Essener Siemens-Mitarbeiter protestieren gegen Jobabbau

Das Siemens-Werk an der Econova-Allee soll nach Mülheim umziehen. Zudem sind Stellenstreichungen geplant.
Das Siemens-Werk an der Econova-Allee soll nach Mülheim umziehen. Zudem sind Stellenstreichungen geplant.
Foto: Sebastian Konopka
Was wir bereits wissen
Siemens will in Essen über 100 Arbeitsplätze streichen und zwei Standorte schließen. Die Belegschaften wehren sich.

Essen.. Pünktlich um 8.30 Uhr werden am Dienstag die Busse an der Hafenstraße, an der Kruppstraße und der Econova-Allee starten, und Mitarbeiter von den Essener Siemens-Standorten nach Duisburg in den Sportpark Wedau fahren. Dort bündelt die IG Metall den NRW-weiten Protest gegen den geplanten Stellenabbau des Siemens-Konzerns. Es ist die bislang größte Kundgebung, seit das Unternehmen Anfang Mai die Pläne offengelegt hat.

„Wir werden nicht einfach aufgeben“, sagt Dieter Kupferschmidt, der Betriebsratsvorsitzende des Turbinen-Reparaturwerkes an der Econova-Allee. Dort will Siemens 60 von 350 Stellen streichen und das Werk in naher Zukunft nach Mülheim verlagern. Dagegen wehren sich Kupferschmidt und seine Kollegen: „Es gibt keinen Grund, weiter Stellen zu streichen. Unser Werk ist ausgelastet“, sagt Kupferschmidt und beklagt: Die Mitarbeiter seien seit Jahren einer Leistungsverdichtung ausgesetzt.

Siemens-Mitarbeiter zeigen sich kämpferisch

Die IG Metall Essen hat für Dienstag gleich fünf Reisebusse für den Tag geordert und ist davon überzeugt, dass diese auch voll werden. „Wir rechnen mit einer hohen Beteiligung“, sagt IG-Metall-Sekretär Alfons Rüther. Schließlich will Siemens in Essen insgesamt über 100 Arbeitsplätze abbauen. Davon betroffen sind auch die 64 Beschäftigten in der Elektronikwerkstatt EDM an der Hafenstraße. Diese wird ganz dicht gemacht, und nur ein kleiner Teil der Belegschaft soll nach Fürth wechseln.

Die Stimmung unter seinen Kollegen ist kämpferisch, sagt Kupferschmidt. Daran hätten auch die jüngsten Äußerungen von Siemens-Chef Joe Kaeser nichts geändert. Im Gegenteil: Kaeser habe mit seiner indirekten Einschüchterungstaktik die Protestbereitschaft der Belegschaft eher noch angefeuert, heißt es. Der Siemens-Chef hatte sich in einer Mitarbeiter-Zeitschrift kritisch über die Proteste in Mülheim geäußert und dabei vor allem die IG Metall in NRW angegriffen, sie würde einen Keil zwischen Management und Mitarbeiter treiben wollen.

Für Alfons Rüther ist die gemeinsame Aktion der Siemens-Standorte in Duisburg deshalb auch ein wichtiges Signal an das Management: „Wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.“