Essener Jugendboot sticht bald wieder mit Kindern in See

Die MS Diabolo liegt derzeit im Hafen der Weißen Flotte in Essen-Fischlaken und wird nun auch noch im Innenraum restauriert, erklärt Jürgen Lammvom Verein Jugendboot.
Die MS Diabolo liegt derzeit im Hafen der Weißen Flotte in Essen-Fischlaken und wird nun auch noch im Innenraum restauriert, erklärt Jürgen Lammvom Verein Jugendboot.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ein Brand beschädigte die MS Diabolo, die der Verein Jugendboot für therapeutische Fahrten kaufte. Bald sollen Kinder und Jugendliche wieder ablegen.

Essen.. Es wird Zeit, dass die MS Diabolo endlich das unruhige Fahrwasser verlässt und endlich Kinder wieder an Bord steigen können. Denn seit einem Kabelbrand im Motorraum 2011 hat das Schiff nicht mehr für den Zweck abgelegt, für den Mitglieder des gemeinnützigen Vereins Jugendboot es in den 1980er Jahren angeschafft hatten: sozialtherapeutische Fahrten. Derzeit liegt das Schiff, dessen Heimathafen sich in den Niederlanden befindet, neben der Weißen Flotte vor Anker und wartet am Baldeneysee auf seinen letzten Schliff.

Früher spielten Kinder an Deck Kapitän, deren Eltern ihnen keinen Urlaub hätten ermöglichen können. Mädchen und Jungen aus Kinderheimen oder aus Tschernobyl gingen einst an Bord des Schiffes. Es wartete Abenteuerpädagogik auf „unangepasste Jugendliche, die auf engem Raum gemeinsam Verantwortung übernahmen.

Brand im Motorraum

Bei einer Fahrt mit geistig Behinderten brannte dann plötzlich der Motorraum, das Schiff trieb an Land, wo es Leck schlug. Für die Passagiere ging die Tour glimpflich aus, für die MS Diabolo folgt seitdem eine Reparatur der anderen. 40 000 Euro gab es damals von der Versicherung, doch das reichte längst nicht. Rund 60 000 Euro Spenden und Stiftungsgelder waren notwendig, um Motor-, Steuerraum und das Leck zu reparieren. Zudem stecken die Vereinsmitglieder viel Zeit und Arbeit ins Schiff.

Als der technische Zustand der MS Diabolo Ende 2014 einwandfrei war, schipperten sie in Zeewolde los, waren fünf Tage unterwegs, bis sie das Wasser des Baldeneysees unter dem Kiel hatten. „Den mussten wir vor der Absenkung erreichen, sonst wären wir auf Grund gelaufen“, sagt Vereinsmitglied Jürgen Lamm, der hauptberuflich bei der Suchthilfe direkt arbeitet. Bevor das Schiff dann in den Hafen der Weißen Flotte einlief, stoppte vor Mülheim noch die Wasserschutzpolizei den Kreuzer und „rupfte das Schiff auseinander.“

Die Arbeiten an der MS Diabolo gehen weiter

Angekommen in Höhe Haus Scheppen stehen nun Gespräche mit der Jugendhilfe an, denn die Arbeiten an der MS Diabolo gehen weiter. „Wir brauchen vernünftigen Bootslack“, sagt Lamm. Neue Polster für die Sitzgruppe und ein Teppich fürs obere Deck wären schön, damit es wieder gemütlich wird an Bord. Das soll nun in Fischlaken in Qualifizierungsmaßnahmen mit Teilnehmern der Jugendhilfe erfolgen. Die werden zunächst im unteren Deck zwischen zwölf Kojen, Küche und Duschen den Boden herausnehmen, um Rost darunter abzutragen. „Wir wollen jetzt richtig ran, damit wir 30 Jahren Ruhe haben“, so Lamms Wunsch, der weiß, dass der sich ohne weitere finanzielle Hilfe nicht erfüllen wird. Wünsche für Fahrten haben den Verein längst erreicht, von der Diakonie und einem Kinderheim etwa. Lamm hofft, dass diese ab dem Sommer wahr werden, wenn die MS Diabolo wieder in See sticht.