Es wird still um die Örtchen

Essener Norden..  „Bei uns ist alles zacko!“ Spricht man Werner Laux, den Vorsitzenden der Kleingartenvereins Weidkamp in Dellwig, auf die Bürgertoilette am Eingang seiner Anlage an, berichtet er nur Positives: „Die Toilette wird von den Besuchern sehr gut gepflegt, es gibt keine Probleme.“ Allerdings ist die Dellwiger Bürgertoilette derzeit die letzte von einstmals fünf öffentlichen WC, die der Verband der Kleingärtner der Stadt zum Kulturhauptstadtjahr spendiert hatte.

Die Bürgertoiletten standen ursprünglich in der nähe von Rad- und Wanderwegen, auf denen die Touristen das Ruhrgebiet durchstreifen, und zwar an der Lohwiese in Karnap, an der Levinstraße in Dellwig, nahe der Stauderstraße in Altenessen, an der Lanfermannfähre in Heisingen sowie am Stiftsdamenwald in Stoppenberg.

Wechselhafte Geschichte

Die Kosten für die Reinigung in Höhe von 25 000 Euro trug anfangs der städtische Eigenbetrieb Grün und Gruga, der darüber mit dem Stadtverband der Kleingärtner einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hatte. Nachdem die Kleingärtner den Vertrag jedoch gekündigt hatten, wurde es still um die „Örtchen“.

Die nicht mehr genutzten Container sollen nun umgesetzt werden, berichtet Klaus Koglin, Geschäftsführer der Kleingärtner. So soll z. B. das wenig frequentierte Toilettenhäuschen von der Hallostraße (Minigolfanlage) in Stoppenberg zur Hespertalbahn nach Kupferdreh wechseln, und die Altenessener Bürgertoilette, die nach Vandalismusschäden geschlossen wurde, steht möglicherweise demnächst an der Hespertalbahn in Kupferdreh.

Wechselhaft ist die Geschichte der Karnaper Bürgertoilette. Sie steht in der Kleingartenanlage an der Lohwiese. Vor einem Jahr lehnte die Bezirksvertretung V mehrheitlich einen Zuschuss von 3000 Euro ab, obwohl alle Mitglieder im Prinzip für das WC sind. „Aber der Kleingartenverein konnte den Betrieb allein nicht bewerkstelligen“, erinnert sich Bezirksvertreterin Birgit Petereit (heute SPD) an den ablehnenden Beschluss. In ihrer nächsten Sitzung am Dienstag, 24. Februar, 16 Uhr im Friedrich-Ebert-Seniorenzentrum, Schonnefeldstraße 86, muss die Bezirksvertretung erneut über den Zuschuss entscheiden. Weil Grün & Gruga jetzt wieder mit im Spiel ist, geht Birgit Petereit diesmal von einem positiven Entscheid aus. Für sie ist er doppelt wichtig: „Damit die Stadt nicht nur etwas für die Trinkerszene am Hauptbahnhof tut, sondern auch für die normale Bevölkerung.“

Die Bezirksvertretung Borbeck hatte im vergangenen Jahr die 3000 Euro wie gewünscht genehmigt. Für Werner Laux ist es auch gar keine Frage, dass das Toilettenhäuschen auch diesmal wieder zum 1. April geöffnet wird. Schließlich ist in Dellwig „alles zacko“.