Essener SPD-Basis wählt Paß zum OB-Kandidaten

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Essen.. Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß (59) darf sich am 13. September als Kandidat der SPD um eine zweite Amtszeit bewerben. Bei der Mitgliederbefragung seiner Partei setzte sich das amtierende Stadtoberhaupt mit 55,8 Prozent der Stimmen klar gegen seine Herausforderin Angelika Kordfelder (60) durch. Die Bürgermeisterin der Stadt Rheine und gebürtige Essenerin kam auf 40,1 Prozent der Stimmen. Von den stimmberechtigten 4156 Sozialdemokraten hatten sich 55,7 Prozent am Votum beteiligt.

„Ich hatte auf ein gutes Ergebnis gehofft und bin zuversichtlich, dass dieses Ergebnis die Partei zusammenbringt“, sagte Paß nach der Auszählung. Seine Konkurrentin zeigte sich als faire Verliererin: „Ich gratuliere meinem Amtskollegen Paß und wünsche ihm, dass er auf dem Parteitag am Samstag eine breite Mehrheit hinter sich hat.“ Die Delegierten müssen die Kandidatur formell beschließen, beide SPD-Lager hatten sich aber verpflichtet, das Votum der Mitglieder als absolut bindend zu betrachten.

Parteichefin Britta Altenkamp in der Kritik

Dennoch ist nicht ohne Pikanterie, dass nun ausgerechnet Essens SPD-Vorsitzende Britta Altenkamp dem Parteitag Paß als OB-Kandidaten vorschlagen muss. Die Landtagsabgeordnete und Vize-Chefin der Landes-SPD hatte im Sommer 2014 massive Kritik an Paß geübt und ihm öffentlich die Eignung für sein Amt abgesprochen. Ihr Favorit war folglich Kordfelder.

Der Konflikt zwischen Paß und seiner Partei schwelte allerdings schon länger und begann zu eskalieren, als Paß die Forderung der Partei- und Fraktionsspitze ignorierte, bei der Kommunalwahl 2014 gemeinsam anzutreten.

Demokratie Am Montag war Altenkamp um Harmonie bemüht: „Ein guter Abend für die SPD. Ich bin sicher, dass wir gemeinsam einen guten Wahlkampf hinlegen werden.“ Die Zerreißprobe der SPD ist aber erkennbar noch nicht ausgestanden, in der Partei kursiert heftige Kritik an Altenkamp bis hin zu Rücktrittsforderungen. Beispielsweise begründete der Frintroper Ratsherr Peter Lotz seinen gestrigen Rückzug aus der SPD-Fraktion mit dem „Schaden“, den Altenkamp angerichtet habe.

Demonstrativ gelassen bewertete Thomas Kufen, OB-Kandidat der CDU, Paß’ Erfolg: „Ich nehme das zur Kenntnis. Wir vertrauen der eigenen Stärke.“