Essener Sport befürchtet weitere Einschnitte

Die Cheerleader der Assindia Cardinals gehören auch zum noch breiten Sportangebot in Essen.
Die Cheerleader der Assindia Cardinals gehören auch zum noch breiten Sportangebot in Essen.
Foto: Knut Vahlensieck
Was wir bereits wissen
Beim Neujahrsempfang des Sportbunds und der Sport- und Bäderbetriebe ist der Transfer des Sparkassen-Gewinns in den Haushalt das große Thema. Es machen sich Sorgen breit.

Essen.. Die Stadtspitze war gestern geschlossen Gast beim Neujahrsempfang des Essener Sportbunds und der Sport- und Bäderbetriebe. Fast geschlossen muss man sagen, den Kämmerer Lars Martin Kliever fehlte. Ausgerechnet Klieve. Der Kämmerer ist eine Art Buhmann im Essener Sport, seitdem er erstmals einen Teil des Sparkassen-Gewinns im Haushalt eingeplant hat und so dem Sponsoring der Bank entzieht. Die Sportler fürchten, dass dieser Erst-Entnahme bald tiefere Eingriffe folgen werden.

Klieve hat drei Millionen Euro für den Haushalt eingeplant, mit Blick auf die steuerliche Verrechnung müsste die Sparkasse mehr als 3,5 Millionen Euro aus ihrem Gewinn abgeben. Der Verwaltungsrat der Sparkasse und Rat der Stadt müssen noch zustimmen. Allerdings wird nur wenig Gegenwehr erwartet. Denn die Entscheidung mag unpopulär sein, getroffen wird sie trotzdem. „Das Geld wird vielleicht an anderer Stelle fehlen. Aber uns steht ein schwieriges Haushaltsjahr bevor. Da gibt es kein Wunschkonzert“, sagte Oberbürgermeister Reinhard Paß beim sportiven Neujahrsempfang in der Messe. Und die Mitglieder des Verwaltungsvorstands, die in den ersten Reihen saßen, nickten zustimmend.

Nicht nur Espo befürchtet Kürzungen

Bernhard Görgens, erster Vorsitzender des Essener Sportbunds, bat bei der Entscheidung „um eine faire und vernünftige Abwägung“ und erhielt anhaltenden Applaus der 400 Gäste. „Ohne finanzielle Unterstützung können unsere Vereine nicht alle Angebote aufrecht erhalten. Wenn Geld fehlt, geht eine Menge verloren. Und im Zweifelsfall kommen auf die Stadt erhöhte Kosten im Jugend- und im Ordnungsamt zu“, wies Görgens auf die integrative Arbeit der Vereine hin. „Denken Sie daran, wenn die Entscheidung ansteht“, sagt er in Richtung der politischen Mandatsträger. Bislang sind es viele Einzelprojekte bei den Essener Sportvereinen, die durch das Sponsoring aus dem Sparkassen-Gewinn finanziert werden. Nicht nur beim Espo wird zudem befürchtet, dass nach dem ersten Eingriff künftig ein größerer Teil des Sparkassen-Gewinns, wie in anderen Städten üblich, in den Haushalt fließt.

„Der Sport leistet einen erheblichen Beitrag in der Jugend- und Sozialarbeit und in der Integration“, sagte auch Andreas Bomheuer, der als Beigeordneter für die Geschäftsbereiche Sport, Kultur und Integration zuständig ist. Bomheuer wies aber auch darauf hin, dass man sich auf „Einschränkungen einstellen müsse“. Immerhin habe die Stadt für die kommenden zwei Jahre die Mittel im Investitionsprogramm für Sportstätten noch einmal erhöht. Damit sollen aber vor allem die Betriebskosten der Plätze und Hallen nachhaltig gesenkt werden.