Essen ist auf vielen Hauptverkehrsrouten eine Dauer-Baustelle

Vor allem im Osten und Süden der Stadt treffen zurzeit viele Bauprojekte aufeinander. Gravierend ist die Situation in Steele, wo auf der Westfalenstraße und der Steeler Straße wichtige Verbindungen gestört sind.
Vor allem im Osten und Süden der Stadt treffen zurzeit viele Bauprojekte aufeinander. Gravierend ist die Situation in Steele, wo auf der Westfalenstraße und der Steeler Straße wichtige Verbindungen gestört sind.
Foto: Uwe Möller
Was wir bereits wissen
  • Mit 14 000 Baustellen-Genehmigungen hat das Amt für Straßen und Verkehr einen neuen Rekord aufgestellt
  • Das liegt vor allem an der maroden Infrastruktur der Stadt - viele Kanäle und Straßen müssen erneuert werden
  • Darunter fallen auch viele wichtige Achsen wie etwa die Steeler-, Westfalen- und Alfredstraße

Essen.. So viele Baustellen wie nie zuvor lähmen den Verkehr in Essen: 14 000 Genehmigungen hat das Amt für Straßen und Verkehr in diesem Jahr ausgesprochen und damit eine neue Höchstmarke erreicht.

Die Gründe für die angespannte Situation im Moment sind vielschichtig: Neben dem Zeitpunkt – viele Reparaturarbeiten wurden in die verkehrsärmeren Herbstferien gelegt – ist es vor allem die marode Infrastruktur der Stadt, die an vielen Ecken des insgesamt 1600 Kilometer lange Straßennetzes in Essen zum Vorschein kommt. Kanäle aus der Nachkriegszeit, löchrige Straßendecken und alte Leitungen für Strom und Gas bringen setzen viele Akteure gleichzeitig unter Druck.

Baumaßnahmen wie barrierefreie Haltestellen sind an Fördermittel gebunden

„Außerdem sind viele Baumaßnahmen an Fördermittel gebunden und damit zeitlich befristet, etwa der an vielen Stellen laufende Umbau zu barrierefreien Haltestellen durch die Evag“, erklärt Dieter Schmitz vom Amt für Straßen und Verkehr. Obwohl die in seinem Amt ansässige Koordinierungsstelle die unterschiedlichen Projekte priorisiere und versuche, so gut wie möglich aufeinander abzustimmen, seien Situationen wie im Moment bei der Fülle an Maßnahmen kaum zu vermeiden.

Meist zum Ende des Jahres tragen die Hauptverantwortlichen gemeinsam mit der Stadt die geplanten Großbaustellen für das nächste Jahr zusammen, darunter etwa Grün & Gruga, Evag, Stadtwerke und Steag: „Hinzu kommen aber immer auch ungeplante Arbeiten, die nicht aufschiebbar sind – etwa abbruchgefährdete Äste oder plötzlich auftauchende, gravierende Straßenschäden“, erklärt Schmitz. Die 14 000 Genehmigungen in diesem Jahr umfassten dabei das gesamte Spektrum von der Container-Aufstellung bis hin zur umfangreichen Kanalsanierung.

Steele ist besonders betroffen

Dass es manche Stadtteile mitunter besonders treffe, sei nicht zu verhindern: „Speziell für die Menschen in Steele ist die Belastung zurzeit enorm, da sowohl auf der Steeler Straße als auch der Westfalenstraße gebaut wird. Aus diesem Bereich erreichen uns auch die meisten Beschwerden“, sagt Schmitz. Auf der Westfalenstraße wird die Belastung von längerer Dauer sein: Voraussichtlich bis Ende 2018 erneuern die Stadtwerke dort auf einer Länge von 1400 Metern den Abwasserkanal auf dem Abschnitt zwischen Kunstwerkerstraße und Am Deimelsberg. Immerhin auf der benachbarten Ruhrallee rollt der Verkehr ab morgen wieder sperrungsfrei: Dort werden heute von 9 bis 15 Uhr noch die letzten Fahrbahnmarkierungen aufgebracht und jeweils eine Spur gesperrt.

Dabei müssen Pendler nicht nur im Osten der Stadt während des Berufsverkehrs aktuell mehr Zeit einplanen: Auch im Süden sind viele wichtige Verkehrsachsen zum Teil gesperrt, darunter etwa die Alfredstraße im Bereich Bredeney, die Wittenbergstraße zwischen Rüttenscheid und Stadtwald und die Hufelandstraße in Holsterhausen. Mit der Gutenbergstraße wurde vergangene Woche zusätzlich eine wichtige Verbindung in die Innenstadt gekappt, dort werden bis mindestens März 2017 die Bahn- und Bushaltestellen barrierefrei umgebaut.