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Städte-Ranking

Essen beweist als Wirtschaftsstandort besondere Dynamik

02.12.2012 | 08:00 Uhr
Unvergesslich für Essener wie für Besucher der Stadt: das Still-Leben auf der A40. Das Kulturhauptstadtjahr 2010 lockte viele Touristen nach Essen, was sich auch im Städte-Ranking positiv niederschlägt.Foto: Ilja Höpping

Essen.  Ein neues Städteranking vergleicht den Ist-Zustand und die Entwicklung der 50 größten deutschen Städte. Bei der Dynamik liegt Essen auf Platz 1 in NRW. Womit die Stadt punktet und wo es Abzüge gab - ein Überblick.

Essen ist unter den Großstädten in NRW die dynamischste Stadt. Das geht aus dem aktuellen Städteranking hervor, das die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vorgelegt hat. Auch bundesweit schneidet Essen beim Dynamik-Vergleich gut ab und landet in dieser Kategorie, die die Entwicklung der 50 größten deutschen Städte im Zeitraum 2006 bis 2011 erfasst, auf Rang 13.

Die weniger gute Nachricht: Im Niveau-Ranking der Untersuchung, das den Ist-Zustand vergleicht, kommt Essen unter den 50 Großstädten nur auf Platz 33. Selbst im Revier liegen Mülheim, Bochum und Hagen hier noch vor Essen. Die Studie berücksichtigt 90 ökonomische und strukturelle Indikatoren wie Einkommen oder Wirtschaftsleistung.

Das sind Essens Stärken im Dynamik-Ranking:

Tourismus: Die Zahl der Gästeübernachtungen stieg von 2006 bis 2010 um 0,7 pro Einwohner. Der Durchschnitt betrug 0,3. Das brachte Essen - wohl nicht zuletzt durch das Kulturhauptstadtjahr - Rang 9.

Das war 2010 in Essen

Kriminalität: Der Anteil der aufgeklärten Fälle an allen gemeldeten Straftaten legte um 2,1 Prozentpunkte zu. (Mittel 0,1) Das bedeutete Platz 17 im Städtevergleich.

Hochqualifizierte: Ihr Anteil an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm um 1,7 Prozentpunkte und damit überproportional zu. Platz 19.

Die Negativbewertungen im Dynamik-Ranking:

Arbeitslose: Die Zahl der Hartz-IV-Empfänger stieg von 2006 bis 2011 um 0,5 Prozentpunkte. Platz: 47.

Kriminalität: Die Zahl der gemeldeten Straftaten bezogen auf 100 000 Einwohner nahm um 8,3 Prozentpunkte zu. Rang: 43

Einwohner: Essen hat mit 1,7 Prozent einen vergleichsweise hohen Bevölkerungsrückgang. Rang 41.

Hier punktete Essen beim Niveau-Ranking:

Sparanstrengungen: 40 Prozent der befragten Unternehmen attestierten der Verwaltung einen guten Umgang mit öffentlichen Geldern. Das bedeutete Platz 17 beim Kostenbewusstsein. Spitzenreiter ist Hamm: 68 Prozent.

Einkommensteuerkraft: Diese ist mit 307 Euro je Einwohner überdurchschnittlich. Das Mittel der untersuchten Städte beträgt 295. Rang 20. Spitzenreiter ist München: 517 Euro.

Hochqualifizierte: 13,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt haben einen Hochschulabschluss. Das Mittel lag bei 13,4 Prozent. Essen belegt Rang 24. Spitzenreiter Stuttgart: 22 Prozent.

Hier gab es Abzug beim Niveau-Ranking:

Demografie: Die Bevölkerung in Essen ist relativ alt. Rang 43.

Arbeitslose: Auf 100 Einwohner kommen statistisch 10,1 Hartz-IV-Empfänger. Im Schnitt der untersuchten Städte sind es nur 8,1. Platz 42.

Arbeitslosenquote: Sie lag 2011 laut Ranking bei 12 Prozent (Durchschnitt 9,5). Das heißt Rang 42.

Janet Lindgens



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