Essener Polizei muss nicht bewaffnet in die Kantine

In Essen muss die Polizei ihre Dienstwaffe im Innendienst nicht bei sich tragen.
In Essen muss die Polizei ihre Dienstwaffe im Innendienst nicht bei sich tragen.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Einige Präsidien verpflichten Beamte, die Waffe stets zu tragen. Essener entscheiden selbst – auch, wann sie ihre schusssicheren Westen anziehen.

Essen.. Mit der Pistole zur Toilette – diese Dienstanweisung für Wuppertals Polizeibeamte hat für Diskussionen gesorgt. Der schreckliche Terrorangriff von Paris war neben der steigenden Gewalt gegen Polizisten ein weiterer Grund für das Präsidium, entsprechende Pläne beschleunigt umzusetzen. Mit dieser Entscheidung steht Wuppertal nicht mehr allein da. Doch in Essen sieht man bisher keine Notwendigkeit, Polizisten auch zum Essen in der Kantine, beim Innendienst am Schreibtisch oder eben gar beim Gang zur Toilette zum Tragen ihrer Dienstwaffe zu verdonnern. „Auch wir sind sensibilisiert und sehr wachsam“, sagt Polizei-Sprecher Marco Ueberbach. Da aber keine konkrete Gefahr bekannt sei, halte man die bisherige Regelung für ausreichend.

Im Streifendienst etwa müsse ohnehin jeder Polizist eine „streifenfertige“ – also durchgeladene – Waffe bei sich tragen, so Ueberbach. Das besage die Polizeidienstverordnung, gleiches gelte auf einer Wache. Denn dort können die Beamten nicht nur auf randalierende Betrunkene treffen, auch scheinbar harmlose Situationen können plötzlich eskalieren. Schon darum geht Sicherheit vor.

Westenwechsel beim SEK

Davon abgesehen stehe es dem einzelnen Polizisten durchaus frei, seine Schusswaffe auch im Büro oder beim Mittagessen zu tragen. Ebenso sei es ihre Entscheidung, ob und wann sie eine schusssichere Weste tragen. Auch das ist nun in anderen Präsidien Pflicht, sobald Polizisten unterwegs sind. „In Essen werden diese Westen vom größten Teil der Kollegen ohnehin getragen“, sagt Ueberbach. Immerhin gehe es um Eigenschutz.

Um den geht es auch den Kräften des SEK, deren neue Westen werden nun so sicher sein, dass sie die Beamten auch vor Kugeln eines Maschinengewehres schützen, sagt Jan Schabecker vom zuständigen Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste. Dieser Westenwechsel habe aber mitnichten etwas mit Terrorgefahr zu tun: „Der stand turnusmäßig nach zehn Jahren an.“ Neu sei, dass jeder einzelne Beamte eine Weste mit dieser hochen Sicherheitsstufe erhalte.