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Straßenverkehr

Essener Bürger klagen über maroden Zustand der Straßen

11.04.2013 | 08:00 Uhr
Essener Bürger klagen über maroden Zustand der Straßen
Die Fahrbahndecke der Westfalenstraße ist sanierungsbedürftig und steht auf der Liste des städtischen Erneuerungsprogrammes.Foto: Alexandra Roth

Essen.  Die schlechten Zustände auf den Essener Straßen sorgen bei Bürgern für immer mehr Unmut: Fast täglich erreichen das Amt für Straßenbau und Verkehr Beschwerden. Die Sanierung zieht sich aber über Jahre, finanzielle Mittel sind knapp. In diesem Monat wird entschieden, welche Straßen zu erst dran sind.

Die Beschwerden über den desolaten Zustand vieler Straßen häufen sich. Fast täglich erreichten ihn Mitteilungen von Bürgern über Straßenschäden , verbunden mit der Erwartung, dass diese möglichst schnell behoben werden, berichtet Dieter Schmitz, Leiter des Amtes für Straßenbau und Verkehr.

Er habe durchaus Verständnis dafür, so Schmitz. Allzu große Hoffnungen auf schnelle Besserung mag der Behördenchef den Bürgern allerdings nicht machen. Trotz eines Millionen schweren Investitionsprogramms, das der Rat der Stadt für den Straßenbau für dieses und die kommenden Jahre aufgelegt hat.

Leser Hans-Friedrich Stafast wandte sich lieber an die Redaktion. Er fahre häufig mit der Buslinie 194 von Rellinghausen über die Westfalenstraße nach Steele, schreibt Stafast und schildert mit einem Schuss bitterer Ironie seine Erfahrung. Die Straße sei so marode, dass an den Busfenstern eigentlich ein Hinweisschild angebracht werden müsste: „Für Fahrgäste mit Rückenproblemen oder Bandscheibenschäden auf eigene Gefahr.“

Er frage sich, so Hans-Friedrich Stafast weiter, warum Straßen, die in einem solch schlechten Zustand seien wie die Westfalenstraße, nicht vorrangig saniert werden.

Stadt kalkuliert mit 33,5 Millionen Euro für 27 Straßen

Werden sie, versichert Hans-Dieter Schmitz. Seine Behörde hat eine Liste mit 27 Hauptverkehrsstraßen erstellt, die bis zum Jahr 2018 erneuert werden sollen. Kalkulierte Kosten: 33,5 Millionen Euro. Und das kann nur der Anfang sein. 86 Prozent der Essener Straßen sind laut Bestandsaufnahme der Stadt älter als 30 Jahre, 27 Prozent sind älter als 60 Jahre; die theoretische Lebensdauer haben sie damit bereits überschritten. Durch den harten Winter wird sich der Zustand vieler Straßen weiter verschlechtert haben.

Vier Millionen Euro will die Stadt in diesem Jahr in die Instandsetzung des Straßennetzes investieren, jeweils fünf Millionen in den folgenden Jahren. Dass die finanzielle Decke zu kurz ist, liegt auf der Hand. Allein die Erneuerung der Westfalenstraße veranschlagt die Verwaltung mit zwei Millionen Euro. „Vier Millionen Euro sind schnell verbaut“, bedauert Schmitz.

Welche Straßen auf der Liste zuerst an der Reihe sind, will das Amt für Straßenbau gemeinsam mit der Politik in diesem Monat festlegen. Sobald der Frost aus dem Boden verschwunden ist, spätestens aber Anfang Mai, sollen die Bauarbeiten beginnen. Bis das Straßennetz runderneuert ist, so Schmitz, „wird noch es Jahre dauern“.

Marcus Schymiczek


Kommentare
12.04.2013
13:47
Essener Bürger klagen über maroden Zustand der Straßen
von Shy_Eye | #8

Was sind denn das für Zahlen?
Irgendwie bringt dat hier alles nichts. Effektive Pläne fehlen!

11.04.2013
15:50
Essener Bürger klagen über maroden Zustand der Straßen
von bloss-keine-Katsche | #7

für allen Phantasielosen:
Ein unkonventionelles Verkehrskonzept
Lärm, verstopfte Straßen, schlechte Luft … suchen viele Städte selbst nach Möglichkeiten, Busse und Bahnen für die Bevölkerung attraktiver zu machen. In besonders unkonventioneller Form geschieht dies in der belgischen Stadt Hasselt … Einwohner ist die Benutzung der örtlichen Busse und Bahnen kostenlos.
Die Idee wurde aus der Not heraus geboren: Als in Hasselt, der damals am höchsten verschuldeten Stadt Flanderns, der Neubau mehrerer Straßen anstand, zog der sozialdemokratische Bürgermeister Stevaert im Januar 1995 die Notbremse. Statt immense Beträge "in den Sand zu setzen", sicherte Stevaert den Betreibern der öffentlichen Verkehrsmittel die Übernahme der kalkulierten Einnahmeausfälle für eine allgemeine kostenlose Nutzung zu. Umgerechnet etwa zwei Millionen DM kostet das Projekt die Stadt jährlich - doch sie sparte die zehnfache Summe mit dem Verzicht auf weiteren Straßenbau.
Und ein weiterer Vorteil
Bahn - gratis

11.04.2013
14:22
Essener Bürger klagen über maroden Zustand der Straßen
von fogfog | #6

sollen die essener doch in den osten ziehen. da gibts dank soli super strassen und wohnungen sollen da auch frei sein.

11.04.2013
12:22
Bürger klagen über marode Straßen
von BorbeckerBefreiungsFront | #5

Machen wir eine Überschlagsrechnung.
In Essen sind rund 250000 Autos angemeldet.
Wir erheben eine City Maut von rund 80 Euro pro Auto pro Jahr.
Dann kommen wir auf 20 Mio Euro. Damit lässt sich schon was verbessern.
80 Euro pro Jahr sind weniger als 12 Stk 4-Fahrten Ticket Stufe 2.
Also es fehlt nur der politische Wille eine City Maut einzuführen.

1 Antwort
Essener Bürger klagen über maroden Zustand der Straßen
von damalsinessen | #5-1

dieser Vorschlag ist eine der wenigen Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der maroden Infrastruktur beitragen könnten.
Ohne langfristige wirtschaftliche Prosperität und wachsenden UND "arbeitenden sowie Beitragszahlenden" Neubürgern wirds dennoch zunehmend schwerer, denn die Stadt überaltert leider zusehens, insbesondere bei den gut ausgebildeten und verdienenden Bürgern.

11.04.2013
10:45
Bürger klagen über marode Straßen
von FrankNeu | #4

Die Straßensanierung sollte nach einer neuen Recyclingmethode vorgenommen werden. Dabei werde der abgefräste Asphalt zu großen Teilen aufbereitet und wiederverwertet, die Kosten könnten sich fast halbieren.

Wieso sind die Städte nicht in der Lage neue Methoden und Techniken auszuprobieren und jammern ständig über ihre Einnahmequellen.

Mich würde doch mal ernsthaft interessieren, wieviel der Staat an den Autofahrern an Steuer jährlich einnimmt und mir dann vorheuchelt, dass keine Gelder zur Sanierung der Strassen verfügbar sind. Aber wenn ich die Gelder für andere Zwecke verwende, brauche ich mich auch nicht wundern, dass kein Geld zur Sanierung vorhanden ist. Eine solche Logik kann nur den Herrschaften der Politik einfallen.

11.04.2013
10:00
Bürger klagen über marode Straßen
von rally | #3

Die Städte sind pleite! Es is kein Geld da, außer wir machen noch mehr Schulden, dann is auch wieder Geld da :-). Schulden machen is "in", also hop hop, bitte den Sraßen erneuern bevor der Euro den Bach runter geht.

11.04.2013
09:22
Bürger klagen über marode Straßen
von mar.go | #2

Was nützen schon millionenschwere Investitionsprogramme, wenn man zuvor 10 Jahre an allen Ecken und Kanten gespart hat. Die Schäden durch die haushaltsbedingten Vernachlässigungen gehen inzwischen wahrscheinlich in die Millarden. Im übrigen könnte man auf ein paar Prestigebauten locker verzichten und dafür etwas am gesamten Stadtbild arbeiten.

11.04.2013
09:20
Bürger klagen über marode Straßen
von Keulo | #1

33,5 Millionen bis 2018; Hm, das sind irgendwie 4 Mio pro Jahr. Ich denke das wird gerade für die Gehälter der Verantwortlichen reichen. Rechnet eigentlich niemand mehr nach, wenn eine Behörde irgend einen Dreck vonsich gibt? Das die WAZ alles aber auch alles unreflektiert weiter gibt nur um die Seiten voll zu kriegen ist schon lange bekannt. Wozu sollte die Stadt Essen überhaupt die Straßen erneuern/renovieren wenn der Trend beim Autokauf zu immer mehr SUVs und Geländeähnlichen Fahrzeugen tendiert? Wem es nicht passt kann gerne in andere Städte ziehen oder auswandern.

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