Essener Rosenmontagszug fällt wegen Sturmwarnung aus

Sicherheit geht vor Kamelle - Karnevalszug in Rüttenscheid abgesagt

Die Jecken in Essen-Rüttenscheid feiern den Karneval auch ohne Rosenmontagszug. Indes richtet der Chef des Festkomitees klare Worte an die Kollegen in Köln.
Mo, 08.02.2016, 15.10 Uhr

Die Jecken in Essen-Rüttenscheid feiern den Karneval auch ohne Rosenmontagszug. Indes richtet der Chef des Festkomitees klare Worte an die Kollegen in Köln.

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Die Entscheidung ist gefallen: Der Rosenmontagszug 2016 in Essen fällt aus. Das gaben die Verantwortlichen am Montagmorgen bekannt.

Essen.. Das Sturmtief verdirbt den Essener Narren den Rosenmontag. Am Montagmorgen hat auch das Festkomitee Essener Karneval (FEK) den großen Rosenmontagszug durch die Straßen Rüttenscheids abgesagt - zuvor gab es bereits eine Ansage des Kupferdreher Zugs. "Wir haben bis zur letzten Minute gehofft, dass der Sturm an Essen vorbeizieht", sagt FEK-Sprecher Oliver Weiß mit Verbitterung in der Stimme. Die Entscheidung, das närrische Spektakel ausfallen zu lassen, sei Montagmorgen um 7 Uhr gefallen - in enger Absprache mit den Ordnungsbehörden, der Feuerwehr und der Stadtverwaltung. "Die Sicherheit der Menschen hat absoluten Vorrang, wir wollen keinerlei Risiko eingehen", fügt Weiß hinzu. Der Deutsche Wetterdienst in Essen rechnet am Montag mit Windstärken von 9 bis 10 und Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde.


Der leidenschaftliche Karnevalist Weiß ist schon um fünf Uhr aus dem Bett gefallen. "Ich bin sofort auf den Balkon getreten und habe geschaut, wie stark der Wind ist", berichtet Weiß. Nach der Absage sei die Enttäuschung jetzt riesengroß. "Die Absage ist besonders traurig für diejenigen, die im Karneval mit so viel Herzblut dabei sind." Weiß denkt dabei nicht nur an das Prinzenpaar André I. und Assindia Carolina I., sondern auch an die vielen Kinder, die sich auf den farbenfrohen Rosenmontagszug und natürlich auf den Kamelleregen gefreut haben. Der prachtvolle Prinzenwagen steht - geschmückt und mit säckeweise Kamelle bepackt - in der Messehalle. Andere Motivwagen sollten von der Wagenbauhalle in der Schürmannstraße starten.

Zug in Essen-Kupferdreh wird nachgeholt

Die Kupferdreher Karnevalisten hatten bereits am Sonntag kapituliert und ihren Zug abgesagt. „Wir möchten heulen vor Wut“, sagt der Vorsitzende des Festausschusses Kupferdreher Karneval. Zum ersten Mal seit 25 Jahren muss der traditionelle Umzug wegen eines gefährlichen Sturmtiefs abgesagt werden. „Wir wollen kein Risiko eingehen, das wäre Wahnsinn“, begründet Tüffers die Absage. Der Zug soll am 13. März nachgeholt werden.

Ob auch das Festkomitee Essener Karneval den Rosenmontagszug nachholen wird, sei ungewiss. "Karneval im Sommer gibt's ja nicht", fügt Weiß hinzu. Ungewiss ist im Augenblick auch, was mit dem tonnenweise angeschafften Wurfmaterial passiert. Zum letzten Mal sind die Umzüge in Essen vor 25 Jahren ausgefallen: 1990 wegen des Golfkriegs und 1991 ebenfalls wegen eines Sturmtiefs.


Statt Feiern sei an diesem stürmisch-verregneten Rosenmontag jetzt Improvisieren angesagt. "Jeder wird wohl in seinem Verein feiern", sagt Oliver Weiß. Aber auch Arbeit ist angesagt: Denn am Ende des Tages müssten die meisten Wagen abgebaut sein. "Viele Wagen sind geliehen und die müssen heute wieder zurück", so Weiß.

Absagen auch in Duisburg und Hagen

Auch in Duisburg und Hagen hatten die Karnevalisten ihre Züge abgesagt. Der Kölner Rosenmontagszug soll stattfinden, wenn auch unter strengeren Auflagen als sonst. Die Entscheidung über den Düsseldorfer Zug steht hingegen noch aus.

Am frühen Montagmorgen haben die ersten Ausläufer des Karnevals-Sturmtiefs "Ruzica" den Westen Nordrhein-Westfalens erreicht. Im Münsterland seien die ersten Böen mit Windstärke 8 gemessen worden, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdiensts am Montagmorgen. Bei Aachen an der belgischen Grenze sei der Wind zum Teil sogar noch stärker. (we/ni)

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