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Grünschnitt

Essener greifen bei wucherndem Straßengrün selbst zur Heckenschere

29.07.2012 | 14:00 Uhr
Essener greifen bei wucherndem Straßengrün selbst zur Heckenschere
Zugewachsene Straßen, Geh- oder Radwege sind in Essen keine Seltenheit. Foto: Stefan Arend

Essen.   Viele Leser haben unserer Redaktion Stellen gemeldet, an denen wucherndes Grün die Sicht behindert und Verkehrsteilnehmer gefährdet. Dass der Wildwuchs nur dem aktuell guten Wetter zu verdanken ist, mögen viele Essener nicht glauben. Mancher griff schon zur Selbsthilfe.

Ratlos, verwundert oder verärgert reagiert so mancher Autofahrer, wenn Straßenschilder so zugewuchert sind, dass man ihren Sinn nicht mehr erkennen kann. Am Mittwoch hatten wir berichtet, wie „Turbo-Grün“ Essens Straßen erobert, obwohl sich Grün und Gruga bemüht , sofort tätig zu werden, wenn Bäume und Büsche zu gefährlichen Sichtbeeinträchtigungen führen. Unserem Aufruf, solche Gefahrenpunkte zu melden, sind zahlreiche Leser nachgekommen. Hier lesen Sie eine Auswahl der genannten Ecken:

Dass der Wildwuchs nur dem aktuell guten Wetter zu verdanken ist, mag Leser Franz Kolata nicht glauben: Seit zwei Jahren schon sei die Kreuzung Distelbeckhof/ Ecke Viktoriastraße in Katernberg durch hochwachsende Sträucher an beiden Straßenecken beeinträchtigt. Dadurch werde die Sicht behindert, wenn man von der Straße Distelbeckhof Richtung Altenessen oder Zentrum abbiege. Er hoffe, dass die Stadt nun möglichst schnell die Sträucher schneide.

Ein Ärgernis für Fußgänger und Radfahrer meldet F. Wenzel aus Haarzopf: Der gemeinsame Weg sei zwischen der Autobahn-Ausfahrt (27) in Richtung Bredeney und der Straße An der Ziegelei an einigen Stellen zugewachsen.

„Die Landschaftsgärtner haben zum großen Teil ihre Arbeit gut ausgeführt“

Um die Sicherheit von Radfahrern sorgt sich auch Gerhard Frey: An der Einmündung der Straße „Am Bögelsknappen“ in die Zeppelinstraße in Kettwig seien „durch wuchernden Grünbewuchs der Fahrradweg und die Fahrbahn – vor allem Richtung Kettwig-Mitte – erst nach Befahren des Radwegs einzusehen“. Da hier viele Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit unterwegs seien, bestehe große Gefahr, sie zu spät zu sehen.

Leser und Anwohner J. Jacobs ärgert sich, dass die enge und oft zugeparkte Straße im Kellermanns Busch im Stadtwald durch eine wahre „Grün-Invasion“ zusätzlich verengt werde: „Wir mussten schon mehrmals selbst zur Heckenschere greifen.“ Sonst sei für Autos kein Durchkommen mehr gewesen.

Seit langer Zeit gebe es auf dem Fuß- und Radweg entlang der Marie-Juchacz-Straße in Überruhr -Hinsel eine Hindernisstelle, auf die ehemals durch ein Verkehrsschild hingewiesen wurde, schreibt Ulrike Mohaupt. Das Schild sei schon lange weg, das Hindernis nicht. Es befindee sich etwa 150 m hinter der Haltestelle Lehmanns Brink in Richtung Hinseler Hof: „Es wundert mich, dass hier noch kein Radfahrer bei zügiger Fahrt abgehoben hat.“

Und Heinz Biller schreibt uns: „Seit langer Zeit sind der Bürgersteig von der Straße Weubelshof in Kupferdreh in Richtung Dilldorfer Höhe und der Verbindungsweg zur Haltestelle Ruhrlandkaserne stark zugewachsen und nach Regen kaum noch zu begehen.“

Günter Schaad hat beobachtet, dass der unbewohnte Teil des Schildberg in Frintrop teilweise von Ästen soweit verengt wird, dass Fahrer größerer Kraftfahrzeuge befürchten müssten, ihre Windschutzscheibe durch die Äste zu beschädigen. „Besonders nach den Regenfällen hängen sie sehr tief am Boden.“

B. Cymek beginnt seine Zuschrift mit einem Lob für die WAZ, die das Thema Turbo-Grün aufgegriffen hat – und für die Mitarbeiter von Grün und Gruga. „Die Landschaftsgärtner haben zum großen Teil ihre Arbeit gut ausgeführt, etwa beim Rückschnitt der Sträucher und der Wiesenränder“. Doch folgt Cymeks Einschränkung: Der Radweg von Steele-Horst in Richtung Steele sei teilweise zugewuchert. „Ganz fatal ist das nicht zurückgeschnittene Gestrüpp in Kurven im Bereich nach den Durchgangsstangen und der Eisenbahnbrücke. Um unbeschadet die Stellen zu passieren, muss man einen großen Bogen mit dem Rad machen. Da die Sicht hier so schlecht ist, können dann entgegenkommende Radfahrer nicht erkannt werden.“

Schlecht Sichtverhältnisse und eine damit verbundene Gefährdung bemängelt auch Stephan Kampa: „An der Einmündung von der Walpurgisstraße in die Wittekindstraße in Rüttenscheid kann man als Autofahrer nur mit Mühe den vorfahrtberechtigten Fuß-/ Radweg einsehen. Und insbesondere als Radfahrer könnte man kreuzende Autos nach Grünschnitt der Büsche deutlich früher erkennen und so die Gefährdung senken.“

Ein Ärgernis und einen Superlativ vermeldet Markus Gröting: Ersteres ist für ihn der zugewucherte Bürgersteig an der Straße Loskamp auf der Höhe der Hauptschule Bischoffstraße in Altenessen-Süd, zweites „Die gefährlichste Spielstraße in Deutschland“: Namentlich die Einfahrt zwischen der Hausnummer 10 und 12 auf der Karlstraße Altenessen-Nord sei ein äußerst gefährlicher Bereich.

„Es wäre schön, wenn die Hecke am Eingang Kleine Lierfeldstraße in Altenessen-Süd geschnitten würde“, wünscht sich Gretel Pahlke. Autofahrer, die aus der kleinen Lierfeldstraße kämen, könnten die Fahrbahn der Lierfeldstraße nicht einsehen.

Ein Borbecker Leser schließlich greift selbst zur Heckenschere und fragt: „Ist es zu viel verlangt, wenn der Bürger in seiner unmittelbaren Umgebung einmal Hand anlegen soll?“



Kommentare
29.07.2012
20:41
Essener greifen bei wucherndem Straßengrün selbst zur Heckenschere
von gambler1 | #1

Zitat
""Ein Borbecker Leser schließlich greift selbst zur Heckenschere und fragt: „Ist es zu viel verlangt, wenn der Bürger in seiner unmittelbaren Umgebung einmal Hand anlegen soll?“
""

Und wie sieht es mit der Haftung aus, wenn NACH dem Schnitt etwas passiert?
Es gibt ja Fälle, in denen dann der Bürger durch seine Tätigkeit dann haftbar wurde!

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