Essener Fleischer erfindet die Metzgerpraline
04.05.2011 | 16:12 Uhr 2011-05-04T16:12:00+0200
Essen-Werden.Wurst und Schokolade? Was nach verirrten Geschmacksnerven klingt, hat das Fleischerhandwerk NRW mit dem Innovations-Pokal prämiert. Der findige Fleischermeister Uwe Zanthoff aus Werden ist Erfinder der „Metzgerpraline“.
Von der nostalgischen Pralinendose lächeln dem Betrachter Oma Maria und Opa Josef Mirbach schwarzweiß aus der Wurstküche entgegen. Der Inhalt der Blechdose ist sonderbar: Sieben ausgewählte runde Köstlichkeiten aus edler, feinkörniger Salami, verfeinert mit bitterer Schokolade, gerösteten Mandeln und geraspelten Parmesan, warten darauf, vernascht zu werden. Klingt skurril, ist aber preisgekrönt: Für seine „Metzgerpralinen“ wurde Fleischermeister Uwe Zanthoff aus Werden mit dem Innovationspreis des Fleischerhandwerks NRW prämiert.
Mit schnöder Salami, langweiliger Lyoner oder mickriger Mortadella lockt man die Expertenjury des Fleischerinnungsverbands schon lange nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Das weiß auch Uwe Zanthoff. Erst im vergangenen Jahr bekam er für seine eigens zum Kulturhauptstadtjahr kreierte Korkenziehermettwurst die Goldmedaille verliehen. Seit mehr als 30 Jahren beteiligt sich die Essener Metzgerei Mirbach an den Qualitätswettbewerben. Nur für 2011 wollte Zanthoff und seinem Team nicht so recht die Idee kommen.
Auszeichnung für die gesamte Zunft
Dann fielen dem findigen 52-Jährigen die runden Dauerwurst-Pralinen ins Auge, die seine Metzgerei seit zwei Jahren anbietet. „Ich dachte mir, dass sich das bestimmt verfeinern ließe“, erinnert sich Mirbach. Auch Küchenchef Dominic Engel, der im Allgäu bereits einen Kurs für „richtige“ Pralinen aus Schokolade absolvierte, war sofort Feuer und Flamme. Und dann ging alles ganz schnell: Rund 20 ausgewählte Stammkunden wurden zur Verkostung eingeladen, mit diversen Schokoladen und Zutaten wie Sesam, Pistazien und Mandeln experimentiert. Schließlich war die Metzgerpraline geboren und setzte sich gegen rund 80 andere Produktproben durch. „Ausschlaggebend war laut Jury das Marketing. Denn qualitativ hätten noch mehr Produkte den Pokal verdient. Die Nostalgie-Pralinendose brachte schließlich den Erfolg“, sagt Zanthoff.
Dotiert ist der Preis nicht. Für Uwe Zanthoff ist die Auszeichnung aber schon Bestätigung genug - nicht nur für sein Team, sondern für die gesamte Zunft: „Dem Fleischerhandwerk macht vor allem der Preisdruck zu schaffen. Zudem wird es immer schwieriger, Qualität anzubieten. Ein solcher Preis ist eine schöne Anerkennung.“
Weite Vertriebswege kommen (noch) nicht in Frage
Seit Anfang März werden die herzhaften Pralinen für 7,80 Euro pro Dose angeboten und sind in Werden seither in aller Munde. Zanthoff würde die Wurstkugeln gerne übers Internet anbieten, dabei kommt ihm bislang allerdings eine eher eingeschränkte Haltbarkeit in die Quere. „Binnen einer Woche sollten die Pralinen verzehrt werden, deswegen kommen weite Vertriebswege bislang noch nicht in Frage“, bedauert er. Produziert wird deswegen frisch und nur auf Vorbestellung.
In der Wurstküche wird aber bereits getüftelt, wie sich das Problem umgehen lässt. Denn Anfragen gibt es genug, auch ein Fernsehteam hat sich bei dem Traditionsunternehmen schon angemeldet. Ein Erfolg, mit dem Mirbach nicht gerechnet hätte. Aber - wie schon Forrest Gump zitierte - ist das Leben wie eine Pralinenschachtel: Man weiß eben nie, was kommt.
23:19
Es ist schon verwunderlich , und dumm, wie sich manche auf einen Artikel melden der nichts anderes will, den Einheitsbrei den diese Schreiberlinge täglich zu sich nehmen und schon seit langem den Fachbetrieb meiden, ihren Tagesbedarf an Buden und Wühltheken stillen, mit einer kreativen und schmackhaften Idee auf sich aufmerksam zu machen.Das gesamte Angebot bei Mirbach ist von hoher Qualität und wird von freundlichem und fachlichem Personal angeboten, es immer eine Freude in diesem Fachgeschäft zu kaufen.Dazu könnten auch die Pralinen gehören. Aber bei den Schreiberlingen ist es purer Neid, wir in Werden haben noch viele Kreative.
18:27
Von wegen erfunden.
Die Idee hat der Typ geklaut.
Bitte um Stellungnahme für besonders schlechtes
recherchieren.
15:33
Ob Helge Schneider das gelesen hat und nun eine Plagiatsklage loslässt? Immerhin hat er seine Autobiographie ja unter dem Titel Bonbon aus Wurst veröffentlicht. Auch wenn rein technisch ein Bonbon keine Praline ist, ist die Ähnlichkeit doch frappant. ;-)
14:34
Schlecht recherchiert.
Bereits 2006 wurden die Wurstpralinen der Fleischerei Schumann in Hann.Münden ausgezeichnet:
http://www.schumann-feinkost.de/mediathek/auszeichnungen.htm
13:21
Einmal im Leben Schlagzeilen machen, wer will das nicht? Also ich empfehle meine ureigene Kreation: Hefekuchen mit Räucheraal und grüner Sosse. Kreativer geht echt nicht. Kriege ich jetzt auch einen Invasionspreis, oder so?
12:58
Hört sich recht ungewohnt an, Wurstpralinen oder Salami auf die Nutella ...oO
Ich glaub, ich möchte das lieber nicht versuchen -;-
11:51
Mit Essen spielt man nicht.
10:02
Wir haben uns schon vor 30 Jahren Salami aufs Nutella-Brot gelegt. Es schmeckt verblüffend gut, aber neu ist die Kombination Wurst Schokolade absolut nicht.
09:06
Wurstpralinen? Das ist doch nicht neu. Das gibts in jedem guten Hundefutter...
08:55
Hier geht es nicht um Vegetarier vs. Fleischesser - hier geht es um eine kreative Küchenleistung.
Die Pralinen klingen sehr außergewöhnlich und ich würde sie sofort probieren!