Essen hat die erste Stiftung in NRW mit einem Kinder-Beirat

„Wir ermuntern andere Stiftungen, auch einen Kinderbeirat einzusetzen“: Werner Meys, Vorstand der Anneliese-Brost-Stiftung, und Kinderbeirats-Mitglied Janis (11), der aufs Bredeneyer Goethe-Gymnasium geht.
„Wir ermuntern andere Stiftungen, auch einen Kinderbeirat einzusetzen“: Werner Meys, Vorstand der Anneliese-Brost-Stiftung, und Kinderbeirats-Mitglied Janis (11), der aufs Bredeneyer Goethe-Gymnasium geht.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
15 Kinder zwischen zehn und 17 Jahren entscheiden bei der Anneliese-Brost-Stiftung selbst darüber, an wen 15.000 Euro jährlich verteilt werden.

Essen.. Die Anneliese-Brost-Stiftung unterstützt seit vielen Jahren Projekte im Ruhrgebiet, die sich um Kinder und Jugendliche verdient machen, die mit schlechteren Start-Chancen ausgerüstet sind als andere. So fördert die Stiftung zum Beispiel allein ihre beiden so genannten „Leuchttürme“ in diesem Jahr mit mehr als 400.000 Euro – das sind ein Wohnheim in Bredeney und das „Förderturmhaus 2“ im Nordviertel, wo Kinder aus dem Quartier unter anderem Hausaufgabenhilfe bekommen.

Einen eigenen Etat bekommen hat jetzt auch der neu eingerichtete Kinderbeirat der Stiftung: „Wir sind die erste Stiftung in NRW, die einen Kinderbeirat einsetzt und ermuntern andere Stiftungen ausdrücklich, dies auch zu tun“, berichtet Werner Meys vom Vorstand der Stiftung.

Das Mindestalter beträgt zehn Jahre

Im letzten Herbst konnte man sich für eine Mitgliedschaft im Kinderbeirat bewerben, mindestens zehn Jahre alt muss man sein, und die Stiftung gab nur vor, dass ein Teil der Kinder aus jenen Häusern kommt, die die Stiftung unterstützt.

Wer Anneliese Brost war

Julian (14) hatte sich hingegen einfach so beworben: Er stammt aus Moers und hatte vom Beirat in der Zeitung gelesen. „Ich finde gut, dass man was bewegen kann, dass hier nicht nur gequatscht wird.“ Anna (11) von der BMV-Schule findet es „unheimlich wichtig, dass die Projekte, für die wir uns entscheiden, auch wirklich etwas nützen.“

15 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren können in ihren Sitzungen, die zweimal jährlich stattfinden, über einen jährlichen Gesamtetat von 15 000 Euro verfügen; damit sollen zehn Projekte unterstützt werden. Die Kinder bekommen die Förderanträge, die man auf der Homepage des Kinderbeirats ausfüllen kann, sozusagen direkt auf den Tisch. „Wir müssen uns dann erst mal über die Projekte informieren und am Ende entscheiden.“

Werner Meys erzählt, dass er in den letzten Wochen gelernt hat, „wie vernünftig und sachorientiert Kinder gemeinsam Entscheidungsprozesse gestalten“, und so konnte der Kinderbeirat bereits folgende Projekte unterstützen: Linda (15) aus Hünxe machte sich zum Beispiel dafür stark, dass ein Teil des Geldes der Schreikindambulanz des Elisabeth-Krankenhauses zur Verfügung gestellt wird. „Nach einem Besuch konnten wir feststellen“, erzählt Linda, „dass die Unterstützung dort wirklich sehr gut aufgehoben ist.“ Andere plädierten mit Erfolg für Sprachkurs-Projekte für Flüchtlinge.