und Abermillionen für unsinnige Kultur-Veranstaltungen rausgeworfen. Die online-Abstimmung unter derwesten.de spricht Bände. Dagegen wurde der Sport-Etat immer weiter gekürzt und die Vereine zahlen immer höhere Abgaben und Gebühren an die Stadt. Keine andere Großstadt in ganz Deutschland vernachlässigt so den Sport wie Essen, in jeder anderen Großstadt in Deutschland ist der jeweilige Sportverein vor allem im Bereich des Fußballs das absolute Aushängeschild der Stadt. Es ist traurig, dass sich Herr Bomheuer dann auch noch hinstellt, und den Essener Sport als bundesligatauglich bezeichnet, obwohl Essen auf der Landkarte im Sport mit einem Sportverein nirgendwo vertreten ist, als wahrgenommener Spitzenclub.

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