Essen genießt den ersten Hochsommertag

Endlich ist das Wellenbecken im Essener Grugabad gut besucht - bei 34 Grad eine willkommene Erfrischung.
Endlich ist das Wellenbecken im Essener Grugabad gut besucht - bei 34 Grad eine willkommene Erfrischung.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Essen erlebt ein langes Wochenende der Extraklasse: Das gute Wetter füllt die Freibäder und die Ruhr Games locken mit Sport, Show – und Jan Delay.

Essen.. Jeder Freibad-Mitarbeiter kennt das Phänomen: Endlich kommt der Sommer – und die Badegäste bleiben aus. „Die Leute brauchen ein paar Tage, bis sie in Freibad-Stimmung kommen“, sagt der stellvertretende Leiter des Kombibades Oststadt, Fatih Tiryaki. Dort verloren sich über den Fronleichnams-Feiertag gerade mal 400 Besucher. Am Freitag sind die Leute dann in Stimmung, da hat Tiryaki die 400 schon mittags gezählt, peilt bis abends 1500 bis 2000 Gäste an. „Heute werden sie im 20-Minuten-Takt ins Bad geschwemmt: mit jeder S-Bahn.“

Auch im Grugabad bilden sich da Schlangen, so dass man die dritte Kasse öffnet. Wegen des Brückentags, an dem viele Kinder schulfrei haben, ist durchgehend geöffnet. Am Donnerstag hatte auch das nichts genutzt, da erlebte auch hier Badleiter Georg Schwiderski Anlaufschwierigkeiten: „Nur 800 Besucher sind gekommen, wohl auch weil’s vormittags noch zu kühl war.“

Schlangen vor dem Grugabad

Das meint auch sein Kollege Sven Prochnow vom Freibad Hesse in Dellwig: „306 Badegäste am Donnerstag – das waren die Schäfchenwolken am Morgen schuld. Der Himmel muss wolkenlos sind, damit die Leute kommen.“ Wie am Freitag, wo er den tausendsten Besucher schon gegen 13.30 Uhr begrüßen kann und damit schon die Rekordmarke im laufenden Jahr erreicht hat. Nach dem schlechtesten Mai, den er je in Hesse erlebt hat.

Kommentar Noch schlechter fiel der Saisonstart wohl nur im Kombibad Kettwig aus: Wegen einer anstehenden Reparatur des 50m-Beckens blieb der Außenbereich zunächst komplett geschlossen. Erst am gestrigen Freitag startete hier die Freiluftsaison – zwar ohne Sportbecken, aber mit Schlangenbildung und bereits 1000 Gästen zur Mittagszeit.

Schleppender Auftakt der Ruhr Games

Von solchen Dimensionen kann das kleine Freibad Steele naturgemäß nur träumen, aber mit 600 Besuchern am Freitagmittag sei es doch „schön voll“, findet Hannelore Rottmann vom Trägerverein. Am Donnerstag habe man – nach einem schleppenden Start in den Tag – immerhin 330 Gäste begrüßt.

Schleppend – so kann man auch den Auftakt des zweiten großen Freiluft-Angebots am langen Wochenende bezeichnen: Die Ruhr Games, die eine Mischung aus Sport und Show an den Baldeneysee und auf Zollverein bringen, fanden teils vor überschaubarer Kulisse statt. Sogar die atemberaubende Freestyle-Motocross-Show am Mittwochabend auf Zollverein hätte noch mehr Zuschauer verdient gehabt. Und selbst bei der – bejubelten – Urbanatix-Auftakt-Show, ebenfalls ohne Eintritt, war vor der Bühne noch Platz. Sonst verkaufen die Urbanatix-Athleten mühelos und mehrfach die Jahrhunderthalle in Bochum aus. Wirklich dürftig besucht waren die Veranstaltungen am freien Fronleichnam-Donnerstag: Egal ob Beachvolleyball, Tennis oder Kanu-Sprint – es schauten die Leute zu, die den Tag eh zum Ausflug an den See nutzten. Sie wurden vom Ruhr-Games-Programm überrascht. Am Samstag geben die Organisatoren noch mal Gas, unter anderem mit dem Auftritt von Jan Delay auf Zollverein (ab 19.30 Uhr).