Essener droht nach Kindesmissbrauch Sicherungsverwahrung

Foto: Oliver Müller / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ein Essener soll den einjährigen Sohn und die siebenjährige Tochter seiner Freundin für Kinderpornos fotografiert haben. Der wegen sexuellen Missbrauchs vorbestrafte Mann hat die Taten am Montag vor Gericht eingeräumt. Jetzt droht dem 41-Jährigen Sicherungsverwahrung.

Essen.. Sicherungsverwahrung droht einem 41 Jahre alten Essener, der sich wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht Essen verantworten muss. Er soll den einjährigen Sohn und die sieben Jahre alte Tochter einer Freundin in sexuell eindeutigen Posen fotografiert haben.

Auf die Spur kam ihm die Staatsanwaltschaft Cottbus, als sie gegen ihn wegen Kinderpornos im Internet ermittelte. Aufgefallen war er Anfang 2013 in Tauschbörsen. Die Behörde fand schnell heraus, dass er mehrfach einschlägig vorbestraft war. Zu diesem Zeitpunkt stand er auch noch unter Führungsaufsicht. Der Rest war Routine. Ein Durchsuchungsbefehl wurde erlassen, und bei der Hausdurchsuchung im Essener Stadtteil Freisenbruch entdeckte die Polizei die Fotos der Kinder auf dem Laptop.

Kinderpornos auf dem Rechner

Auf seinen Rechnern fand die Justiz noch zahlreiche Fotos und Videos fremder Kinder. Das brachte ihm vor der V. Strafkammer am Montag noch eine zweite Anklage wegen des Besitzes kinderpornografischer Aufnahmen ein. Beide Anklagen bestätigte er am Montag zum Prozessauftakt; sie seien richtig, er bedauere sehr.

Seit 2001 wurde er viermal wegen Kindesmissbrauchs verurteilt, zuletzt 2009 am Landgericht Essen. Es ging um drei Kinder – zwölf, neun und acht Jahre alt – von denen er ebenfalls in eindeutigen Posen Fotos machte. Auch er spielte eine Rolle auf den Fotos, deshalb machte er sein Gesicht auf den Bildern unkenntlich. Offenbar, weil er die Aufnahmen im Internet zum Tausch anbieten wollte.

In diesem Prozess hatte er gestanden und den betroffenen Kindern die Aussage vor Gericht ersparte. Kennengelernt hatte er die drei Schwestern über deren Eltern. Mit ihnen hatte er über ein Chat-Radio im Internet einen Kontakt aufgebaut. So sehr erwarb er sich deren Vertrauen, dass er 2007 von Frankfurt nach Essen gezogen war.

Im damaligen Prozess hatte er dem Gericht versprochen, sich einer Therapie zu unterziehen. Diese trat er aber nicht an.