Essener findet ein Stück Metall in Zimbo-Family-Mortadella

Dieses scharfkantige Stück fand Wolfang Röer aus Essen in einer Scheibe Schinkenwurst aus dem Supermarkt. Er sah sie sofort und verständigte den Hersteller. Der ist froh, „dass es zu keinen Verletzungen gekommen ist.“
Dieses scharfkantige Stück fand Wolfang Röer aus Essen in einer Scheibe Schinkenwurst aus dem Supermarkt. Er sah sie sofort und verständigte den Hersteller. Der ist froh, „dass es zu keinen Verletzungen gekommen ist.“
Foto: Funke Foto Services
Fremdkörper ist etwa acht Millimeter lang. Hersteller der Schinkenwurst entschuldigt sich und kündigt scharfe Kontrollen in seiner Fabrik an.

Essen.. Es ist acht Millimeter lang, drei Millimeter breit, könnte aus Aluminium sein – und zum Glück hat Wolfgang Röer (59) das schmale, scharfkantige Stück Metall nicht in den Mund bekommen: „Daran hätte man sich leicht verletzen können“, sagt der pensionierte Bankkaufmann aus Schönebeck.

Am Donnerstag fand er den Fremdkörper in einer Scheibe „Zimbo Family Schinkenwurst“. Röer hatte die 200-Gramm-Packung mit zehn Scheiben, haltbar bis zum 19. Januar, in dieser Woche in einem Supermarkt an der Aktienstraße gekauft. „Das Stück Metall saß direkt in der obersten Scheibe, man konnte es sofort gut sehen.“

„Zimbo“-Vertreter kam am Freitag

Röer rief gleich beim Hersteller Zimbo an – doch erreichte direkt niemanden, konnte nur auf einen Anrufbeantworter sprechen. Als sich Stunden später nichts getan hatte, verständigte er unsere Redaktion.

Die Folgen der ersten Recherchen: Gleich am Freitag bekam Röer Besuch von einem Zimbo-Vertreter in Schönebeck – der sich in aller Form entschuldigte, eine kulante Entschädigung in Aussicht stellte und die Packung mit der Wurst und dem Metall sofort mitnahm.

Wurst-Hersteller Zimbo gehört zum Schweizer Fleischkonzern Bell. Aus dessen Deutschland-Zentrale heißt es: „Wir nehmen diesen Fund sehr ernst und sind froh, dass es zu keinen Verletzungen gekommen ist.“ Man habe umgehend die Chargen-Nummer der betroffenen Packung überprüft.

Bei der Wurst-Produktion in einer Fleischfabrik werden in regelmäßigen Abständen einzelne Packungen als so genannte „Rückstellmuster“ einbehalten, die nicht in den Verkauf gehen. Das sei wichtig für die Qualitätskontrolle und mögliche Abgleiche im Fall von Beanstandungen, erklärte am Freitag ein Sprecher der Firma Bell. Die Rückstellmuster der betroffenen Charge seien komplett einwandfrei, hat man mittlerweile erkannt: „Hier wurden keine Mängel festgestellt.“ Der Sprecher kündigte an, dass der Fall „umgehend“, also noch an diesem Wochenende, analysiert werde. Betroffen ist das Zimbo-Werk in Suhl in Thüringen. Dort wurde die Schinkenwurst hergestellt. Die Analyse, kündigte der Bell-Sprecher an, werde einige Tage in Anspruch nehmen. Noch ist also offen, woher der Fremdkörper kommt, und ob es sich womöglich um das Stück einer Maschine handelt.

„Fehler können passieren. Gut, dass nichts passiert ist.“

Der Filialleiter des Supermarktes, in dem Wolfgang Röer die Wurst gekauft hat, ist verdutzt: „Ich bin 30 Jahre im Geschäft, aber so etwas habe ich noch nie gehört.“ Er bittet grundsätzlich in einem solchen ungewöhnlichen Fall um Rückmeldung, „denn wir können den Hersteller schneller erreichen als der normale Bürger.“

Wolfgang Röer ist verwundert über seinen Fund, findet aber: „Fehler können passieren. Gut, dass nichts passiert ist.“ Die Wurst will er übrigens weiter kaufen: „Die schmeckt nämlich lecker.“ Zimbo wirbt für die Wurst übrigens mit dem Spruch: „Knackig im Biss.“ Aber das ist sicher anders gemeint.