Essen beim Papierrecycling bundesweite Spitze

Essen.. Beim Wettbewerb um die höchste Papier-Recylingsquote ist Essen erneut als Spitzenreiter ausgezeichnet worden. Sowohl in der Verwaltung als auch in Schulen setzt Essen ausschließlich Recycling-Papier mit dem „Blauen Engel“ ein.

Die Zahlen sprechen für sich: Von den jährlich verbrauchten 16,6 Millionen Blatt Büropapier in der Essener Verwaltung sind hundert Prozent recycelbar. Bundesweit landet Essen damit auf dem ersten Platz im Wettbewerb um die höchste Recycling-Quote. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten „Papieratlas 2011“ der Initiative Pro Recyclingpapier hervor. Die 65 untersuchten Großstädte mit mindestens 100.000 Einwohnern haben in den Verwaltungen eine durchschnittliche Recyclingpapierquote von 70 Prozent.

Der „Papieratlas“ wird gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium, dem Deutschen Städtetag und dem Umweltbundesamt erstellt. Der Sprecher der Initiative, Michael Söffge, bezeichnete die deutschen Städte als Vorbilder auf dem Gebiet. In den Behörden von zehn Städten werde nur noch wiederverwertbares Papier mit dem anerkannten Umweltzeichen Blauer Engel genutzt. 37 Städte hätten ihre Quote im Vergleich zum Vorjahr erhöht. „Das ist eine beeindruckende Entwicklung“, sagte Söffge am Freitag in Berlin. Den Städtewettbewerb hatten Essen und Bonn bereits im Vorjahr gewonnen.

Wassermenge entspricht einem Verbrauch von rund 51.000 Bundesbürgern

Allein die Stadt Essen spart durch das umweltfreundliche Papier jährlich rund 6,5 Millionen Liter Wasser und 1,32 Millionen Kilowattstunden - das entspricht dem Stromverbrauch von gut 380 Drei-Personen-Haushalten. Die Wassermenge entspricht einem täglichen Verbrauch von rund 51.000 Bundesbürgern. Für die gleiche Menge Frischfaserpapier müssten 448.500 Kilogramm Holz vernichtet werden.

Im Vergleich dazu sind die Bundesbehörden wahre Papier-Verschwender: Im Schnitt sind nur sieben von zehn Papierblättern recycelt, wie der zuständige Referatsleiter des Bundesumweltministeriums, Ulf Jaeckel, sagte. In den kommenden drei Jahren solle der Schnitt aber auf 90 Prozent ausgebaut werden.

Söffge sagte: „Es gibt immer noch Vorbehalte gegenüber Recyclingpapier.“ Diese seien aber unbegründet. Die Papierart, die aus Altpapier produziert wird, sei modern und hielte jedem Vergleich stand. Der Mentalitätswandel setze sich leider nur langsam durch. (mit dapd)