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Gaumenfreuden

Essener mögen's zartbitter

16.11.2009 | 16:37 Uhr

Über 300 Pralinés hat Rolf Kampshoff in seinem Pralinenhäuschen auf dem Markt in Kupferdreh im Angebot.

Amarettotrüffel, Mandelnougat, Cappucinotrüffel, Rumkugeln, Mozartkugeln, Buttersahne, Macadamia in Bitterschokolade. Klassisch, alkoholfrei, zartbitter, nussig, fruchtig oder weiß. Er hat sie alle. Wie Juwelen sind sie akkurat in einer feinen Schatulle eingebettet. Pralinen über Pralinen. Wahre Gaumenfreuden. Seit 8 Uhr hat Rolf Kampshoff an diesem Freitagmorgen seine Zelte auf dem Markt in Kupferdreh aufgeschlagen. Vielmehr das Pralinenhäuschen sicher geparkt. Während er noch mit dem Aufbau des Lädchens beschäftigt ist, wirft die Kundschaft beim Vorbeistreifen schon mal einen neugierigen Blick auf die vielen schokoladigen Ideen.

Alle Pralinen bekommt der Pralinenclub von diversen Chocolatiers geliefert und verkauft sie im Pralinenhäuschen oder im Versandhandel im Internet. Fotos: Ellen Andresen

Seit November vergangenen Jahres tourt Rolf Kampshoff mit dem Pralinenhäuschen durch die Gegend, von Markt zu Markt. Münster, Gelsenkirchen, Düsseldorf und Kupferdreh. 300 verschiedene Pralinés, Trinkschokoladen, Tafelschokoladen oder Dragees fährt er auf dem rollenden Pralinenhäuschen vom Münsterland ins Ruhrgebiet und wieder zurück. „Die Essener sind schon ganz speziell und ganz oft auf zartbittere Pralinen aus. Sie finden es auch immer klasse, wenn es neue Kreationen gibt wie im Oktober die Balsamico-Himbeer-Praline”, kennt der Pralinen-Verkäufer die Wünsche der Essener Kundschaft inzwischen sehr gut.

Kupferdreher Kundschaft ist sehr treu

Essen-Kupferdreh war einer der ersten Märkte, die Rolf Kampshoff angefahren hat. „Wir wollten unbedingt einen Standort in Essen. Die großen Märkte waren alle belegt. Ich bin dann auf eine Empfehlung hierher gekommen und habe die Kupferdreher Kundschaft sofort als sehr treu wahrgenommen. Die haben mich von der ersten Woche an immer wieder besucht”, liebt der Westfale seinen Job. „Alles, was ich mitbringe, ist im Pralinenclub im westfälischen Rhede entstanden.”

Schokolade
Geschmäcker sind verschieden

Laut einer Statistik essen die Deutschen 11,1 kg Schokolade pro Jahr, dabei werden sie nur knapp von den Schweizern überholt die 11,9 kg verputzen.

Klaus Passerschröer hat im Laufe der Jahre mit dem Pralinenclub die Erfahrung gemacht, dass die Schokoladen-Geschmäcker der Menschen im Norden ganz anders sind als im Süden. Während die Menschen in Norddeutschland eher Zartbitter bevorzugen, mögen es die Leute im Süden eher vollmundiger und sahniger.

Hingegen meldet der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), dass die deutschen Verbraucher in den ersten acht Monaten dieses Jahres weniger Süßwaren gekauft haben als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Absatz ging bundesweit um 2,7 Prozent auf 1,05 Mio Tonnen zurück.

Weitere Infos auf www.pralinenclub.de

November und Dezember – das bedeutet Hochbetrieb im Pralinenclub in Rhede. Das Weihnachtsgeschäft läuft auf vollen Touren. Auf 700 Quadratmetern stapeln sich im Lager Kartons über Kartons mit Verpackungen. 8000 monatlich wechselnde Pralinen-Kollektionen gehen von hier jeden Monat an Pralinenliebhaber raus. Pralinen, die zum Pralinenclub geliefert werden, kommen ganz frisch von den Chocolatiers und werden zu Kollektionen zusammengestellt. Gegen Weihnachten sind es vielleicht auch schon mal an die 50 Angestellten, die beim Einpacken von Neukreationen und Unikaten aus der Pralinenwelt im Lager helfen. Auch sonntags. „Dann müssen die Chocolatiers richtig ran. Wir können ja nicht vorproduzieren wie eine Industrie. Bei uns muss alles frisch sein, und das heißt im Klartext: Fertigen bis Weihnachten”, erzählt Klaus Passerschröer.

Erste Anfänge auf dem Dachboden 

Klaus Passerschröer, hat zuvor Broschüren für ein Softwareunternehmen designed, und Frank Große-Vehne, gelernter Elektromeister, sind die Gründer des Pralinenclubs. Die ersten Anfänge haben die beiden allerdings auf dem Dachboden gemacht. Quasi vom Tellerwäscher zum Millionär. „Nein, ganz so war es nicht”, witzelt Klaus Passerschröer. „Wir hatten keinen Business-Plan und haben die Firma mit eigenem Ersparten aufgebaut.” Ganz einfach hingegen, findet der 40-Jährige, war die Umsetzung der Idee. „Wir sind ja mit handwerklich frischen Pralinen aufgewachsen und die hatten wir auch immer als Mitbringsel für Freunde dabei. Und da ist uns aufgefallen, dass viele Menschen frische Pralinen nicht kannten. Und so ist nach und nach im Laufe der Zeit die Idee geboren, vielen Menschen den Zugang zu frischen Pralinen zu ermöglichen.”

Über 300 Pralinen hat Rolf Kampshoff in seinem Pralinenhäuschen im Angebot.

Zugang hat sich Rolf Kampshoff in den Monaten auf dem Markt in Kupferdreh auch zu seiner Kundschaft verschafft. So hat er die Erfahrung gesammelt, dass die Leute in der Finanzkrise etwas bewusster naschen, aber nicht weniger Geld für Süßwaren ausgeben. „Die kaufen sich nicht mehr das Industrieprodukt, sondern gehen hin und kaufen sich etwas Gutes, genießen das und das dann auch in kleinen Mengen.”

Ellen Andresen

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Kommentare
16.11.2009
13:04
Essener mögens zartbitter
von Hackballen | #3

Warum schafft es ein mehrere Tage alter Artikel aus dem Essener Lokalteil jetzt plötzlich auf die Startseite?

16.11.2009
12:47
Essener mögens zartbitter
von fliegepuk | #2

schade, dass er keinen stand in rüttenscheid bekommen hat. wäre deutlich näher dran udn die nötige klientel wäre auch vorhanden. nach kuh pferd und reh zu fahren ist mir für schoki dann doch zu aufwendig.

12.11.2009
09:03
Essener mögens zartbitter
von Sandra Kolks | #1

Super Beitrag :)

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