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Essen will Parkplatz-Fläche für Messe sichern

23.09.2011 | 13:56 Uhr
Foto: Lennart Preiss/dapd

Essen. Die Stadt Essen will der „Hopf-IEG“ das große Grundstück am alten Güterbahnhof Rüttenscheid abkaufen – und für die Messe sichern. Bis zur Entscheidung über die Messe-Zukunft im November wolle man das Geschäft über die Bühne bringen, heißt es.

Wenn die Nerven blank liegen, dann oft gar nicht dort, wo man es im ersten Moment vermutet: Bei der Messe Essen mögen die Doppelstockhallen altmodisch, das Entree im Osten schmucklos und die Grenze zum Grugapark ausgesprochen empfindlich sein. Doch einer der empfindlichsten Lebensnerven der städtischen Messegesellschaft läuft unter zwei Brücken hindurch, rüber zum Brachgelände des einstigen Güterbahnhofs Rüttenscheid. Hier parken viele Messe-Besucher und hier wird auch die überlebenswichtige Lkw-Logistik abgewickelt. Aber wie lange noch?

Stadion, Folkwang- und Polizeischule

Als die „Hopf-IEG“ der Deutschen Bahn hier vor einigen Jahren ein 25.000 Quadratmeter großes Areal abkaufte, ließ sie sich ein denkbar kurzfristiges Kündigungsrecht jeweils zum Monatsende einräumen, um das Gelände lukrativer zu entwickeln. Und dieses Kündigungsrecht schwebt wie ein Damoklesschwert über der Messe – ob es nun für den angedachten Polizei-Komplex oder irgendein anderes Wohn- oder Büro-Projekt genutzt wird.

Vor Gericht über Kreuz

Derzeit liegt man vor dem Verwaltungsgericht über Kreuz, Stadt und „Hopf-IEG“ streiten über mögliches Baurecht – doch jetzt kommt Bewegung in die Szenerie, und das nicht etwa, weil das angepeilte Mediations-Verfahren schon angelaufen wäre. Die Stadt will, bevor sie im November eine Messe-Ertüchtigung für 100 Millionen Euro oder mehr beschließt, schlicht sicherstellen, dass ihr der Lebensnerv zwischen Veronikastraße und dem Steag-Heizwerk nicht abgeklemmt wird.

Die ins Auge gefasste Lösung ist denkbar simpel: Die Stadt will der „Hopf-IEG“ das fragliche Grundstück abkaufen. Ein erstes Gespräch zwischen Oberbürgermeister Reinhard Paß und dem Hopf-Gesellschafter Stephan Holthoff-Pförtner hat es nach NRZ-Informationen bereits gegeben, weitere sollen folgen. Bis zur Entscheidung über die Messe-Zukunft im November, so hieß es jetzt im Aufsichtsrat, wolle man das Geschäft über die Bühne bringen.

Die Chancen auf eine Einigung stehen nicht schlecht: Für den Fall, dass man dem Gericht die Antwort auf die Baurechts-Frage überlässt, droht schließlich eine jahrelange Blockade und für jeden Beteiligten ein hohes Risiko zu unterliegen.

Ungeliebtes Investment

Die Stadt würde nicht nur bei den Parkplätzen und der Lkw-Logistik Planungssicherheit erhalten, sondern könnte auch das bei den Planern im Deutschlandhaus ungeliebte Polizei-Investment abwenden. Wohnungsbau wäre wohl dennoch in Maßen möglich und könnte zumindest in Teilen den Erwerb refinanzieren.

Vor allem aber unterbliebe das ungeliebte Signal eines verhinderten Groß-Investments der Polizei. Das könnte (müsste?) dann womöglich doch in der denkmalgeschützten alten Polizeischule an der Norbertstraße erfolgen – zumal die um das Außengelände erweiterte Unterschutz-Stellung das Gebäude jetzt nahezu unverkäuflich macht.

Welchen Preis die Stadt für das Gelände zu zahlen bereit wäre, darüber mag derzeit niemand spekulieren. Fest steht nur, dass im Falle einer weiter kippeligen Parkplatz- und Logistik-Situation die Messe in ihrem Bestand gefährdet sein dürfte.

Und den Preis halten alle Beteiligten für zu hoch.

Wolfgang Kintscher

Kommentare
24.09.2011
14:11
Essen will Parkplatz-Fläche für Messe sichern
von kricky | #4

In der Tat schwierig, einen Marktpreis für die Brache zu ermitteln, wenn die Zeitung, die dem Grundstückseigner gehört, dem Gelände eine geradezu...
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http://www.derwesten.de/staedte/essen/essen-will-parkplatz-flaeche-fuer-messe-sichern-id5091381.html
2011-09-23 13:56
Messe, Essen, Neubau, Gruga-Park, Motor Show, Techno Classica, Gruga, Stadtgarten
Essen