Essen im Panini-Fieber: Mehr als 500 Sammler bei der WAZ-Tauschbörse

Volles Haus: Hunderte WAZ-Leser kamen gestern in die Kantine des Verlagshauses, um eifrig Bilder zu tauschen.
Volles Haus: Hunderte WAZ-Leser kamen gestern in die Kantine des Verlagshauses, um eifrig Bilder zu tauschen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Zur 1. Offiziellen Tauschbörse kamen am Donnerstag mehr als 500 Sammler in die Kantine der Funke Mediengruppe. Promi Christian Keller gab Autogramme.

Essen.. Essen im Panini-Fieber: Eigentlich soll die 1. Offizielle WAZ-Tauschbörse am Donnerstag um 15 Uhr beginnen. Doch schon um 14 Uhr stehen die ersten Sammler erwartungsfroh vor den Pforten des Verlagsgebäudes an der Friedrichstraße. Mehrere Stunden lang soll in der Kantine – bei ständigem Kommen und Gehen – drangvolle Enge herrschen.

„Uns fehlen nicht mehr viele“, sagen Erika und Albert Rogge aus Frohnhausen. Da ist es kurz nach drei. Schon eine dreiviertel Stunde später ist die Jagd nach 53, 68, 78, 81, 123 , 306 und 307 beendet. „Das Buch ist voll“, frohlockt die treue WAZ-Leserin. Besagtes Buch ist das Heft „Essen sammelt Essen“, in das die begehrten 312 Klebebilder passen - vom alten Krupp bis TV-Star Henning Baum, von Boss Rahn bis Schwimmstar Christian Keller. Der 42-Jährige („Glitzersticker Nr. 177“), der jeden Morgen 2000 Meter schwimmt, gibt eifrig Autogramme und ist ein Sportidol zum Anfassen.

„Ich hatte höchstens zwei Dutzend Sammler erwartet“, staunt der Promi. Jetzt ist er „total überrascht“, dass bis halb sieben mehr als 500 Sammler die Tischreihen füllen. „Sie sind mit so viel Euphorie und Enthusiasmus bei der Sache – ein schönes Gefühl“, sagt Keller. Und stemmt die achtjährige Finja Linnert aus Rüttenscheid, eine der jüngsten Sammlerinnen, in die Höhe. Die Schülerin ist mit Mutter und Schwester gekommen und hat großes Glück: Eine ältere Sammlerin schenkt ihr fast 60 Sticker.

Konzentration an den Tischen

Wildfremde Menschen kommen schnell ins Gespräch, selbst im Stehen. „Uns fehlt nur noch ein einziges Bild, die Nummer 220“, fiebern Gunhild und Herbert Behnfeldt aus Schuir. 220 – das ist das begehrte Motiv „Wasserfall in der Gruga“.

Der Geräuschpegel ist konstant hoch, aber an den Tischen geht’s so konzentriert zur Sache wie bei einer kniffeligen Schachpartie. Echte Panini-Fans sind leidenschaftlich, geduldig und so akribisch wie Buchhalter. Die meisten treten als Teams auf: Er tauscht, sie hakt ab. Mal sind die Klebebilder mit Gummis zu Päckchen gebündelt, mal füllen sie Butterbrotdosen. Unverzichtbar: die Bestands- und Beuteliste, in die jeder Treffer mit einem zufriedenen Lächeln abgehakt wird. Die meisten haben sie daheim am PC ausgedruckt.

Mitarbeiterinnen der Funke-Marketingabteilung verteilen Kugelschreiber zum Abhaken und Traubenzucker als Nervennahrung. „Die tolle Resonanz zeigt, dass wir mit dem Panini-Album den Nerv unserer Leserschaft getroffen haben“, sagt Marketing-Managerin Christina Schulte.

Panini-Album Einer der ältesten Sammler ist Günter Kupferschmidt (83) aus Kray, der mit seiner Partnerin Marlies Krefting gekommen ist. Um viertel vor vier hat sie die begehrte Nummer 208, das Café Nord, geschossen. „Das Heft ist voll.“ Dasselbe können auch die Behnfeldts sagen. „Es war schön bei Euch.“