Essener Karnevalisten suchen Ersatztermin für Umzug

Gerne hätte die Prinzengarde zum 88-jährigen Bestehen dem närrischen ihren Motivwagen
Gerne hätte die Prinzengarde zum 88-jährigen Bestehen dem närrischen ihren Motivwagen
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
  • Trauer bei den Essener Karnevalisten nach der Absage des großen Rosenmontagszugs
  • Später war das Wetter dann doch nicht so übel wie prognostiziert
  • Organisator: „Der Zug hätte wohl doch starten können“

Essen.. Lange Gesichter bei den Essener Karnevalisten: Zum ersten Mal seit 25 Jahren mussten ihre Rosenmontagszüge abgesagt werden. Kupferdreh hatte den 144. Rosenmontagszug schon am Sonntagnachmittag abgeblasen, Montagmorgen um halb sieben zog auch das Festkomitee Essener Karneval die Reißleine. Nun wird wie auch in anderen Karnevalsstädten an einen Ersatztermin gedacht.

„Wir hatten bis zur letzten Minute vergeblich gehofft, dass der Sturm an Essen vorbeiziehen würde“, sagte Festkomitee-Vorsitzender Volker Saßen, der auch Vater von Assindia Carolina I. ist. Der Zug durch die Straßen Rüttenscheids, normalerweise gesäumt von etwa 100 000 Menschen, hätte eigentlich um Punkt 13.11 Uhr in Gang gesetzt werden sollen.

Das Sicherheitskonzept für den Essener Rosenmontagszug gibt dem Veranstalter auf, das Spektakel schon ab Windstärke 6 abzusagen. Zum Vergleich: Düsseldorf schreibt eine Absage erst ab Stärke 8 vor. Der Deutsche Wetterdienst in Essen hatte für den Nachmittag schwere Sturmböen der Stärken 9 bis 10 angekündigt.

Blick in die Zukunft

Im Laufe des Nachmittags kamen erste Zweifel auf, ob die Absage richtig war. „Man hätte den Zug wohl doch starten lassen können“, sagte Saßen gegen 15 Uhr, „so extrem, wie morgens angekündigt, war die Wetterlage dann doch nicht.“ Mal schickte der Sturm schwere Regenschauer in die Stadt, im nächsten Moment brach der wolkenverhangene Himmel auf und die Sonne lachte sogar.

Richtig – falsch: Der Organisationsleitung des Zuges fällt es schwer nachzukarten. Saßen: „Wir mussten die Entscheidung am Montag vor sieben Uhr treffen, und zu diesem Zeitpunkt war die Absage völlig korrekt.“ Ordnungsdezernent Christian Kromberg stimmt zu: „Unsere Empfehlung war es, den Zug abzusagen. Die Wetterdaten, die uns am Morgen vorlagen, ließen nichts anderes zu.“

Schon am Vormittag richteten die Männer und Frauen des Festkomitees ihren Blick in die Zukunft. „Wir planen einen Ersatzumzug in Essen, dazu müssen wir uns aber mit dem Bund Deutscher Karneval (BDK) abstimmen“, macht der Festkomitee-Vorsitzende dem Narrenvolk neuen Mut.

Kupferdreher Umzug verschoben

Rosenmontagszug Mögen die Jecken in der fünften Jahreszeit noch so ausgelassen, ja ausgeflippt erscheinen, über die Pflege des karnevalistischen Brauchtums wachen die BDK-Oberen seit jeher mit strengem Blick. Auf Aschermittwoch folgt bekanntlich die Fastenzeit (bis Karsamstag), karnevalistische Ausschweifungen stehen im krassen Widerspruch zu dieser langen Phase der Enthaltsamkeit und des Verzichts. Hinzu komme: Klassische närrische Insignien wie Ornate und Orden, Zepter und Uniformen dürfen außerhalb der Karnevalszeit eigentlich nicht benutzt werden. „Es sei denn der Bund Deutscher Karneval gibt uns eine Sondergenehmigung“, so Volker Saßen.

Der Kupferdreher Umzug ist auf den 13. März um 16.11 Uhr verschoben worden und in der Karnevalshochburg Düsseldorf ist der 28. März als Ersatztermin im Gespräch. „Wir werden uns in Essen mit der Stadt, der Feuerwehr und der Polizei abstimmen müssen und bestimmt einen geeigneten Termin finden“, so Volker Saßen.