Essen plant LED-Straßenbeleuchtung
18.10.2010 | 07:19 Uhr 2010-10-18T07:19:00+0200
Essen.Sollte Essen den Zuschlag im Wettbewerb „Innovation City“ erhalten, so werden Straßenzüge im Pilotgebiet Frohnhausen, Altendorf, West- und Nordviertel mit LED-Leuchtdioden ausgestattet.
Vor wenigen Jahren verschwanden die letzten Gas betriebenen Straßenlampen, sehr zum Leidwesen etwa der Anwohner der Margarethenhöhe. Doch Gaslampen haben einen 20-fach so hohen Energieverbrauch an Kilowattstunden als eine LED-Leuchte. An Lichtausbeute überbietet sogar die Glühlampe eine Gaslampe um das Zehnfache. Der Austausch aller Gaslampen erspart Essen heute 276 000 Euro an Betriebskosten pro Jahr.
Diese sind zwar beim Kauf noch recht teuer, sparen nach Erfahrung der Stadt Düsseldorf im Schnitt jährlich 1800 Euro pro Straßenzug an Stromkosten. Bisher hat sich Essen im Gegensatz zu anderen Städten bei der Ausrüstung von Straßenlampen mit LED-Lichtern zurückgehalten. Das Amt für Verkehrstechnik sieht als Nachteile den bisher noch doppelt so hohen Kaufpreis im Vergleich zu normalen Energiesparlampen und die recht dürftige Leuchtkraft. Dafür sind LED-Leuchten aber nach Angaben der Energieagentur NRW extrem lange haltbar: Man kann man mit ihnen über elf Jahre eine Straßenleuchte betreiben.
„Im Pilotgebiet würden wir gerne verschiedene Varianten an unterschiedlichen Straßen ausprobieren, um mit der LED-Technik Erfahrung zu sammeln“, sagt Mike Pannek, Abteilungsleiter Straßenbeleuchtung.
Insgesamt sorgen in Essen 50 000 Straßenleuchten mit einer Gesamtleistung von 4000 Kilowattstunden auf einer Strecke von 1500 Kilometern für hellere Straßen, Wege und Plätzen. Über 2,7 Millionen Euro muss die Stadt für deren Betrieb im Jahr aufwenden. Ein Wert, der durch den Einsatz moderner Lichtsysteme gedrückt werden kann. Deshalb tauscht das Amt für Verkehrstechnik Jahr für Jahr alte Stromfresser unter den Leuchten aus. So konnte an Kreuzungen und Hauptverkehrsstraßen durch die Erneuerung von 200 Großflächenleuchten bereits 40 Prozent Stromkosten einsparen.
„Wege und Straßen besser ausgeleuchtet“
In den Wohngebieten wiederum werden seit 2008 Schritt für Schritt die in den 70er Jahren installierten Pilz- oder Kegelaufsatzleuchten (Schneider L 12) ausgemistet. Die einst insgesamt 18 000 Schneider-Leuchten werden in drei Jahren durch sparsamere moderne „Natriumdampfhochdrucklampen“ mit leicht gelblichem Licht ersetzt.
„Die neuen Leuchten sparen nicht nur Strom und Wartungskosten, sondern strahlen auch nicht mehr Stellen an, wo man das Licht nicht haben will: Etwa Fassaden, Vorgärten oder Wohnräume. Dafür sind Wege und Straßen besser ausgeleuchtet“, erläutert Pannek. Allerdings gebe es von Bürgern auch Kritik. „Viele empfinden die neuen Lampen als düsterer und funzeliger .“
500 bis 800 Euro müssen die Kommunen für jede neue Leuchte investieren, klamme Städte scheuten diese Kosten. „Das war ein Problem der vergangenen 30 Jahre: Da haben die armen Städte auf Investitionen verzichten müssen und dafür höhere Betriebskosten in Kauf genommen“, sagte Heinz-Jürgen Schütz von der Energieagentur NRW.
Im Vergleich zu anderen Städten kommt Essen aber nach Auskunft des Verkehrstechnikamtes beim Leuchten-Wechsel ganz gut voran: Nur noch weniger als zwei Prozent der Strom verschwendenden alten Quecksilber-Dampfhochdrucklampen leuchten in dieser Stadt, in anderen Kommunen sind es nach einer bundesweiten Umfrage im Schnitt noch über 30 Prozent.
12:58
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15:04
Die Stadtteile, die im Artiekl genannt werden, können durch die neuen LED-Leuchten auch nicht schöner werden.
So mal ganz nebenbei gefragt: wenn die nachts abmontiert (sprich gestohlen) werden, was bringen die denn derzeit auf dem Hehlermarkt?
14:17
moderne natriumdampflampen?? vielleicht bin ich ja auf dem falschen dampfer, aber gibts die nicht auch schon mindestens 20 jahre?
13:07
einstein...stimmt.immer wieder gerne genommen.die fertigen masten schiessen wie spargel aus der erde und kosten nix.dann nur noch die lampen rein und in 12 minuten bin ich millionär.nach dieser reissack rechnung ist ja auch der hauptbahnhof gepflastert worden.
12:02
Rechenaufgabe:
Die Anschaffung von LED-Leuchten ist doppelt so teuer wie die von Energiesparlampen.
Dafür spart man pro Straßenzug 1800€ jährlich.
Wie lange dauert es, bis sich die Investition amortisiert hat?
Lieber Herr Szymaniak, bitte lesen Sie noch einmal Ihren Artikel und versuchen dann, diese Aufgabe zu lösen.
Sollte es Ihnen nicht gelingen, sollten Sie vieleicht darüber nachdenken, ob in Ihrem Artikel wichtige Angaben fehlen. :-)
11:43
Die Stadt Trinken sorry Essen sollte mal in Hagen anrufen.
11:42
Es ist wie immer: manche Leute meckern über grundsätzlich alles.
Das Leben ist nun einmal ein einziger Kompromiss. Stromeinsparung fordert halt manchmal Opfer. Es wurde ja auch des öfteren angeregt, nachts nur jede zweite Laterne leuchten zu lassen. Nun kommt der Vorschlag, im Zuge der Innovation City die Lampen gegen LED zu tauschen und somit eine vollständige Beleuchtung gewährleisten zu können. Und zwar gegen VERSCHIEDENE Varianten um Erfahrungen zu sammeln! Wer von den Nörglern kennt alle Modelle? Wer weiß im Vorhinein, dass sich Abends zu Hause Einschließen im Winter die einzige Konsequenz ist? LED ist die Glühlampe der Zukunft (zumindest für die nächsten 15-20 Jahre, die Technik entwickelt sich ja rasant weiter) und wird ständig verbessert. In ein paar Jahren stehen sicherlich leistungsstarke Modelle zur Verfügung, die auch jeden zufrieden stellen, der die Nacht fürchtet. Es ist ja richtig, dass in Großstädten aus Sicherheitsaspekten eine gewisse Grundhelligkeit gewährleistet sein sollte. Aber da sehe ich durchaus noch Spielraum nach unten. Und es kann wirklich nicht schaden, etwas mehr vom Nachthimmel sehen zu können. Ich erinnere mich gut daran, dass es Leute vom Dorf einfach immer schrecklich hell in Essen empfinden.
Meine Schreibtischlampe ist übrigens LED, Fassung G9, Farbe warmweiß, Verbrauch 3,6Watt. Wetten, man bemerkt keinen Unterschied zu 20Watt Halogen-Leuchtmittel!
Die SunSolarLeuchten sind sicherlich eine gute Idee, aber ich fürchte in der Anschaffung schlicht nicht zu finanzieren. Zumal die anderen Leuchtmittel in bestehende Laternen zu integrieren sind.
11:13
Das doppelte LED-Leuchtdioden-Lottchen hat ja schon jemand kritisiert.
Was mir auch noch aufgestoßen ist 50 000 Straßenleuchten mit einer Gesamtleistung von 4000 Kilowattstunden
4000 Kilowattstunden sind der Gesamtverbrauch. (Zumindest, wenn man nach der Einheit kWh geht).
In Anbetracht vergangener Erfahrungen hier kann das sowohl heißen, dass die 50 000 Lampen tatsächlich ine einem vorgegebenen Zeitraum 4000 Kilowattstunden verbrauchen.
Es kann aber auch sein, dass der Autor eigentlich schrieben wollte, dass die 50 000 Lampen eine Leistungsaufnahme von 4 000 Kilowatt haben.
In Anbetracht der Tatsache, dass dies auf etwa 80 Watt pro Lampe (und damit einen realistischen Wert) hinauslaufen würde vermute ich eher letzteres.
Aber sicher kann man sich bei so unexakter Formulierung eben nicht sein.
10:49
Sehr gut. Tut endlich was gegen die elendige Lichtverschmutzung. Umso besser wenn es der Stadt Kosten spart dass die Kinder nicht mehr aufs Land müssen um mehr als nur den Orion zu sehen.
Dumm nur, dass es schon wieder an eine Bedingung geknüpft wird.^^