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Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg

24.10.2012 | 08:00 Uhr
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
Volle Straßen in der City: Auch zum Einkaufen pendeln viele nach Essen, doch die Bevölkerungszahl schrumpft seit mittlerweile einem halben Jahrhundert von einst 750.000 auf 570.000.Foto: Sebastian Konopka

Essen.   61 % der Essener glauben, der Bevölkerungsschwund lasse sich nicht mehr stoppen. Aktuelle Zahlen widerlegen das – aber sind sie belastbar? Dass am Ende mit etwas Glück ein Plus bei den Einwohnern steht, dürfte die meisten Einheimischen überraschen.

Essens Bevölkerung schrumpft , heißt es immer wieder, und zwar mit gehörigem Tempo. Aber dann fällt der Blick auf diese Zahl, die sie vor ein paar Tagen ins städtische Internet-Portal eingepflegt haben: 570.725 Einwohner mit Hauptwohnsitz zum 30. September – sind das nicht einige hundert mehr als in den Quartalen zuvor? Ist etwa der Umkehrtrend geschafft und das CDU-Motto von der „wachsenden Stadt“ mehr als nur ein frommer Wunsch?

Barbara Erbslöh versteht die Begeisterung, aber ihr Job ist es, diese ein wenig zu bremsen: Denn das Ende des dritten Quartals, oder überhaupt der Monat Oktober, bescherte auch in so manchem Vorjahr ein kleines Zwischenhoch bei den ersten Wohnsitzen, und die Leiterin des Amtes für Statistik, Stadtforschung und Wahlen hat dafür eine simple Erklärung: Das Wintersemester hat begonnen, die Studenten drängen an die Uni – diesmal mehr als üblich, weil schon eine erkleckliche Zahl von Schulen doppelte Abi-Jahrgänge entlassen haben.

Und darum empfiehlt es sich wohl, den Jubel über eine Umkehr des Schrumpfungsprozesses noch etwas zurückzuhalten: „Lassen Sie uns erst mal abwarten, ob die Zahlen zum Jahresende auch noch höher liegen“, mahnt Erbslöh, obwohl: „Auszuschließen ist das nicht.“ Denn der Wanderungssaldo fiel zuletzt positiv aus, es ziehen also mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg.

Plus bei den Einwohnern

Dass am Ende mit etwas Glück ein Plus bei den Einwohnern steht, dürfte die meisten Einheimischen überraschen, denn im Rahmen des repräsentativen NRZ-Bürgerbarometers waren sie eher pessimistisch gestimmt: „Essens Bevölkerung ist in den vergangenen 50 Jahren um ein Viertel geschrumpft. Glauben Sie, dass sich dieser Trend noch umkehren lässt?“ – So hatten wir gefragt und bei 61 Prozent der 521 Befragten ein (sehr) deutliches Kopfschütteln geerntet. Nur zwölf Prozent meinten, klar, diese Entwicklung lasse sich korrigieren.

Und wenn überhaupt, mit welchen Maßnahmen könnte man den Abwärtstrend bei den Einwohnerzahlen wohl umkehren? Jedem Zweiten fallen da „attraktive Wohngebiete“ ein, die es zu entwickeln gelte, nahezu genauso viele denken an einen deutlichen Ausbau von Plätzen zur Kinderbetreuung. Nicht vorgegeben hatten wir die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu nennen. Diese werden aber von vielen Befragten zusätzlich angeführt, obwohl die Pendlerstatistik lehrt: Es pendeln täglich 42.580 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr rein nach Essen als raus in andere Städte. Haben sie hier nur kein attraktives Zuhause gefunden? Die Statistik wird’s zeigen. Im Januar wissen wir mehr.

Wolfgang Kintscher



Kommentare
25.10.2012
07:36
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von StylusColor | #11

Ich schliesse mich a_ha vollkommen an. Nur weg hier aus dieser hässlichen u. abrünnigenden Stadt.

1 Antwort
Na dann los
von totti0405 | #11-1

Sie sind (vermutlich) ein freier Mensch, also können Sie wegziehen oder gar nicht erst herkommen, wenn Sie es so schrecklich finden. Wo ist das Problem?

Also nicht hier rumkommentieren, sondern Taten sprechen lassen.

Ein Frage noch: Was bitte ist eine "abrünnigende" Stadt??

25.10.2012
00:52
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von boehmann | #10

Genau , und die haben meist einige tausend Kilometer hinter sich.
Und irgendwann ziehen die wieder weg.

24.10.2012
20:47
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von Neumoerser | #9

Jede Statistik ist so gut, wie man sie g....... hat. Ist die Frage wer die Zugewanderten sind?
Ich jedenfalls bin super froh den Schritt: weg aus Essen- getan zu haben.
Mich zieht wirklich nicht mehr nach Essen, wo ich 60 Jahre gewohnt habe und geboren wurde.

1 Antwort
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von amo17 | #9-1

Moers ist ja echt ein Knaller. Dass dort nicht schon zig Millionen wohnen!?

24.10.2012
18:41
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von a_ha | #8

Ich jedenfalls würde lieber wegziehen...

1 Antwort
würde hätte täte könnte sollte
von totti0405 | #8-1

Warum sprechen Sie im Konjunktiv? Warum tun Sie es dann nicht einfach? Zwingt Sie jemand, hier zu bleiben, wenn es Ihnen nicht gefällt?

24.10.2012
17:11
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #7

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.10.2012
14:50
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von stoffel747 | #6

Wo ist die Statistik in welchem Stadteil die meisten hingezogen sind? Wo findet sich eine Satistik der neuen mit Vollzeitbeschäftigung? Duisburg erfreut sich zum Beispiel an 323 Neu Bürgern, allerdings auf eine Melde Adresse. Komisch irgendwie alles. Oder doch nicht? Es ist altbekannt das man Statistiken so machen kann, das man einem anderen suggestieren kann, was dieser haben möchte. Ich finde das Volksverarsche, leider nimmt das kein Ende.

24.10.2012
10:21
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von damalsinessen | #5

http://www.derwesten.de/staedte/essen/in-den-1960er-jahren-war-essen-noch-eine-junge-stadt-page2-id6940922.html

Artikel s. Link. An diese Entwicklung i.d. 60ern sollte man sich in unserer Politik erinnern.
Zukunftsfähigkeit und gut bezahlte Arbeitsplätze wie attraktiven Wohnraum und eine lebenswerte Stadt schaffen. Dann kommen die Steuer zahlenden Neu-Einwohner mehr positive Dynamik und bessere Zeiten automatisch.

Ein Ziel die Wirtschaftsstrukturen und Leitplanken für die lokale Wirtschaft zu verbessern sieht man leider nicht. Wo man hinschaut steigende Belastungen....die schmale Entwicklung lässt sich so sicherlich nicht umkehren.....

24.10.2012
10:09
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von tegtmeier | #4

Wohnen tun die Leute da, wo se de fürse beste und bezahlbare Wohnung kriegen. Abeiten tunse, wo se den besten, bezahlten Job kriegen. Datt im Revier viel gependelt wird, könnte auchen bissken dran liegen, datt die Stadtgrenzen quatsch sind. Zähln Leute, die zu Fuß zur Arbeit pendeln, eigentlich mit?

24.10.2012
10:06
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von damalsinessen | #3

Die Kernaussage ist doch. Einwohnerzahl -25% in den letzten 50 Jahren und das ist die fatale Entwicklung. Der einstige Aufstieg und Wohlstand Essens basierte auf gut bezahten Arbeitsplätzen in der Industrie. Davon ist leider immer weniger zusehen. Der mickrige Hüpfer in der Einwohnerstatistik sollte nicht darüber hinwegtäuschen, das der Trend leider weiter nach unten zeigt, wenn auch nicht mehr so stark.

Ich rede meine alte Heimat nicht schlecht, jedoch ist es immer wieder traurig zu sehen, wie über Jahrzehnte die infolge der kurzsichtigen Provinzpolitik der Standort verkommt (Ausnahme ist Rüttenscheid).

Während Essen in den letzten Jahrzehnten vor sich hinsiechte und die Steinkohlearbeitsplätze oder niedrigbezahlte Dienstleistungen subventionierte, hat sich bspw. Bayern vom Agrar zum Zukunftsstandort mit vielen innovativen Unternehmen gewandelt. Bspw. München Einwohnerplus (+130T) i.letzten 10 Jahren.
Gäbe es eine nachhaltige Wirtschaftsplitik, kämen neue Einwohner automatisch

24.10.2012
09:45
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von Justus42 | #2

Ich sehe überhaupt keinen Nachteil darin, dass Essens Bevölkerungszahl sinkt. Steigende Einwohnerzahlen sind nur dann vorteilhaft, wenn diese auch steigende Einnahmen der Stadt bedeuten.

3 Antworten
Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von amo17 | #2-1

Das ist so nicht richtig. Woher kommen denn die Einnahmen der Stadt durch die Bevölkerung. Mittelzuteilung vom Land ist von der Bevölkerungszahl abhängig.

Die gesamten Kosten der Stadt reduzieren sich aber ncht durch eine sinkende Bevölkerung automatisch. (Stadtverwaltung, Sport und Bäder, EVAG, Kultur, (Schul-)Gebäude)
Fazit: bei sinkender Bevölkerungszahl sinken die Einnahmen, die Kosten bleiben bestehen.

Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von a_ha | #2-2

@amo

Ach, die Einnahmen kommen aus der Mittelzuteilung des Landes? Und ich dachte schon aus Steuereinnahmen.

Es ziehen mehr Menschen nach Essen als aus Essen weg
von amo17 | #2-3

@a_ha | #2-2

Sie haben ja voll den Checker!
Das Land verteilt einen Großteil des Landeshaushaltes (natürlich Steuereinnahmen) an die Gemeinden. Die Verteilungsschlüssel (GFG) reflektieren auch die Bevölkerungzahl. Und Wie dachten Sie denn, wie die Gemeinschaftssteuern auf die einzelnen Gemeinden aufgeteilt werden?

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