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„Essen Original“ tausendfach verjüngt

08.09.2010 | 10:10 Uhr
„Essen Original“ tausendfach verjüngt
Foto Katrin Bölstler

Essen.Beim Musikfestival „Essen Original“ stehen am Wochenende so viele Schüler wie nie auf der Bühne – um zu begeistern. 1000 Schüler aus rund 50 Schulen treten auf. Von diesem Interesse waren sogar die Veranstalter überrascht.

Dorothee Schrage. Foto Katrin Bölstler

Früh übt sich, wer später die großen Bühnen der Welt er­obern möchte – das weiß auch Dieter Groppe, Prokurist der Essen Marketing GmbH (EMG) und Organisator der 15. Auflage des Musikfestivals „Essen Original“, das am Freitag beginnt. In jungen Jahren hat Groppe selbst erst Blockflöte, später Gitarre ge­lernt – so wie mancher Schüler, der nun zum erste Mal vor großem Publikum musiziert: „1000 Schüler aus rund 50 Schulen stehen an diesem Wochenende auf der Bühne – so viele Kinder und Ju­gendliche wie noch nie in der Geschichte des Bürgerfests“, berichtet Dorothee Schrage vom städtischen Schulkultur-Service begeistert. Sie koordiniert die Auftritte der Schulen.

Junge Leute für
Musik begeistern

Rahmenprogramm
Alles für die Familie

Ob Elterncafé, Kinderschminken, Kicker, Hüpfburgen, Bonbon-Wurf, Stände mit Buttons und Luftballons oder ein Hindernis-Parcours von Rot-Weiss Essen – Familien kommen bei „Essen Original“ am Wochenende sicher nicht zu kurz. So­gar eine Kletterwand der Ju­gendhilfe wird aufgebaut. Ne­ben dem Rahmenprogramm gibt’s natürlich auch Musik: von Rock & Pop über Schlager bis hin zu Klassik. Auf fast al­len sechs Bühnen treten Schüler aus allen Stadtteilen auf. Infos: www.essen-original.de.

Obwohl viel junge Künstler auf dem Kennedyplatz ihr Bestes ge­ben, steht die Hauptbühne der Heranwachsenden mitten auf dem Hirschlandplatz. „Wir wollen den Schülern die kulturelle Vielfalt in der Stadt erschließen und sie dafür be­geistern. Wo geht das besser als bei Es­sen Original?“, be­tont Schrage, die neben ihrer Arbeit für den Schulkultur-Service an der Grundschule Nordviertel unterrichtet: „Mit 50 Kindern sind wir dabei; ei­ne andere Schule tritt sogar mit 100 Schülern auf. Die Vorfreude der Kleinen ist riesig. Sie wollen alle auf die Bühnen, zeigen was sie können.“

„Man muss da einfach sein Bestes geben“, macht sich der achtjährige Leroy Mut: „Und wenn ich dann richtig aufgeregt da oben auf der Bühne stehe, lege ich einfach los – so als ob wir nur in der Schule proben.“ Mit Hip-Hop-Darbietungen will er Verwandte, Freunde und seine Mitschüler mitreißen. Schließlich hat er für den Auftritt viele Nachmittage im offenen Ganztag ge­probt – zusammen seinem Hip-Hop-Trainer Michael Kassner.

Grundschule Nordviertel, Probe mit Kindern für Essen Original, Foto: Katrin Bölstler

Dass Grundschulen sich in diesem Jahr so rege am Musikfest beteiligen wollen, ist selbst für Dieter Groppe eine neue Erfahrung: „Vom riesigen Interesse der Essener Schulen wa­ren wir ziemlich überrascht. Das hat uns echt umgehauen.“ Als Organisator ist er froh, so viele Nachwuchstalente ins Programm integrieren zu können: „Essen Original ist der Grundstein für manche Musikerkarrieren. Die Schulen leisten mit ihrem musikalischen Beitrag eine gute und wichtige Arbeit; wa­rum sollten wir das nicht bei uns präsentieren?“ Denn wenn schon das Prädikat „Local Hero“ der Kulturhauptstadt 2010 beim Stadtfestival im Vordergrund steht, müssten auch lokale Talente – junge Helden – drin sein: „Wir geben ihnen das Fundament für ihre musikalische Zu­kunft“, ist sich Groppe sicher.

Das einzige Mädchen: Shuhavany, Foto: Katrin Bölstler

Dorothee Schrage ist die Be­geisterung fürs verjüngte Fest anzusehen, sind doch auch ih­re eigenen Schüler die heimlichen Stars bei Essen Original: „Unsere Kinder präsentieren neben Hip-Hop auch tamilische Tänze.“ Die Generalprobe war bereits beim Schulfest vor den Ferien: „Da hieß unser Motto ,Bunt’, denn das macht unsere Schule aus – die große Vielfalt ihrer Schüler.“

Das obligatorische Kribbeln im Bauch, die Angst, vor den vielen Leuten etwas falsch zu machen und keinen Ton raus zu bekommen, gehört natürlich dazu. Aus der Ruhe bringen lässt sich der zehnjährige Paddy aber nicht: „Ich muss mich einfach gut konzentrieren und will bloß keinen Fehler machen. Das wird schon, da bin ich mir ganz sicher.“

Pascal Hesse

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