Das aktuelle Wetter Essen 8°C
Verkehr

Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin

01.08.2012 | 19:10 Uhr
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
Die Straßenbahnlinie 105 könnte bald Kurs auf Berlin nehmen.Foto: Oliver Müller

Essen.   Die NRW-Landesregierung hat den Weiterbau der Straßenbahnlinie von Essen-Unterfrintrop nach Oberhausen beantragt: 77 Millionen Euro für 3,3 Kilometer.

Ein nahezu zehn Jahre altes Nahverkehrsprojekt nimmt erneut Fahrt auf und Kurs auf Berlin: Das Land hat die umstrittene Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 von Unterfrintrop nach Oberhausen wieder aufs Gleis gesetzt und das Vorhaben jetzt beim Bundesverkehrsministerium angemeldet.

Sollte die geplante 77 Millionen teure Verbindung dort tatsächlich nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz angeschoben werden, könnte der Weiterbau der Stadtbahnlinie nach Einschätzung der Düsseldorfer Regierung bereits Ende des kommenden Jahres beginnen. Im Jahr 2017 dürfte die 3,3 Kilometer breite Nahverkehrslücke zwischen den Nachbarstädten dann endgültig geschlossen sein.

Auf dem Weg zum Ziel müssen allerdings zwei nicht unwesentliche Hindernisse umkurvt werden: Die Gültigkeit des bereits vorliegenden Planfeststellungsbeschlusses ist nach Jahren des Stillstands in 2010 abgelaufen. Was aber unter Experten als reine Formsache gilt. Und: Die Stadt Oberhausen muss sich in der Lage sehen, einen Eigenanteil von rund elf Millionen Euro aufzubringen, da aus Landes- und vor allem Bundesmitteln förderungsfähige 66 Millionen Euro als Löwenanteil an den Gesamtkosten in Aussicht gestellt wurden.

Die Frintroper Kaufmannschaft hatte die Pläne in der Vergangenheit immer mit Sorge und Ablehnung betrachtet (die NRZ berichtete). Die Geschäftsleute befürchten den Verlust weiterer Kunden, sollte der Weg zum Centro ein leichterer werden. Möglicherweise bringt eine Straßenbahn aber auch neue Käufer nach Essen.

Glaubt man den Gutachtern, kommt das Projekt jedenfalls mit einem bemerkenswerten Kosten-Nutzen-Faktor von 4,3 daher, der auf den ersten Blick kaum zu erwarten gewesen wäre. Was heißt: Jeder für den Lückenschluss ausgegebene Euro soll tatsächlich einen Gegenwert von 4,30 Euro schaffen. Wenn’s denn stimmt, dürfte der Ausstieg nicht leicht fallen.

Von Jörg Maibaum

Facebook
 
Kommentare
13.04.2013
17:24
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin - Eine Stadtbahn wäre billiger - Gleise sind vorhanden
von Regiotramuli | #12

Wir halten eine Straßenbahnlinie zwischen Essen und dem CentrO für a Schmarrn & Sinnlos;
A) Es reicht diese Buslinie
B) Es ist das unvernünftigste, was es gibt, wenn - parallel dem Bahngleisen - Straßenbahnschienen liegen muß
C) Der Bereich zwischen Parkhaus und Bahngleis darf ÜBERHAUPT nicht begleist sein, wegen den ParkhausNotausgängen.
D) Außerdem befindet sich eine Parkanlage im Bereich gegenüber dem Kinoeingang
usw. (Ein Spielplatz ist geplant)
E) Centromanager lehnen die Tram105 auch ab - mit recht.

Das vernünftigste wäre, entlang - AUF der Güterbahnstrecke - die RegionalStadtbahn verkehren zu lassen. Der Verkehr wäre zwischen Essen Mitte und dem Centro BEDEUTEND schneller. Außerdem könnte die RegionalStadtbahn weitere Ortsteile bedienen, welche an der Güterbahnstrecke liegen. Mehr darüber s. unter www.myblog.de/pro-stadtbahn: Zusatzseite: "Keine 105 nach Oberhausen".
Regiotramuli
Pro-Stadtbahn

02.08.2012
19:02
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von Matthias1995 | #11

Auch wenn ich ein Befürworter der Straßenbahn bin, finde ich, dass diese Strecke keinerlei Sinn ergeben würde und man das Geld lieber in wichtigere Sachen investieren sollte. Denn was ist bitte so schlimm an wenige Minuten beim Umsteigen warten? Habt ihr es lieber, wenn diese paar Minuten weg sind, dass Geld dann aber an anderen wichtigen Ecken fehlt, worüber ihr euch noch mehr aufregt? Es ist eine gute Verbindung (auch wenn mit Umsteigen!) vorhanden und darauf kommt es an. Und generell denke ich kaum, dass mehr Leute von egal welcher Stadt aus diese Verbindung nutzen werde, weil statt einem Bus nun eine Essener Straßenbahn fährt. Klar würden in den ersten Tagen einige diese neue Verbindung wenn nutzenm auf Dauer dürften es aber nur genau so viele wie bisher sein. Aber hat jemand schonmal darüber nachgedacht, dass die EVAG für diese Verlängerung mehr Straßenbahnen bräuchte? Denn man wird dieses beim verschrotten der M-Wagen bestimmt nicht mit einbeziehen, wenn die neuen Wagen ankommen.

02.08.2012
14:36
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von 1955 | #10

Grundsätzlich ist städteübergreifender Verkehr mit Öffis zu begrüßen, fördert er doch die Verzahnung innerhalb der Region!
Ob diese Linienverlängerung jedoch wirtschaftlich ist, müßte ganz genau geprüft werden!
Wenn nicht, sollte alles Geld in den dringend notwendigen Rhein-Ruhr-Express (RRX)
gesteckt werden! Dieser Express rechnete sich sofort!

02.08.2012
12:50
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von michelino | #9

Ich sehe keinen Sinn in der Verlängerung dieser Linie. Die Leute kommen schon jetzt mit Bussen oder dem Auto zur Neuen Mitte. Die Städte müssen sich schon sehr genau überlegen, wo eine Straba-Verlängerung oder neue Linie Sinn macht, denn hinterher fallen Instandhaltungskosten an. Leider mußte die Flughafenlinie in Mülheim schon eingestellt werden, weil die Stadt kein Geld für die Instandhaltung der Strecke hat.

02.08.2012
12:36
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von BorbeckerBefreiungsFront | #8

An der Umsetzung dieses Projektes wird man den Willen messen können über Stadtgrenzen zusammenzuarbeiten.
Das was die Ruhrstädte voran bringen wird, ist eine Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinaus. In der Nähe des Centro gibt es riesige Flächen für Gewerbeansiedlung. Die neuen Mitarbeiter könnten mit der 105 anfahren.
Was das Ruhrgebiet von anderen Metropolen unterscheidet ist die Kleinteiligkeit des ÖVP.
Mehr Projekte dieser Art sind zu fordern.
Und endlich eine Stärkere Fusion von EVAG und der gefühlten Konkurrenz aus Oberhausen und Mülheim.

02.08.2012
12:25
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von dschidschi5 | #7

Wirklich eine dumme Überschrift....

02.08.2012
11:10
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von fuchsflur | #6

Die Verlängerung wäre eine echt feine Sache. Und wo hat Oberhausen geschrieben, dass man Angst hat das die Kunden zum Limbecker Platz abwandern. Das lese ich hier zum ersten Mal und kann am Ende auch ohne Straßenbahn passieren, da wie beschrieben es ja die S3 gibt.

Die Linie 105 dürfte schon neue Kunden eher locken, die bislang keinen Bock aufs Umsteigen von Straßenbahn auf Bus an der Stadtgrenze haben und jetzt schon mit den Pkw nach Oberhausen fahren. Aber auch Berufspendler dürften am Ende einen Vorteil von dieser Strecke haben, denn leider vergessen die Leute immer wieder, dass der Nahverkehr nicht nur zum Einkaufen genutzt wird.

Und wieso soll es da viele Einsprüche geben, auf Oberhausener Seite ist die Straße recht breit und da würden auch keine Parkplätze in der Form verschwinden, somit ist da kaum mit Gegenwind zurechnen und sollte das alte Planfeststellungsverfahren Verwendung finden, ist eh alles geklärt und der Bau kann schnell beginnen.

02.08.2012
11:07
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von drmccoy | #5

Die Verlängerung kommt doch eh nicht, weil wieder einmal irgendwelche Autoverliebten Politiker dieses Projekt verhindern werden.

02.08.2012
09:17
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von Stukkadierta | #4

Kleiner Nachtrag- am Eigenanteil, den Oberhausen aufbringen muss, kann sich ja sogar unter Umständen auf wieder das Centro beteiligen. Vor ein paar Jahren wurde etwa auch die Kreuzung Mülheimer/ Essener Str. um- und ausgebaut; die Kosten, auch ein zweistelliger Millionenbetrag, hat damals ebenfalls das Centro gestemmt.

02.08.2012
09:12
Essener Linie 105 nimmt Kurs auf Berlin
von Stukkadierta | #3

Also, dass das Centro Kunden an den LP verliert, ist kaum möglich, da auf dem Centro-Gelände niemand wohnt. Die Leute müssten also erst zum Centro fahren und dort umsteigen. Da wäre der direkte Weg mit der S-Bahn günstiger. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus, aus diesem Grund hat Oberhausen auch darauf gedrängt, dass die Brücke in Dellwig neu gebaut wurde- hier hatte sich Essen gesperrt. Für die Essener ist dies aber ein Vorteil, da diese so etwa besser zum Aquapark kommen. In diesen Bereichen sollte sowieso mehr kooperiert werden.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6940133/create

Umfrage
Die Stadt Essen geht konsequent gegen Schwänzer vor. Fehlen Schüler unentschuldigt, werden die Eltern oder die Schule selbst zur Kasse gebeten - mit beachtlichem Erfolg. Was halten Sie davon?

Die Stadt Essen geht konsequent gegen Schwänzer vor. Fehlen Schüler unentschuldigt, werden die Eltern oder die Schule selbst zur Kasse gebeten - mit beachtlichem Erfolg. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Klassiker aus Wellblech
Bildgalerie
JU-52 Rundflug
Omnibusse als Modell
Bildgalerie
Sammlung
Gerresheimer Glashütte
Bildgalerie
Fotostrecke
Kunst an einem unerwarteten Ort
Bildgalerie
Kunstausstellung
Aus dem Ressort
Neue Schmelzwanne wird Herzstück der Glasproduktion in Essen
Industrie
In der Gerresheimer Glashütte in Steele-Horst wird nach zehn Jahren Dauerbetrieb eine der beiden Schmelzwannen ausgewechselt. Die bis zu einer halben Tonne schweren Steine für die Wanne mussten ein Jahr im Voraus bestellt werden und können Temperaturen von bis zu 1600 Grad Celsius aushalten.
Die Sorge der Familien wird größer
Betreuung
U3-Betreuung: Anmeldungen auf der Zielgeraden. Stadt übt sich in vorsichtigem Optimismus.