Essen am Wochenende ein einziges Feuchtgebiet
14.11.2010 | 19:51 Uhr 2010-11-14T19:51:00+0100
Essen.Die sintflutartigen Regenfälle sorgten für gesperrte Straßen, volle Keller und Hochwasser an Ruhr und Emscher. Bredeney lag in den 48 Stunden des Tief „Carmen“ deutschlandweit an viertfeuchtester Stelle.
Bredeney wäre ein gutes Beispiel: In einem normalen November kommt der Stadtteil im Süden vielleicht auf 83 Liter Regen. Dieser November wird anders sein: Von Freitagmorgen bis Sonntagmorgen notierten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes an der Wallneyer Straße genau 81,6 Liter Niederschlag. Bredeney lag damit in den 48 Stunden, in denen das Tief „Carmen“ seine Schleusen hemmungslos öffnete, deutschlandweit an viertfeuchtester Stelle, noch vor dem Brocken im Hochharz.
Über diese Platzierung wird sich so recht keiner freuen: Nach den sintflutartigen Regenfällen vor allem am Samstag, 13. November, meldete ganz Essen „Land unter“. Straßen verwandelten sich vielerorts zu beeindruckenden Seenlandschaften. Die A 40 musste bei Holsterhausen, Frohnhausen und im Tunnelbereich immer wieder gesperrt werden, „viele Fahrzeuge blieben in den Wassermassen liegen, wir mussten die Fahrer aus den Autos retten“, berichtete Feuerwehr-Sprecher Mike Filzen.
Sandsack-Barriere
Samstag, der 13. November, wird ihm und seinen Kollegen in Erinnerung bleiben: Von fünf Uhr morgens an war die Feuerwehr nahezu pausenlos im „Wassereinsatz“. Gegen Mittag, als alle Reserven damit beschäftigt waren, Gullys vom Laub zu befreien, überflutete Straßen trocken zu legen, Keller auszupumpen, an der Ruhr die Sandsäcke zu füllen, um beispielsweise an der Laupendahler Landstraße in Werden mit einer Barriere Häuser und Garagen zu schützen, rief die Einsatzzentrale schließlich das Technische Hilfswerk zu Hilfe. Über 150 Einsätze zählte man bis Sonntagmittag, bei der Polizei kamen die Streifen sogar auf 225 Einsätze: „Wir mussten immer wieder Straßen sperren, das ging schon an die Grenzen“, so ein Sprecher. Erfreulicherweise sei es kaum zu Unfällen gekommen, „die meisten Autofahrer sind vorsichtig gefahren“.
Bei der Evag sorgte das Wasser ebenfalls für Turbulenzen im Fahrplan. Die Margarethenhöhe beispielsweise war am Samstag von 13 bis 14.30 Uhr abgeschnitten, die Steinbrücke an der Sommerburgstraße stand unter Wasser und musste erst freigepumpt werden. Da ging’s auch für die U-Bahn nicht weiter. Das galt auch für einige Buslinien. Es war einfach zu viel Regen. Die Ruhr erreichte am Sonntagmorgen einen Pegelstand von fast sechs Metern, erst gegen Mittag gab der Ruhrverband Entwarnung: Der Scheitel der Flutwelle dürfte durch sein.
Die Emschergenossenschaft ging ebenfalls auf Nummer sicher. „Deichläufer“ kontrollierten die Erdwälle, bei Karnap fehlten bis zur Krone nur zwei Meter, „am Messpunkt Oberhausen hatten wir einen Wasserstand von 6,80 Meter“, so Sprecherin Silke Wilts, „das hatten wir zuletzt vor zwölf Jahren“. Anders als bei „Kyrill“ liefen die Pumpen störungsfrei, auch die kleineren Deiche an den „Köttelbecken“ hielten dem Druck stand.
Mehr Ärger hatten da schon die Essener Stadtwerke, nachdem das Hochwasser zu „Eintrübungen“ des Trinkwassers in Burgaltendorf geführt hatte. Der hohe Druck des schnell anlaufenden Hochwassers habe die Luft aus dem Untergrund verdrängt, Eisen- und Manganpartikel gelöst: „Gesundheitlich ist das völlig unbedenklich, dennoch haben wir vorsorglich stärker desinfiziert“, so Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun. Nun dürfte vielerorts das Aufräumen beginnen, Carmen ist durch, und, immerhin, es soll endlich trocken bleiben.
10:28
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00:07
Der Begriff Feuchgebiete ist urheberrechtlich mit einem anderen Thema assoziiert :-) Nämlich mit einer Frau mit politischem Bewusstsein, die unserem Bundespräsidenten - unter gewissen Voraussetzungen - eine Liebesnacht offeriert.
19:09
Das ist es ja: Sobald das Laub anfängt zu fallen, lässt sich keine Kehrmaschine mehr blicken. Und dann wundert man sich, dass die Gullis mit Laub verstopft sind?? Die Gebühren sackt sich die Stadt ein aber wenn du deinen Keller nicht voll Wasser haben willst, musst du dich selbst drum kümmern dass das Laub von der Strasse kommt.
12:44
Schaue ich mir die Fotos an, auf denen Feuerwehrmänner die Gullys von Laubbergen befreien, dann frage ich mich, wofür ich Straßenreinigungsgebühren zahle.
Auch die Bochumer Landstraße war nur deswegen überflutet, weil Gullys mit Laub verstopft waren.
Ich finde es lobenswert, dass Bürger selbst tätig werden, um das Problem zu lösen. Aber eben: Ich frage mich immer mehr, wofür ich jährlich - steiegende - Gebühren an die Stadt bezahlen muss.
11:15
#8 : Das habe ich auch so gedacht ! Das Laubproblem muss man allerdings grundsätzlich besser in den Griff kriegen und dadurch erledigt sich das ein oder andere weitere Problem .
10:49
ist doch genau das gleiche.... die deppen die samstag morgen auf der A40 mit knappen 100 sachen an einem vorbeirauschten und volle lotte in die wassermassen gesemmelt sind. da kannste dann nur noch langsam dran vorbeifahren und ihnen freundlich grinsend zuwinken, wenn die da festsitzen.
08:40
Die Margarethenhöhe war über die Brücke den kompletten Samstag nicht zu passieren. Warum Autofahren offensichtlich tieferes Wasser trotzdem unbedingt passieren müssen und dann natürlicht nicht weiterkommen, ist mir unverständlich.
07:30
Die höchste Stelle in Essen ist Am Korstick
03:53
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23:42
Bredeney säuft nicht ab, es sei denn die Ruhr steigt un 50 Meter.