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Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren

27.06.2013 | 08:00 Uhr
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
Wenn die Rechnung nicht bezahlt werden kann, droht den Schuldnern eine Stromsperre. Hunderte Haushalte in Essen sind davon jährlich betroffen.Foto: Julian Stratenschulte

Essen.  Hunderte Haushalte in Essen haben Probleme, ihre Strom- oder Gasrechnung zu bezahlen. Ihnen droht häufig, dass die Energie abgedreht wird. Die Linken wollen dies mit einem neuen Modell verhindern. So sollen Jobcenter und Versorger enger zusammenarbeiten. Doch eine politische Mehrheit wird schwierig.

Verbraucherschützer schlagen schon länger Alarm: Die steigenden Strompreise bringen immer mehr arme Haushalte in Essen in Nöte. Fast 800 Essener – überwiegend Hartz-IV -Empfänger – mussten im vergangenen Jahr die Stadt „anpumpen“. Ihnen halfen Jobcenter oder Sozialamt mit einem Darlehen aus, um eine drohende Strom- oder Gasabschaltung zu verhindern.

Wie vielen Haushalten in Essen tatsächlich der Hahn zugedreht wird, darüber schweigen sich die Versorger aus. Für die Fraktion der Linken im Stadtrat ist jedoch jeder Fall, bei dem eine Sperre droht, einer zu viel. Sie wollen, dass Jobcenter und Versorger künftig enger zusammenarbeiten, um Stromsperren zu verhindern.

Saarbrücker Vier-Punkte-Modell als Vorbild

Als Vorbild soll das Saarbrücker Vier-Punkte-Modell dienen. In der Region Saarbrücken wurde es Anfang des Jahres eingeführt. Erste Erfahrungen sollen positiv sein. Unter anderem sieht das Modell vor: Wüssten Stromversorger, wer ihrer Kunden Hartz-IV-Empfänger ist, könnten sie bei Zahlungsproblemen direkt aufs Jobcenter zugehen. Das könnte dann schnell mit einem Darlehen einspringen. Der Haken: Hartz-IV-Empfänger müssten auf Datenschutz verzichten. Die Einwilligung soll aber freiwillig sein.

Die Schuldnerhilfe reagierte offen auf den Vorschlag: „Frühzeitiges Handeln ist wichtig, um erst gar keinen hohen Schuldenberg anzuhäufen“, sagte Leiter Wolfgang Huber. Im Sozialausschuss bekamen die Linken von den anderen Fraktionen jedoch eine Abfuhr. Dennoch will die Fraktion das Thema nach vorn peitschen. Zum einen soll es am 5. Juli ein öffentliches Fachgespräch mit Verbraucherschützern, Vertretern von Energieversorgern und Politikern geben. Zum anderen werden die Linken dem Stadtrat im Juli einen entsprechenden Antrag zur Abstimmung vorlegen.

CDU Essen gibt sich skeptisch

Eine Mehrheit ist jedoch auch hier unwahrscheinlich. So hat beispielsweise Jutta Eckenbach von der CDU große Bedenken gegen das Modell: Selbst wenn man die örtlichen Versorger RWE und die Stadtwerke ins Boot holen könnte, würde man damit nur einen Teil der Hartz-IV-Empfänger erreichen. „Wir werben ja schließlich immer dafür, dass Haushalte den Energieversorger wechseln sollen.“ Für den gesamten Personenkreis sei das Modell jedenfalls nicht machbar. Außerdem, so Eckenbach, gebe es in Essen ein Netz an Initiativen, die armen Haushalten beim Stromsparen helfen. „Es ist nicht so, dass die Menschen allein gelassen werden.“

Janet Lindgens



Kommentare
28.06.2013
14:10
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von schRuessler | #11

Es ist nun mal Tatsache, dass es Menschen gibt, die mit solchen alltäglichen Dingen überfordert sind.
Da können die ganzen Schlauberger hier ablästern, aber das ist nun mal Tatsache.

Und eine solidarische Gesellschaft sollte in der Lage sein, diese Menschen aufzufangen.

Und alle Versuche, zu verhindern, dass mitten im reichen Deutschland Menschen ohne Strom oder Wasser leben müssen, sind zu begrüßen.

1 Antwort
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Rike57 | #11-1

Beide Daumen hoch! ;-))
Ich habe aber das Gefühl, dass mit der Wiedervereinigung, die Solidarität, irgendwie verloren ging.Traurig, aber wahr!

27.06.2013
23:47
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Shy_Eye | #10

Ich mein natürlich *gemeinsam für Stromabzocke* ....

Außerdem, dieser Bull...s.h.i.t. von wegen Hartz-4-Empfänger würden 24h heizen, kann nur von einem Menschen kommen, der absolut keine Ahnung hat, und dem es auch völlig egal ist wie die Wahrheit aussieht. Verletzen die Eltern die Fürsorgepflicht, wenn sie keinen Strom mehr haben? Nein - denn die Strompreise in Deutschland sind VIEL ZU TEUER!
Der Staat und die Konzerne sind an dieser Misere schuld

Und wieso wollen die Stromversorger nicht preisgeben wie viele Stromsperren es gibt?

Energie, Wasser, Gas sollte in kommunale Hände oder Bürger Hände.

1 Antwort
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Rike57 | #10-1

Eigentlich ganz einfach.
Wenn die Stromversorger die genauen Zahlen preis geben, dann können sie ihre Koffer packen.
Normal, ist es ein Rechtsbruch, dem Menschen die Stromversorgung zu kappen.
Strom gehört wie Wasser zum Menschenrecht!

http://www.rechtstipps.de/haus-wohnung-grundstueck/themen/stromversorger-darf-nicht-so-einfach-die-leitung-kappen

27.06.2013
23:39
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Shy_Eye | #9

Ein Sonder-Stromvertrag für solche Leute ist das einzig wahre Mittel. Andererseits weiß man aber auch nie, ob die Stromzähler einwandfrei laufen oder ob nicht die dezentrale Warmwasserversorgung falsch installiert wurde, und eine Menge zieht.

In der heutigen Zeit kann man ja nicht ausschließen, dass unter der Hand Stromversorger und Produzent der Geräte nicht gemeinsam gegen Stromabzocke die Hände reichen.

27.06.2013
17:19
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Rike57 | #8

Ein Sozialtarif, für AlgII Empfänger und Geringverdiener, könnte aber auch abhilfe schaffen.
Anträge zu stellen, beim JobCenter.Dann klappt es wenigstens einigermaßen mit dem Datenschutz!
Da müssen zwar auch wieder die Steuerzahler herhalten, da man Firmen, die Energiepreise gerne Subventioniert, aber so läuft das nun mal in einer Solidargemeinschaft.
Aber das Zahl ich lieber, als das ich irgendwelche Banken rette, oder in dubiose Verteidigungsmaßnahmen meine Steuern versenke! ;-))

27.06.2013
13:28
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von edvina77 | #7

Wie am Ende des Artikels schon ansatzweise erwähnt: Hilfe zur Selbsthilfe beim Stromsparen macht allemal mehr Sinn, als eine stetige Übernahme steigender Energiekosten in Form von "Darlehn" durch Jobcenter. Bei Nichtrückzahlung droht wieder ein Regress aller Steuerzahler, die auch sowohl mit Energie, wie auch ihrem Geld wirtschaften müssen und keine Zuschüsse erhalten. Die Energieversorger könnten allerdings seitens der Behörden dazu aufgefordert werden, sich an den Kosten für notwendige Beratungen zu beteiligen, oder direkt Mitarbeiter zur Beratung der betroffenen Haushalte vor Ort zur Verfügung zu stellen. Auch von Hartz4-Empfängern kann - im eigenen Interesse zur Vermeidung von Energiesperren - durchaus erwartet werden, dass sie zu einem disziplinierten Umgang mit Energie beitragen.

27.06.2013
13:04
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Herby52 | #6

Strompreise steigen nuneimal laufend an. Allerdings werden die ALGII Sätze nicht angepasst.ALGII-Empfänger können auch nicht einfach mal so, ihre Geräte auf stromsparende neue Modelle umstellen, genaugenommen müssen sie mit den Stromfressern auskommen.

#Jc.Uni | #3 und Brummelnder | #2
Heizen? Der Beitrag bezieht sich auf Stromsperren. Aber die wenigsten Menschen heizen mit Strom.
Schön auch, dass sie wissen, dass ALGII-Empfänger 24 Std. am Tag die Heizung voll laufen lassen, natürlich bei offenem Fenster.
Wenn es u.a. "Ihr" Geld ist, frage ich mich, was Sie dem Staat beher mehr gegeben haben, als ein ALGII-Empfänger?

27.06.2013
12:36
@ Jc.Uni | #3
von AuroraBorealis | #5

Wie hoch ist Ihr mtl. Stromabschlag?

Auf welch niedrigen Betrag könnten Sie diesen reduzieren, damit Sie immer noch wie ein Mensch (!) in einem der reichsten Länder mit europaweit den teuersten Stromkosten noch leben könnten?

Antworten Sie mit konkreten Zahlen, wie viel kw/h p. Mt. für welches Gerät, etc.!
Nur Worte und ohne Ihre konkreten Zahlen muß Ihre Wortmeldung einzig als Stammtischgenöhle eines primitiven Prolls abgewertet werden.
Danke!

27.06.2013
12:27
@ Jc.Uni | #3
von AuroraBorealis | #4

"...man sollte lieber den Leuten klar machen, dass es UNSER Geld ist...".
Genau!
Es ist auch MEIN Geld und darum ist der Vorschlag von den Linken der einzig wegführende Vorschlag.

Von IHREM Geld werden die Banken gerettet, mit diesem Gedanken dürften Sie doch doch wohl besser fühlen, nicht wahr?!


Wer niemals Terror seitens der Jobcenter am eigenen Leib oder im direkten Zusammenhang erleben mußte, der sollte seine Finger bei derartig sensiblen Themen besser still halten!

27.06.2013
09:18
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Jc.Uni | #3

die Linken wieder......
man sollte lieber den Leuten klar machen, dass es UNSER Geld ist, mit denen Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten und dass diese eben damit auch Haushalten müssen, wenn die sich das 24stündige Heizen nicht leisten können, dann mal eben ne Jacke in der Wohnung tragen. Das mache ich ja auch. Das Problem ist, dass die Hartz Ivér mit solchen Ideen der Linken Wirrköpfen nur noch mehr zur Unselbstständigkeit geleitet werden.

5 Antworten
Ihre...
von subrev | #3-1

wirre Logik ist so sachfremd wie ahnungslos. Sie als rüh-pensionierter Beamter, der bis heute von Steuergeld lebt (Enschuldigung an alle anderen braven Beamten) sind an Ignoranz nicht zu übertreffen. Und was ist wirre an dem Vorstoß der Linken? Ihre dümmliche Hetze aus dem kalten Krieg ist laaaangweilig.
Und übrigens, "UNSER" Geld wird von Ihrer Regierung für Drohnen und Banken- sowie Millionärsvermögensrettung verpulvert.

@3-1
von Kommentierer | #3-2

"der bis heute von Steuergeld lebt"

Auch ich entschuldige mich schon mal im Vorfeld. ;o)

Aber sie leben autark nicht vom Geld anderer? Kann ich nicht wirklich glauben. Es sei denn, sie drucken es selber.

Deshalb finde ich das oben genannte Zitat immer wieder sehr: "gähn". ;o)

Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von dschidschi5 | #3-3

#3-1 faselt einfach nur. Würde er oder sie einfach nur mal ein wenig nachdenken, würde 3-1 das selber bemerken, aber denken ist anstrengend und Nachplappern ist natürlich einfacher.....

@ dschidschi5 | #3-3
von AuroraBorealis | #3-4

Und Sie können weder das Eine noch das Andere von dem, was Sie #3-1 vorzuwerfen versuchen.
Oder haben Sie auch inhaltlich hier etwas zu schreiben?

@ dschidschi5 | #3-3
von AuroraBorealis | #3-5

Und Sie können weder das Eine noch das Andere von dem, was Sie #3-1 vorzuwerfen versuchen.
Oder haben Sie auch inhaltlich hier etwas zu schreiben?

27.06.2013
08:22
Essener Linke fordern Zusammenarbeit zur Verhinderung von Stromsperren
von Brummelnder | #2

Genau...der Staat zahlt dann schon.
Besonders, wenn noch kleine Kinder im Haushalt leben.
Stellt sich für mich eher die Frage, in wie weit da eine Verletzung der Fürsorgepflicht vorliegt, wenn man bewusst das Kindswohl gefährdet ohne Strom und ggf Heizung?!?!

Und wer soll denn die Darlehen zurück zahlen?!?!

Glaub kaum, dass sich die so rasch verrechnen lassen wie die nächste Rechnung kommt.
Viele scheinen ja zu denken, wenn die Zahlungen erstmal vom JC direkt an den Versorger geleistet werden, dass man aller Sorgen ledig sei und lassen die Heizungen 24 h am Tag laufen bei offenem Fenster.


Frag mich immer nur, wo das ganze Geld bleibt und ob Miete, Heizung & Strom nicht zu den Prioritäten zählen sollten?!?!


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