Essener kämpfen für ihre Unfall-Praxen

Das Philippusstift in Borbeck.
Das Philippusstift in Borbeck.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Rund um Borbeck wurden fast 15 000 Unterschriften gesammelt. Eine Online-Petition hat schon 3300 Unterstützer.

Essen..  Der Schock im Februar war groß: Zwei der vier Notfallpraxen in Essen sollten geschlossen werden. Dazu sah ein Plan der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein vor, die Sprechzeiten des kinder- und jugendärztlichen Notdienstes im Elisabeth-Krankenhaus erheblich zu reduzieren. Vor einer Woche kam dann eine positive Nachricht: Die Ärztekammer hat die Neuordnungspläne erst mal gestoppt. In Fachkreisen warnt man aber davor, Entwarnung zu geben. „Die Entscheidung der Ärztekammer wird zunächst aufschiebende Wirkung haben“, erklärt Engelbert Kölker, Obmann der Kinder- und Jugendärzte in Essen mit Praxis in Rüttenscheid.

Der Kinderarzt sieht den Beschluss mit gemischten Gefühlen. „Eine explizite Bezugnahme auf die kinder- und jugendärztliche Problematik gibt es nicht.“ Somit droht dem Notdienst in Huttrop weiter eine Reduzierung der Sprechzeiten.

Dass die Ärztekammer vorschlägt, bewährte Strukturen zu erhalten, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen und regionale Gremien einzubeziehen, dürfte indes den Notfallpraxen in Borbeck, Altenessen, Rüttenscheid und Steele zu Gute kommen. Und die Essener kämpfen weiter um die Praxen. Allein für den Erhalt der Einrichtung am Philippusstift in Borbeck wurden fast 15 000 Unterschriften gesammelt. Auch die Online-Petition des Esseners Sven Risken erfreut sich regen Zuspruchs. Dort hatten sich bis gestern 3300 Menschen registriert. „Unser Ziel ist es, dass die Vertreter der Stadt sowie die Obleute der Essener Notfallpraxen in den für Mai geplanten Gesprächen mit Kassenärztlicher Vereinigung und Ärztekammer ein deutliches Votum der Bürger im Rücken haben“, sagt Risken.