Essener Kleingärtner müssen Unterstand am Baldeneysee abreißen
09.02.2012 | 18:37 Uhr 2012-02-09T18:37:00+0100
Essen. Heinz Schuster hat es gut gemeint und einen überdachten Wetterschutz am Ufer des Baldeneysees gebaut – ohne Erlaubnis. Jetzt bekommt der Vorsitzende der Essener Kleingartenvereine Ärger mit der Stadt. Schuster muss den Bau abreißen.
Wer einfach so einen Bau in die Landschaft setzt, muss damit rechnen, dass er Ärger mit der Baugenehmigungsbehörde bekommt. Das geht auch Heinz Schuster nicht anders, dem ebenso hemdsärmligen wie impulsiven Vorsitzenden der Essener Kleingartenvereine.
Die sicher gut gemeinte Idee, einen überdachten Wetterschutz am Ufer des Baldeneysees in der Nähe der Kleingärten zu bauen, führte jetzt zu einem hässlichen Streit und zum erwartbaren Ergebnis: einer Abrissaufforderung durch die Stadt. „Wir werden uns dem unter Protest beugen“, bestätigte Schuster jetzt wütend. „Wenn Paragrafen vor gesundem Menschenverstand gehen, dann ist das eben so.“ Leidtragende seien die Menschen, zu deren Schutz vor Regen die Konstruktion am Anleger Lanfermannfähre gebaut worden sei.
Heinz Schuster will nun auch das Toilettenhäuschen abreißen
Schuster hat häufig beobachtet, dass viele Spaziergänger den Unterstand gerne nutzen würden, „und das ist doch wohl das Entscheidende“. Dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, ficht ihn nicht an, und die Kritik am grobschlächtigen Aussehen des Wetterstands hält der Kleingarten-Chef für ein bisschen elitär. „Wir werden das jetzt abreißen und hoffen, dass sich eine Bürgerinitiative bildet, die diesen Unsinn anprangert.“
Weil Schuster gerade in Rage ist, will er auch die öffentliche Toilette entfernen, die nur wenige Meter vom Unterstand entfernt ist. Sie wurde ebenfalls von den Kleingärtnern errichtet, ebenfalls wohl streng genommen illegal. Das Örtchen findet aber zweifellos immer wieder dankbare Nutzer, die erleichtert darüber sind, dass es überhaupt eine Toilette am langen Uferweg gibt.
Jeglichen freundschaftlichen Kontakt einstellen
Die Stadt fordert zwar nicht den Abriss der im Vergleich eher unauffällig platzierten Toilette, aber Schuster findet, hier solle nun gleiches Recht gelten: „Wenn unser Wetterstand gegen das Gesetz ist, dann ist es die Toilette auch. Also muss auch sie weg.“ Zudem werde man mit der Stadt nun jeglichen freundschaftlichen Kontakt am Baldeneysee einstellen und sogar erwägen, den Wanderweg am Ufer für die Allgemeinheit zu sperren. „Der gehört nämlich dem Stadtverband der Kleingärtner-Vereine“, betont Schuster.
Thomas Franke, Leiter des Amtes für Stadtplanung und Bauordnung, will die Drohungen nicht kommentieren, verweist in der Angelegenheit Wetterhütte aber auf die Rechtslage. „Es gibt da keinerlei Spielraum, zumal nicht in einem Landschaftsschutzgebiet.“ Abgesehen davon „entspricht die Art der Gestaltung nicht ganz dem, was wir uns am Baldeneysee künftig vorstellen“.
Ende April erste Ideen und Verbesserungsvorschläge
Tatsächlich demonstriert der Vorgang eine gewisse Wurschtigkeit, mit der am See in baulichen Fragen mitunter zu Werke gegangen wird. Wer vom Regatta-Turm in Richtung Zechenturm Carl Funke läuft, trifft immer wieder auf Bauruinen, Abbruchhäuser, Selbstgestricktes und bauliche Scheußlichkeiten aller Art, die einem Naherholungsgebiet durchaus abträglich sind.
Das haben auch die Stadt und Teile der Politik erkannt, weshalb seit geraumer Zeit über die Entwicklung des See-Umfelds eine ernsthafte Qualitätsdiskussion geführt wird. Ende April will die Stadt erste Ideen und Verbesserungsvorschläge bei einem Bauforum zusammentragen. Die Wetterhütte, um die es auch im Leserforum der WAZ heftige Diskussionen gab, ist dann wahrscheinlich schon Geschichte.
11:27
Wäre Hinz oder Kunz der Vorsitzende der Kleingärtner wäre alles in Ordnung.
Die Art seines Auftretens paßt vielen Leuten nicht. Dabei ist seine Art die eines Bergmanns.
Diese arbeiten nach Zweckmäßigkeit und anderen guten Anzeichen für die Allgemeinheit.
Heinz, lass dich nicht entmutigen, bleib wie du bist.
16:50
Über so manchen Kommentar kann man nur staunen. Wir leben doch nicht im "Wilden Westen"! Es gibt Planungs-, Bau- und Landschaftsrecht - und daran muss man sich in einer Gesellschaft halten. Das weiß auch ein Herr Schuster, der lange Jahre Mitarbeiter der Stadt Essen war und sehr wohl Recht und Gesetz kennt. Sich über Villen etc. auszulassen, ist doch purer Unsinn und führt in diesem Punkt doch gar nicht weiter. Auch Fehlentwicklungen in der Vergangenheit im Ruhrtal, die es ja wirklich auch gibt, dürfen nicht dafür herhalten, die nächste Bausünde über Nacht einzuläuten. Herrn Franke bleibt gar keine andere Wahl als diesen Missstand unverzüglich zu beseitigen. Ja keine faulen Kompromisse!
12:48
aussehen ist völlig irrelevant,funktion ist entscheidend...
die funktion ist gegeben also hat die stadt sich in meinen augen kulant zu verhalten.....
der unterstand dient,baugenhemigung hin,baugenehmigung her,der allgemeinheit und hat zu bleiben.....
aber anstatt froh zu sein das das ding steht wird die "gestaltung" kritisiert...ich fasse es ja nicht....
was soll der baldeneysee werden? noch mehr villenviertel,am besten noch unzugänglich für den "pöbel"?
was stellt die stadt sich so vor als zukunft?
Wenn nur die funktionalität zählt, dann gehen Sie auch dauerhaft auf ein Dixi- Klo.
Manch Aussagen machen einen Sprachlos.
10:29
Regeln sind da um sie einzuhalten! Wenn ich diese Hütte seh, frag ich mich wie naiv kann man da nur sein und so etwas in Deutschland einfach ohne Genehmigung zu bauen! Ihr seit doch erwachsen genug, in D ist es halt so das man, auch wenns schwer fällt, für vieles man ein Genehmigung braucht!
Man darf sich nicht darauf verlassen..."ach das wird schon nicht auffallen" oder "die Genehmigung hol ich mir später".
Jetzt macht er aber ein auf "kindisch"...tja, aus Fehlern lernt man.
09:37
Was dieser Herr im Namen aller Essener Kleingärtner anrichtet ist eine Frechheit.
Da werden Unsummen von Vereinsgeldern verprasst ohne Sinn und Verstand
Der optische Eindruck dieser Wetterhütte in einem Naturschutzgebiet verursacht Kopfschmerzen.
Gibt es eigentlich niemanden in diesem Verein der solchen Blödsinn stoppt?
nicht zum vorsitzenden machen.........
19:30
Tabledancer und Hubelwusel haben absolut recht. Ein solch wichtiger Verein hat einen anderen Vorsitzenden verdient, der nicht völlig abgehoben und willkürlich seine eigene, unabgesprochene Vereinsarbeit betreibt, die dem Ansehen der Kleingärtner enormen Schaden zufügt. Wann wird hier endlich die Reissleine gezogen? Negativschlagzeilen dieser Art müssen absolut nicht sein. Weg mit dem Schandfleck am See. Ich kann nur hoffen, dass das Bauordnungsamt schnell mit dem Bagger kommt!
16:55
Wo kein Kläger da kein Täter,
doch hier gibt es mal wieder welche die alles genau haben wollen.
16:26
Finde auch, daß sich der gute Herr Schuster wie ein kleines Kind aufführt.
Natürlich hat er es gut gemeint, aber nicht ohne Grund gibt es Gesetzte und Vorschriften. Wenn ich der Meinung bin, ich tue meinen Mitmenschen was gutes und stell nen DIXI-Klo beim Herrn Schuster vors Haus, wird er sich auch bedanken.
Vor allem im Sommer;-)
15:35
Dieser Unterstand verschandelt die Optik am Baldeneysee und sollte zeitnah abgerissen werden. In Gutsherrenart hat Herr Schuster hier gehandelt und spricht nicht für die Mehrheit der Essener Kleingärtner, die das unsägliche Verhalten dieses Herrn nicht billigen. Die Bauaufsicht hat völlig zu Recht den Abriss gefordert. In ein Landschaftsschutzgebiet gehört ein Unterstand aus Wellkunststoff, bunten Bänken und Betonkübeln eben nicht hin.
15:35
Auch ein Heinz Schuster muß sich an geltendes Recht halten. Und ein angeborenes Sendungs-und Mitteilungsbedürfnis ersetzt nun mal nicht die erforderliche Baugenehmigung. Und an Anton C : Es gibt sehr viele Menschen, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen, die meisten von ihnen beglücken die Allgemeinheit aber nicht mit merkwürdig aussehenden Verschlägen.