"Essen für dich" ist Heimatkunde für Kinder

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Essen. "Essen für dich" heißt das erste Stadtbuch, das nur für die jüngsten Bürger geschrieben wurde. Darin wird Kindern in altersgerechter Form ihre Heimat näher gebracht. Darin beschreibt Autorin Katrin Martens die Entwicklung von der Urzeit bis ins Industriezeitalter.

Oberbürgermeister Reinhard Paß hat es abends im Bett gelesen, sein Pressesprecher in der Badewanne, und beide fanden es nach eigenem Bekunden genauso spannend wie Nils Schulz.

Der Neunjährige geht in die Klasse 4B der Cosmas- und Damian-Grundschule in Frohnhausen und gehört zu den Ersten, die im vielleicht ungewöhnlichsten Buch über Essen und seine Geschichte geschmökert haben. „Essen für dich“ heißt die Neuerscheinung, die gestern im obersten Rathausgeschoss vorgestellt wurde und in ihrem Untertitel die Spur legt: „Kinder entdecken ihre Stadt.“

"Bundesweit einzigartig"

Der Versuch, Kindern in altersgerechter Form die eigene Heimatstadt nahezubringen, sei „bundesweit einzigartig“, schwärmte Paß, und der zuständige Jugendezernent Peter Renzel sprach von einem „echten Meilenstein“ auf dem Weg zum großen Ziel, eine „Großstadt für Kinder“ zu sein.

Als Wegbereiterin darf sich in diesem Fall Katrin Martens betrachten. Die in Essen geborene NRZ-Redakteurin, von der das Konzept für die NRZ-Kinderseite „Knuts Klartext“ stammt, hat das Buch geschrieben und auch dabei den richtigen Ton getroffen. So wie in der NRZ Eisbär Knut die Welt erklärt, so führt in „Essen für dich“ der Maulwurf Max durch die Geschichte der Stadt.

Quiz-Ecken und Infokästen

Der Streifzug durch die Jahrhunderte beginnt in der Urzeit, beschreibt die Entwicklung der Stadt zur Industriemetropole und erläutert, was die Politiker meinen, wenn sie vom „Strukturwandel“ reden. Im zweiten Teil des Buches wird das moderne Essen vorgestellt, und die jungen Leser lernen zum Beispiel, wie eine Stadtverwaltung funktioniert und wohin das schmutzige Wasser fließt.

Kleine Info-Kästen („Wusstest du...) und Quiz-Ecken („Rate mal!) machen aus der Lektüre eine abwechslungsreiche und oft genug überraschende Reise durch Essen und seine Besonderheiten. Oder hätten Sie geahnt, dass in der Kirche am Brandenbusch in Bredeney die Familienbänke der Krupps zu bestaunen sind?

Alles über Essen auf 136 Seiten

Nils Schulz und andere Kinder aus der Lönsberg- und der Cosmas und Damian-Schule durften sich als „Test-Leser“ bereits intensiv mit dem Buch beschäftigen, demnächst soll es als Standardwerk in allen Essener Grundschulen zum Einsatz kommen. Möglichst noch in diesem Jahr werden deshalb alle Essener Drittklässler ein Exemplar erhalten. Vorteil: Wenn im Sachunterricht das Thema Heimatkunde auf dem Stundenplan stand, mussten sich Lehrerinnen und Leser bislang mit selbst zusammengestellten Materialien behelfen. Nun gibt es alles über Essen auf 136 Seiten, bunt bebildert und mit einem kindgerechten Blick auf diese Stadt. Den dürfen übrigens auch interessierte Erwachsene riskieren – lohnt sich.