Essen plant LED-Straßenbeleuchtung

Bald auch in Essen? So wie hier am Fleher Deich in Düsseldorf will die Stadt auf LED-Straßenbeleuchtung umrüsten. Foto: Claudia Koennecke
Bald auch in Essen? So wie hier am Fleher Deich in Düsseldorf will die Stadt auf LED-Straßenbeleuchtung umrüsten. Foto: Claudia Koennecke
Foto: Claudia Koennecke - swd/ag

Essen.. Sollte Essen den Zuschlag im Wettbewerb „Innovation City“ erhalten, so werden Straßenzüge im Pilotgebiet Frohnhausen, Altendorf, West- und Nordviertel mit LED-Leuchtdioden ausgestattet.

Diese sind zwar beim Kauf noch recht teuer, sparen nach Erfahrung der Stadt Düsseldorf im Schnitt jährlich 1800 Euro pro Straßenzug an Stromkosten. Bisher hat sich Essen im Gegensatz zu anderen Städten bei der Ausrüstung von Straßenlampen mit LED-Lichtern zurückgehalten. Das Amt für Verkehrstechnik sieht als Nachteile den bisher noch doppelt so hohen Kaufpreis im Vergleich zu normalen Energiesparlampen und die recht dürftige Leuchtkraft. Dafür sind LED-Leuchten aber nach Angaben der Energieagentur NRW extrem lange haltbar: Man kann man mit ihnen über elf Jahre eine Straßenleuchte betreiben.

„Im Pilotgebiet würden wir gerne verschiedene Varianten an unterschiedlichen Straßen ausprobieren, um mit der LED-Technik Erfahrung zu sammeln“, sagt Mike Pannek, Abteilungsleiter Straßenbeleuchtung.

Insgesamt sorgen in Essen 50 000 Straßenleuchten mit einer Gesamtleistung von 4000 Kilowattstunden auf einer Strecke von 1500 Kilometern für hellere Straßen, Wege und Plätzen. Über 2,7 Millionen Euro muss die Stadt für deren Betrieb im Jahr aufwenden. Ein Wert, der durch den Einsatz moderner Lichtsysteme gedrückt werden kann. Deshalb tauscht das Amt für Verkehrstechnik Jahr für Jahr alte Stromfresser unter den Leuchten aus. So konnte an Kreuzungen und Hauptverkehrsstraßen durch die Erneuerung von 200 Großflächenleuchten bereits 40 Prozent Stromkosten einsparen.

„Wege und Straßen besser ausgeleuchtet“

In den Wohngebieten wiederum werden seit 2008 Schritt für Schritt die in den 70er Jahren installierten Pilz- oder Kegelaufsatzleuchten (Schneider L 12) ausgemistet. Die einst insgesamt 18 000 Schneider-Leuchten werden in drei Jahren durch sparsamere moderne „Natriumdampfhochdrucklampen“ mit leicht gelblichem Licht ersetzt.

„Die neuen Leuchten sparen nicht nur Strom und Wartungskosten, sondern strahlen auch nicht mehr Stellen an, wo man das Licht nicht haben will: Etwa Fassaden, Vorgärten oder Wohnräume. Dafür sind Wege und Straßen besser ausgeleuchtet“, erläutert Pannek. Allerdings gebe es von Bürgern auch Kritik. „Viele empfinden die neuen Lampen als düsterer und funzeliger .“

500 bis 800 Euro müssen die Kommunen für jede neue Leuchte investieren, klamme Städte scheuten diese Kosten. „Das war ein Problem der vergangenen 30 Jahre: Da haben die armen Städte auf Investitionen verzichten müssen und dafür höhere Betriebskosten in Kauf genommen“, sagte Heinz-Jürgen Schütz von der Energieagentur NRW.

Im Vergleich zu anderen Städten kommt Essen aber nach Auskunft des Verkehrstechnikamtes beim Leuchten-Wechsel ganz gut voran: Nur noch weniger als zwei Prozent der Strom verschwendenden alten Quecksilber-Dampfhochdrucklampen leuchten in dieser Stadt, in anderen Kommunen sind es nach einer bundesweiten Umfrage im Schnitt noch über 30 Prozent.