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Verkehrssicherheit

Essener Polizei nimmt die Raser ins Visier

28.11.2011 | 09:00 Uhr
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Essener Polizei nimmt die Raser ins Visier
Foto: Remo Bodo Tietz

Essen.   Ob mit Radar-, Laser- oder Funk-Stop-Technik: Mit allem, was sie hat, will die Essener Polizei ab sofort Temposünder noch stärker ausbremsen. Ein Grund dafür ist die Unfallstatistik - etwa alle 18 Minuten kracht es auf Essens Straßen, in diesem Jahr werden bereits neun Verkehrstote beklagt.

Etwa alle 18 Minuten kracht’s auf Essens Straßen. Alle vier Stunden kommt ein Mensch zu Schaden. 2581 Verletzte zählte die Polizei in 2010, und auf diese Größenordnung steuert die Stadt auch in diesem Jahr zu. Statistische Ausreißer, so heißt es, seien nicht zu erwarten, doch ein trauriger Trend sticht schon jetzt hervor: Sieben Tote waren im vergangenen Jahr zu beklagen, in diesem sind es bereits neun.

Der Grund dafür gilt zumindest im Land als ausgemacht: Auch wenn überhöhte Geschwindigkeit nach missglückten Wendemanövern, missachteten Vorfahrtsregelungen und Drängeleien die vierthäufigste Unfall-Ursache in Essen war, gilt sie als das vielleicht riskanteste Vergehen. Denn nur wenige Stundenkilometer mehr oder weniger entscheiden bei einem Unfall über Leben und Tod – besonders gefährdet sind Radfahrer und Fußgänger.

Neues Programmmit offenem Visier

Am Freitag hat der Innenminister zum Kampf gegen die Tempo-Sünder unter den Verkehrsteilnehmern geblasen, ab Montag wird auch die Essener Polizei massiv mobil machen gegen die Raser.

Ab sofort werden die Verkehrsrowdies mit allem, was die Essener Behörde aufzubieten hat, auf den Straßen in den Fokus genommen, sagte Polizeisprecher Peter Elke auf NRZ-Nachfrage: „Wir ziehen ein neues Programm durch – mit offenem Visier.“ Der Transparenz und der Vorbeugung halber werden die Standorte, an denen die Polizei ab heute ihre Radar-, Laser- und Funk-Stopp-Technik scharf schaltet, im Internet veröffentlicht.

Elke kündigte an, dass Zivil- aber auch Streifenwagen nun nicht mehr nur vor Kindergärten und Schulen postiert werden, sondern auch „an Stellen, wo wir sonst nicht gestanden haben“. Etwa an Straßen, die von der Polizei als potenzielle Rennstrecken ausgemacht wurden: „Wir haben es lange mit Gesprächen versucht, jetzt müssen wir neue Wege gehen“, meint Elke, der einen gewissen Autoritätsverlust der Polizei auf den Straßen ausgemacht haben will – selbst bei Passanten, die sich als Rotlichtsünder hervortun.

Der schnelle Griff zum Sicherheitsgurt, ein kontrollierender Blick auf den Tacho, anblinken beim Fahrbahnwechsel – diese Reaktionen, die das Auftauchen eines Streifenwagens im Rückspiegel bei den meisten hervorruft, scheinen einer zunehmenden Zahl von Verkehrsteilnehmern abhanden gekommen zu sein. So, als seien Repressalien gar nicht zu befürchten, meint Elke: „Da werden wir massiv dagegenhalten“ in den kommenden Monaten. Ende offen.

Jörg Maibaum

Kommentare
28.11.2011
19:57
REalität wahrnehmen
von amo17 | #8

"Etwa alle 18 Minuten kracht’s auf Essens Straßen. Alle vier Stunden kommt ein Mensch zu Schaden. 2581 Verletzte zählte die Polizei in 2010"

Trotzdem ist das für manche hier überhaupt kein Thema.

Wenn man mal in die Kriminalstatistik schaut, sieht man eben, dass nicht der Überfall auf Rentner das Problem darstellen und diese Zahlen eher auch zurückgegangen sind. "Gewalt auf dem Schulhof" ist da problematischer, in der Zeitung steht da etwas anderes.

Wenn aber die Polizei mal etwas dagegen macht, ist das Geschrei groß.
Der eine will erst alle anderen Einbrüche geklärt sehen, der andere ist schon erwachsen und kann daher selbst bestimmen, wie schnell er fahren darf, wieder einer kann die Gefahren selber viel besser beurteilen und braucht sich deshalb nicht an die Verkehrsregeln zu halten.

1 Antwort
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Name von Moderation entfernt | #8-1

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28.11.2011
16:58
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Name von Moderation entfernt | #7

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28.11.2011
16:34
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Name von Moderation entfernt | #6

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28.11.2011
15:46
Volle Zustimmung #4
von Zeitgenosse | #5

Allein an dem Wochende zwischen 4.11 - 7.11 gab es laut Polizei Pressestelle allein In Essen zweiunddreißig Einbrüche und in Mühlheim sieben. Was macht die Polizei dagegen? Ich kann es ihnen sagen, sie startet eine Kampagne "Riegel vor", bei der so tolle Tips gegeben werden, wie "Verschließen Sie Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit." oder auch "Auch wenn Sie Haus und Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie immer zweifach ab."
Bis vor kurzem war sogar zu lesen man sollte seinen Hausschlüssel nicht außerhalb des Hauses aufbewahren.
Dinge, die jeder Depp schon intuitiv machen bzw. nicht machen würde.
Ich will nicht verschweigen, dass es auch vor kurzem gelang Einbrecher festzunehmen.
Das dann aber leider ziemlich dilletantisch. So beobachtete man wie die Leute einbrachen, ließ sogar zu , dass sie noch auf den Hausherren stießen und konnten sogar noch in ihren Autos wegfahren. Und erst dann gelang es der Polizei diese Einbrecher festzunehmen.
Daneben wird jeden Tag mindestens ein/e Rentner/in überfallen. Vom Drogenhandel, den jedermann an U-bahn Haltestellen wie Berliner Platz, Rheinscher Platz usw. beobachten kann mal ganz zu schweigen.
Und selbst bei bekannten Parkplätzen, bei denen sich die Jugend nicht zuletzt für illegale Straßenrennen trifft, kommt nur seltenst mal eine Streife vorbei.
Aber Hauptsache man schröpft den Normalbürger ein bissel wenn er 60 statt 50 fährt.
Die illegalen Straßenrennen wird man jedenfalls nicht verhindern, denn Samstag nachts um drei steht kein Polizist mehr mit ner Radarfalle an der Ecke.

28.11.2011
14:18
Wie wäre es denn, diese enorme Energie in die Kriminalitätsbekämpfung zu stecken?!
von drregrewz | #4

Wenn ich heute in den "Polizeimeldungen" lese, dass Jugendliche eine Oma mit KInderwagen einen Überfall verüben, dann fehlt mir jegliches Verständnis für eine solche Verkehrsüberwachungsaktion, sonder erzeugt nur Kopschütteln.
Aber es liegt auch klar auf der Hand: Geschwindigkeitskontrollen sind ein lockerer Zeitvertreib, spült Geld in die Staatskasse und der Gesetzteshüter kann mal wieder seine Autorität zum Vorschein bringen.
Kriminalitätsbekämpfung hingegen stellt nur Arbeit da und bringt finanziell nichts.

Also lassen wir doch weiterhin schön die Kriminalität in unserer Stadt ausufern, hauptsache alle halten sich an die Verkehrsregeln.

Das ist so etwas von widersinnig, ich frage mich manchmal ob die Polizei selbst ohne Scham in den Spiegel schauen kann!

28.11.2011
10:38
Autoritätsverlust wegen unzeitgemäßem Bußgeldkatalog
von amo17 | #3

Der lächerliche Bußgeldkatalog für Geschwindigkeitsüberschreitungen bis 20 km/h, max. 15-35 €, führt zu Geschwindigkeitsüberschreitungen bei dem Großteil der Verkehrsteilnehmer. Dabei verlängern sich bei oben genannten Geschwndigkeiten aber die Bremswege schon auf 200% - 275%.
Fahrverbote drohen erst ab 31 km/h zu schnell. Das bedeutet in einer 30er-Zone (Wohnstraßen, Kindergärten, Schulen) die VIERFACHE Energie bzw. Bremsweg.

28.11.2011
09:47
Zweifelhafte Statistik
von gerdblauweiss1904 | #2

Ich bezweifle die Authentizität der Statistk der Unfallursachen. Bei zwei von fünf Gerichtsverfahren, bei denen ich als Zuschauer dabei war, wurden die Unfallberichte der Polizei eindeutig von beiden Parteien als falsch bezeichnet. Beides waren so genannte "missglückte Wendemanöver". Es ist ja auch nicht einfach, nach Zeugenaussagen eine richtige Beschreibung des Unfallhergangs zu erstellen, wenn nicht sogar unmöglich. Die Beamten sind ja in den seltensten Fällen beim Unfall dabei.

28.11.2011
09:24
Aktionismus ohne Wirkung
von Michael-Neuhaus | #1

Ich halte das Weihnachtsgeschenk, dass der Innenminister den Autofahrer hier bereit, für einen Aktionismus, dessen Wirkung von kurzer Dauer sein wird. Aufgrund von Personalmangel hat die Polizei in NRW doch in den letzten Jahren kaum regelmäßige Kontrollen durchgeführt. An der personellen Situation hat sich nichts geändert, sie ist eher noch schlechter geworden, wie wiederholt zu lesen war. Es ist also davon auszugehen, dass die Kontrollen bald wieder im Sande verlaufen. Ob diese Kontrollen Verkehrsrowdys wirklich zum Umdenken bewegen, mag ich zu bezweifeln. Verkehrsteilnehmer, die in der Hektik der Vorweihnachtszeit mal zu schnell unterwegs sind, bereitet der Innenminister so eine "schöne" Bescherung.

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