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Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen

17.02.2012 | 06:00 Uhr
Wilde Bikerstrecken im Wald, hier im Stadtwald an der Uhlenstraße in Essen Heisingen, wo die Strecken zum Teil von Grün und Gruga wieder zurückgebaut wurden.Foto: Kerstin Kokoska

Essen.  In einem Naturschutzgebiet in Schönebeck sollen alte Buchen fallen, weil sie für illegale Waldnutzer eine Gefahr darstellen. Das Kamptal ist eines von rund 26 Gebieten in Essener Wäldern, die Extrem-Radfahrer für Querfeldein-Radrennen (Dirtbiking) entdeckt haben. Das ist zwar verboten. Dennoch muss die Forstverwaltung auch illegale Nutzer schützen. Borbecker Bezirkspolitiker sind empört.

„Es kann nicht sein, dass wir Bäume abholzen sollen, nur weil sich einige Geländeradfahrer nicht an bestehende Regeln halten. Und wenn die alten Buchen im Naturschutzgebiet Kamptal abgesägt sind, suchen sich die Dirtbiker ein neues Waldstück, um das schlechte Spiel von vorn zu beginnen.“

Thorsten Drewes , Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Borbeck, sagt, was alle anderen Parteienvertreter dort auch fühlen: sich vor den Baum gedrückt. Weil eventuell einer der Querfeldein-Radler vor einen Baum prallen könnte, während er es sich unerlaubt im Naturschutzgebiet austobt, sollen die Bäume nahe des Schönebecker Terassenfriedhofes fallen.

Dirtbiker suchen die Gefahr

Coole "Tricks" und mehr im Dirtpark

Denn: Genau so ist die Rechtslage, seufzt Bernd Schmidt-Knop, Werkleiter von Grün und Gruga . Förster und Waldbesitzer laufen seit Jahren Sturm gegen die im Gesetz verankerte erhöhte Verkehrsssicherungspflicht. Die sagt überspitzt: Wer als Waldbesitzer eine Nutzung nicht verhindert, muss die Nutzer vor Schaden bewahren, sonst haftet er.

Dabei suchen die Dirtbiker selbst die Gefahr. Sie suchen sich für ihre Geländerennen unwegsame Gefällestrecken im Wald, die sie mit eingebauten Rampen und Schanzen noch verschärfen. Diese Streckeneinbauten muss die Forstverwaltung mit immer größerem Aufwand zurückbauen und kommt damit kaum noch nach. Dennoch kommt sie aus der Sicherungspflicht nicht heraus. Das ist am Fall eines tödlich verunglückten Dirtbikers in Detmold deutlich geworden. Schmidt-Knop: „Unsere Forstverwalter haften persönlich, wenn etwas passiert.“

Kommunikation schwierig

Kommentar
Von Bikern und Buchen

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Klingt vernünftig, nicht wahr? Wer den Nervenkitzel, die sportliche Herausforderung und die Gefahr sucht bei einem wilden Rad-Ritt durch abschüssige Strecken im Wald, sollte sich nicht beschweren dürfen, wenn er auf dem Bauch landet.

Doch gegen dieses Verursacherprinzip hat der Gesetzgeber die Idee der Verkehrssicherungspflicht gesetzt. Sie entspringt dem sehr deutschen Bedürfnis, auch noch das allerkleinste allgemeine Lebensrisiko zu reglementieren. Den Kernsatz haben Kölner Oberlandesrichter so formuliert: „Die Verkehrssicherungspflicht setzt nicht voraus, dass der Grundstückseigentümer einen Verkehr aus freien Stücken eröffnet.“ Ausgerechnet in der vermeintlich freien Natur gilt also: Wer in seinem Wald eine Nutzung, und sei sie auch verboten, nicht wirksam unterbinden kann, der haftet für die Risiken auch der illegalen Nutzer.

Auf eine Gesetzesänderung werden wir wohl lange warten. Dennoch muss eine Lösung her. Wollen wir wirklich, dass in Essens Wäldern alle denkbaren Gefahrenstellen weiträumig eingezäunt werden?

Wolfgang Rohrberg, Geschäftsführer des Sportbundes Espo , bemüht sich um die Entschärfung dieses Konfliktes. Allerdings gestaltet sich der Kontakt zu den Querfeldein-Radlern schwierig. Sie sind selten in Vereinen organisiert, verabreden sich spontan über soziale Medien im Netz.

Querfeldeinradeln durchs Kamptal hält Rohrberg unabhängig von der Haftungsfrage für extrem gefährlich: „Wenn da ein Ast runter fällt, hilft ein Helm auch nicht mehr.“ Deshalb appelliert er an die Vernunft der Radler und im Zweifel der Eltern. Grundsätzlich schwebt ihm als Kompromiss die Einrichtung legaler Dirtbikeflächen vor. Der Espo kommt als Betreiber allerdings nicht in Frage: „Wir haben keine Kapazitäten mehr.“ Das Beispiel der Graffitisprayer zeige zudem, dass man mit solchen Angeboten nur einen Teil der Szene erreiche.

Mit dem Beispiel Kamptal will Grün und Gruga Politik und Bürger auf das Dilemma aufmerksam machen. Die Borbecker Bezirksvertreter haben klar Position bezogen: für die Bäume, gegen die Biker.

Kai Süselbeck



Kommentare
23.03.2012
20:59
Dialog
von SohnVomSohn | #56

Na gut, das Thema ist schon älter, aber: Es handelt sich wahrscheinlich um die Disziplinen Downhill, Freeride und Enduro ( Recherche).

Dass derwesten.de das Stammtischklientel anlockt ist sicherlich keine Neuigkeit, aber Nägel ausstreuen und Hunde auf Leute zu hetzen ist nicht nur strafbar, sondern auch sagenhaft dumm und mit Sicherheit asozialer als es sportelnde Jungs ohne Böses im Sinn sind.

Was fehlt ist im Großen und Ganzen ein vernünftiger Dialog und Verständnis. Dass Mountainbiker sich ihre Strecken selbst bauen, halte ich zumindest aus moralischer Sicht für einigermaßen legitim. Wir leben hier im größten Ballungsgebiet Europas - da muss dem Freizeitsport auf unserem begrenzten Raum ebenfalls sein angemessener Platz zuteil werden. Wenn Reiter (eine kleine "Elite") in nahezu jedem Essener Wald ihre eigenen Wege bekommen, muss auch den zahlenmäßig weit überlegenen Mountainbikern Rechnung getragen werden.

21.02.2012
19:48
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von frx-rider | #55

Einige Leute hier sind echt nicht akzeptabel.Packt euch doch mal alle an den Kopf!

Betreibt die Jugend Sport-ist es zu laut
Hängt die Jugend am Bahnhof ab-sind es Alkoholiker und Schläger
Hängen sie Zuhause rum-sind es Nichtsnutze

Seit froh das die Jugend Sport treibt.Sie ist unsere Zukunft!Sie werden bald die Renten bezahlen.

Nägel auf den Strecken verteilen?Drähte ziehen?gefährliche Körperverletzung!
Die Mountainbiker befahren Waldstücke in denen kaum Naturschutz gegeben ist.Freilaufende Hunde,schreiende Kinder,Autos......so sieht es in Heisingen aus.
Nur die Drahtzieher und Nägelverteiler gefährden Menschenleben.Wenn das nicht pervers und krank ist!Diese Leute gehören ohne Vorwarnung lebenslang hinter Gitter.

Und zum Naturschutz der Behörden.Bäume fällen um den Naturschutz zu sichern?Ich glaube dort arbeiten nurnoch Sonderschüler.
Oder reisige Baumfällmaschinen,die ganze Waldstücke zu einem Schlachtfeld machen!Echt super gemeistert!

Am besten stirbt die Menscheit aus!

2 Antworten
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von KnuthatMuth | #55-1

Sie sind auch einer von denen, die ohne Rücksicht mit hoher Geschwindigkeit an Hunden, Kindern und Spaziergängern vorbeirasen.
Typischer Vertreter von Potenzspinnern, die auf Öko machen.
Es wird Zeit, dass man Euch einbremst, aber leider seit Ihr zu feige anzuhalten.
Aber dafür habe ich eine lange Hundeleine.................

Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von frx-rider | #55-2

Achso ich bin ein Potenzspinner?
Zu feige anzuhalten?Wir haben einfach nur keine Lust uns die geistigen Ergüsse und Beschimpfungen von Ihnen anzuhören.(siehe "Potenzspinner")
Und gleich hier beleidigend zu werden zeugt von einem sehr niedrigen Gesellschaftsgrad.(oder besser noch IQ)
Gucken Sie sich den Wald(am Höhenweg zwischen Werden und Kettwig) mal genauer an.Ich sehe da nur 1 Meter tiefe Treckerspuren quer durch die Wälder!Achja sind wir Mountainbiker.Wir haben neuerdings 2m hohe und 1m breite Reifen!
Gefahrenbäume müssen weichen.Ich sehe da zu 90% nur 1A Holz liegen.Nichts verfaultes oder ähnliches.Geht anscheinend wieder nur um den Profit.
Auch die Wanderwege sind nahezu unbegehbar!Alles zerfahren von Waldmaschinen.(ach ne, Mountainbiker waren es)

Sie sind bestimmt auch einer,der den Pfiffi überall hinkacken lässt.Nach dem Motto,"ich laufe da ja nicht rein".Sehr assozial sowas!Aber ich toleriere es.(weil wir friedlich zusammen leben sollten)

Schönen Tag wünsche ich. :-

20.02.2012
16:25
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von KnuthatMuth | #54

Es ist wieder typisch,

für einige wenige an Potenz mangelnde Idioten, muss die Allgemeinheit wieder leiden.

Diese Typen meinen, mit Ihren HighTec Fahrrädern gehört Ihnen Wald und die Welt, aber wo das Hirn fehlt, kann man auch keine Rücksicht erwarten.

Man mag es kaum glauben, aber die rücksichtslosesten Verkehrsteilnehmer, sind die Radfahrer.

1 Antwort
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von frx-rider | #54-1

Aber Fussballfans die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen!
Alle Fussballstadien bitte sofort schließen!
Straßen sofort dicht machen.Dort sind nurnoch dumme Raser unterwegs!
Bürgersteige abschaffen!Da laufen Obdachlose und rücksichtslose Menschen rum.
Alle freilaufen Hunde sofort erschießen.Sie gefährden das Wild des Waldes!
Achja lassen Sie bitte sofort das Auto stehen!!!(Umweltschutz)
Nicht für jede Kleinigkeit Auto fahren.Benutzen Sie das Fahrrad!
Soll ich weiter machen?

Und wer sind Sie überhaupt das sie so über die Mountainbiker reden?
Sie haben absolut keine Ahnung um welche Menschen es sich handelt.Es sind zum größten Teil studierte Erwachsene,Berufstätige,Schüler von Gymnasien.Ich könnte noch weiter machen.
Es sind Menschen,die sehr wahrscheinlich Ihre Rente bezahlen werden.
Und haben Sie damals als Jugendlicher nicht auch viel im Wald gemacht?
Aber diese Verallgemeinerung von Ihnen zeigt eben das Sie hier das Individuum mangelnder Intelligenz sind.

Guten Abend!

20.02.2012
13:26
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Name von Moderation entfernt | #53

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.02.2012
12:29
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von opaherbert | #52

Im "kleinen" Herne hat man die Sache mit der Halde Hoppenbruch geregelt, nicht nur für die Biker!
In meiner Jugendzeit nannten wir uns noch nicht Dirtbiker, haben aber Trümmer- Anlagen beradelt, die der zweite Weltkrieg in Borbeck geschaffen hatte! - War ne prima Sache!! (nicht der Krieg!)

20.02.2012
11:21
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von ralloso | #51

zu green-street: radfahrer strengen sich körperlich an und atmen deshalb auch mehrmals ein und aus als sesselputzende autofahrer. wie wär´s mit einer zusatzsteuer für alle sportler, da die aktiven den dummschwätzern die luft zum atmen stehlen?

19.02.2012
20:25
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von ralloso | #50

Das Beste ist ja noch, man tut denen gar keinen Gefallen. Sobald die Bäume weg, kann man nicht mehr Dreck-Radeln und muß sich ein neues Gelände mit Hindernissen (Bäume) suchen!

19.02.2012
19:27
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #49

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2 Antworten
Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von amo17 | #49-1

Autobahnen/Zugstrecken sind ein gutes Beispiel. Es reicht nicht, einfach nur zu verbieten, es wird muss auch gegen Betreten gesichert werden.

Bei einem Wald stellt es sich sehr schwierig vor.

Essen muss Buchen wegen illegaler Dirtbike-Rennen abholzen
von frx-rider | #49-2

ja die Fussballschuhe aber auch besteuern.
Damit könnte man über Gehwege laufen.

Sie hast leicht reden.Für Fussballspieler gibt es an jeder Ecke geeignete Plätze.
Aber was für den Fussball getan wird.Ich lache mich gerade kaputt über "Schmarotzer".
Fussballfans sind doch die größten!
Oder wer bezahlt die ganzen Polizeiaufgebote bei den Fussballspielen?
Die zerstörten Verkehrmittel die Fussballfans benutzen?Es geht doch immer was zu Bruch.
Alles zahlt die Allgemeinheit.So wer ist jetzt der Schmarotzer!

19.02.2012
07:55
Das ist eine gute Nachricht für alle Hausbesetzer
von meigustu | #48

Denn viele von denen müssen noch ohne Heizung, Wasser und Strom auskommen. Teilweise sind sogar Gebäudeteile in einem lebensgefährlichen Zustand.

Auch Greenpeace wird die Regelung gutheissen. Bedeutet das doch im Analogschluss, dass ab sofort Schornsteine mit Sicherungsnetzen ausgestattet werden müssen. Damit nichts passiert falls mal einer mal beim protestieren runterfällt.

Und die gute Nachricht für alle Autofahrer. Rasen sie nur oft genug führt kein Weg daran vorbei das alle Strassen für 120 Stundenkilometer ertüchtigt werden.

18.02.2012
18:52
Ohne Verständniss
von MarioausKoeln | #47

Ich bin passionierter MTB Fahrer und bin früher auch Rennen mitgefahren. Jeder MTB Fahrer der ein bisschen Hirn im Kopf hat, fährt nicht querfeldein, sondern schützt das wo er sich am liebsten Aufhält - die Natur. Das gilt auch für Dirtbiker. Aus einem Naturschutzpark ein Abenteuerspielplatz zu machen, bedeutet eigentlich nur, das die Jungs und Mädels sich mal bei gemeinnützigen Aufgaben etwas abgregierten sollten, zum Beipiel Arbeiten zum Naturschutz. Bei all dem Gemecker von mir, stellt sich natürlich die Frage, ob Flächen zur Verfügung stehen um sich auszutoben, bzw ob diese Flächen zur Verfügung gestellt werden können. Denn entweder sind diese Dirtbiker einfach Deppen oder Sie wissen sich nicht anders zu helfen, weil es einfach keine Ausweichmöglichkeit gibt.

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