Essener sammeln und tauschen begeistert Sticker ihrer Stadt

Mit Kind und Sticker: 60 Sammler kamen zur Tauschbörse ins „Kneiporant Mittendrin“. Die WAZ, die das Album präsentiert, lädt Sammler zu zwei offiziellen Tauschtreffen ein: am Donnerstag, 11. Juni, und am Samstag, 27. Juni.
Mit Kind und Sticker: 60 Sammler kamen zur Tauschbörse ins „Kneiporant Mittendrin“. Die WAZ, die das Album präsentiert, lädt Sammler zu zwei offiziellen Tauschtreffen ein: am Donnerstag, 11. Juni, und am Samstag, 27. Juni.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Das Panini-Album entfacht die Sammelleidenschaft in der Stadt. Tauschgeschäfte in den Kneipen und auf Facebook. Die WAZ veranstaltet zwei große Tauschbörsen.

Essen.. Seit zwei Wochen tauschen die Gäste im Rüttenscheider „Kneiporant Mittendrin“ beim Feierabend-Bier nicht mehr hauptsächlich Dönekes aus: An der Theke werden nun Panini-Sticker weitergereicht. Beim Bierchen tauschen Sammler und Jäger der eingetüteten Klebebildchen etwa „Gustav Heinemann“ gegen die „Villa Hügel“ und die „Grugahalle“ gegen „Schloss Borbeck“. Als „Mittendrin“-Betreiber Stefan Romberg den schwunghaften Handel mit den Stickern des neuen Panini-Albums „Essen sammelt Essen“ bemerkte, lud er spontan zum ersten Stammtisch für Panini-Sammler ein: „Ich hatte mit 15, 20 Teilnehmern gerechnet – es kamen aber 60“, berichtet der 36-Jährige, immer noch ein wenig verdattert. Der nächste Tauschtreff an der Klarastraße 70 ist am Sonntag, 17. Mai, um 18 Uhr geplant.

Album bringt Essener zusammen

Das Beispiel zeigt: Essen ist im Sammelfieber. Und so wie im „Mittendrin“ Zwölfjährige und Senioren über ihre Tauschgeschäfte und über Sticker zur Stadtgeschichte ins Gespräch kamen, bringt das Album Essener aller Altersklassen und aller Stadtteile auch im Netz zusammen: Martin Winking aus Werden gründete im sozialen Netzwerk Facebook eine Gruppe, in der die Nutzer zuletzt zeitweise im Stundentakt „Ich suche“- und „Ich biete“-Listen mit den Nummern von 1 bis 312 an die Pinnwand posteten.

Panini-Album Getauscht wird 1:1, alternativ kostet ein Sticker zehn Cent. „Die Nutzer schicken sich bei Interesse die jeweils gewünschten Sticker-Nummern als Nachricht und die Bilder dann mit der Post“, erklärt Winking.

Tochter tauscht, Mutter klebt: „Panini ist bei uns Teamwork“

WAZ-Tauschtreffen Wobei: Mit einem Tauschpartner hat er sich zum „Deal“ auch mal in Kupferdreh getroffen. Inzwischen hat der 41-Jährige kein freies Feld mehr in seinem Heft, die Gruppe moderiert er dennoch weiter – informiert die inzwischen 170 Mitglieder etwa, wenn die Post streikt: „Dann wartet man auch mal eine Woche auf einen Brief mit den begehrten Bildchen.“

Daniela Stahlschmidt aus Huttrop hat ihr Album im Austausch mit den Facebook-Nutzern komplettiert. „Man traf sich zum Tausch und schickte mal wieder Briefe“, schwärmt sie: „Die Ehrlichkeit der Leute ist klasse.“

Die 30-Jährige besorgte so zwar die letzten Sticker, einkleben durfte sie diese aber nicht: „Panini ist bei uns Teamwork.“ Denn ihre Mutter Angelika Umbehaue legt größten Wert darauf, „dass die Bilder millimetergenau geklebt werden“, so Stahlschmidt. Ihren beiden acht Monate alten Zwillingen Maja und Paul will Daniela Stahlschmidt mit dem Panini-Heft „später mal zeigen, wie vielseitig unsere Heimat ist“.

Die Lieblingskneipen als Sticker

Andreas Stein ist ebenfalls in der Facebookgruppe aktiv. Er klebt und tauscht, „weil ich Altenessener Urgenstein bin“ und „weil’s mit ,Turock’ und ,Cafe Nord’ sogar meine Lieblingsläden als Sticker gibt.“ Und eben auch jene Band, mit der er seit der Schulzeit um die Welt reist: die Thrash-Metal-Legende „Kreator“ aus Essen. Ihr Crew-Mitglied „Stoney“ kann gar nicht genug Exemplare vom Sticker 114 bekommen. Der macht sich eben nicht nur im Panini-Album gut...