„Essen stellt sich quer“ zu HoGeSa: Infos zum Demo-Sonntag

Statt der im Januar verbotenen HoGeSa-Kundgebung demonstrierten tausende Essener in der Innenstadt gegen Rassismus.
Statt der im Januar verbotenen HoGeSa-Kundgebung demonstrierten tausende Essener in der Innenstadt gegen Rassismus.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Sonntag treffen in der Essener City HoGeSa-Anhänger und das Protest-Bündnis „Essen stellt sich quer“ aufeinander. Friedlich, hofft die Polizei.

Essen.. In der Innenstadt sind für den Sonntag (20. September) zwei Kundgebungen und ein Kinderfest geplant. Wir haben die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

200 Teilnehmer bei HoGeSa-Demo

Die „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) wollen sich mit 200 Teilnehmern um 14 Uhr auf dem Viehofer Platz treffen. Anschließend ist ein Umzug geplant: über die Friedrich-Ebert-Straße zum Limbecker Platz, Kreuzeskirchstraße, Rott-straße zurück zum Viehofer Platz.

Protestkundgebung von „Essen stellt sich quer“

Zum friedlichen, bunten und lauten Protest ruft das Bürgerbündnis „Essen stellt sich quer“ auf: ab 14 Uhr auf dem Pferdemarkt sowie ab 15 Uhr an der Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße/Kreuzeskirchstraße. Angemeldet sind 500 Teilnehmer.

Gerichts-Entscheid über Demo-Standort

Ursprünglich hatte das Bürgerbündnis seine Protest-Kundgebung ebenfalls auf dem Viehofer Platz angemeldet. Die Polizei untersagte das aus Sicherheitsgründen. Letztendlich musste das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen nach einem Eilantrag des Bündnisses über den Standort entscheiden: Es sei gerechtfertigt, dass die Polizei die Gruppen räumlich trenne, erklärte dazu Karsten Herfort, Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht. Das erleichtere einen Eingriff bei Auseinandersetzungen beider Seiten, zu denen einerseits gewaltbereite Fußballfans und deren Unterstützer gehören. Es könnten sich jedoch auch unter das Bündnis Autonome mischen, die die Kundgebung für Randale nutzen.

Demo-Verbot für HoGeSa im Januar

Noch im Januar hatte die damalige Polizeipräsidentin einen HoGeSa- Aufmarsch in der Innenstadt verboten. Der Grund waren Hinweise auf gewalttätige Auseinandersetzungen. Derzeit gebe es keine Verbotsgründe, daher sei die Demo genehmigt worden, sagt Polizeisprecher Ulrich Faßbender und stellt klar: Die Polizei prüfe intensiv, ob von einer Kundgebung und deren Teilnehmern eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit ausgehe und gehe nicht danach, welche politischen Inhalte eine Demo habe.

Verkehrssituation rund um die Kundgebungen

An den U-Bahnhöfen rund um die Demo-Standorte soll es laut Polizei nicht zu Beeinträchtigungen kommen. Straßen hingegen werden zeitweise gesperrt wie die Friedrich-Ebert-Straße, Kreuzeskirchstraße, Rottstraße und der Bereich rund um den Pferdemarkt. Verkehrsteilnehmer werden gebeten diese Bereiche zwischen 13 und 20 Uhr zu meiden.

Kinderfest auf dem Willy-Brandt-Platz

Der VKJ lädt von 11 bis 19 Uhr auf den Willy-Brandt-Platz zum Kinderfest mit historischem Jahrmarkt ein. Zu möglichen Bedenken von Besuchern wegen der Nähe zum Hauptbahnhof, über den möglicherweise Demo-Teilnehmer an- und abreisen, sagt Faßbender: „Familien können das Fest unbesorgt besuchen.“ Für Fragen werden Beamte als Ansprechpartner vor Ort sein. Die Polizei halte die Gesamtsituation im Blick.

Sicherheit rund um die Veranstaltungen

Für die Polizei ergebe sich am Sonntag eine besondere Situation durch die Vielzahl an Veranstaltungen. Auf das normale „Sonntags-Leben“ in der Innenstadt wie den Café-Besuch soll das keine Auswirkungen haben. Letztendlich entscheiden die Demo-Teilnehmer beider Lager, ob die Lage ruhig bleibe: „Die Polizei appelliert nochmals an alle Teilnehmer beider Versammlungen, friedlich ihren Protest kund zu tun.“