Essener Bürgerbündnis (EBB) verfehlt „5 plus x“

Nach den Anfangs-Ergebnissen war die Freude bei der EBB noch groß.
Nach den Anfangs-Ergebnissen war die Freude bei der EBB noch groß.
Foto: Essen
Was wir bereits wissen
Am Ende muss man wohl feststellen, dass die Debatte um EBB-Ratsherr Karlgeorg Krüger dem Essener Bürgerbündnis Punkte gekostet hat. Trotz eines engagierten Wahlkampfes landet das EBB auf dem Vorwahlergebnis.

Essen/Marl.. Für Udo Bayer sieht es am Ende so aus, als könne er die Ernte eines höchst sportlichen Wahlkampfs nicht einfahren: „Die 5 Prozent plus x werden wir nicht erreichen“, räumt der EBB-Fraktionschef gegen 20.30 Uhr ein. Eine Stunde früher hatte er noch frohgemut verkündet, man werde die 4,2 Prozent von der letzten Kommunalwahl locker toppen. Am Ende liegt die EBB mit 4,3 Prozent etwa auf dem Vorwahlergebnis.

Sechs Wochen sei er praktisch ohne Unterlass unterwegs gewesen, „und die Atmosphäre uns gegenüber war sehr, sehr gut“. Anders als die großen Ratsfraktionen hat Bayer wenig Angst vor der großen Konkurrenz der Kleinparteien, die nun in den Rat drängen. Seine Wählerschaft werde er weder an „Migranten-Parteien“ verlieren noch an Ein-Thema-Initiativen wie Bigwam, die sich im Protest gegen den Wilden Automarkt gegründet hat. Im Gegenzug könne das EBB aber SPD, CDU und FDP Stimmen abjagen.

22 Prozent für engagierten Wahlkampf

Punktuell dürfte das auch gelungen sein, so brandet beim EBB am frühen Abend Jubel auf, als die Ergebnisse einzelner Karnaper Wahllokale über den Bildschirm flimmern: „22 Prozent für uns“, freut sich da EBB-Mann Michael Schwamborn. In dem Bezirk habe er praktisch mit jedem persönlich gesprochen.

Dass sich solcher Einsatz im Gesamtergebnis nicht wie erhofft auszahlt, wird mit der Debatte um die ärztliche Qualifikation von EBB-Ratsherr Karlgeorg Krüger zu tun haben, die unmittelbar vor der Wahl entbrannte. Ob diese „dreckige Kampagne Wirkung zeigt“, stellt Bayer just nach Schließung der Wahllokale noch infrage. Stunden später wird er diese Einschätzung wohl revidieren müssen.