Es gilt das gedruckte Wort

Die falschen Preisauskünfte zu Kurzstrecken auf der Evag-App können in zwei bis drei Wochen mit einem zusätzlichen Erklärungstext korrigiert werden, teilte die Essener Verkehrsgesellschaft mit. Das ist sogar noch ein relativ kurzer Zeitraum, wenn man bedenkt, dass der Fehler viel früher hätte auffallen müssen. Wurde doch die Evag-App zwischen Dezember 2014 und Januar 2015 eingeführt und die VRR-App mit den ebenfalls überhöhten Preisangaben bei Kurzstrecken sogar schon im Jahre 2012. Mindestens eine offizielle Beschwerde eines Fahrgastes wurde schon 2014 bekannt, bestätigt die Evag. Gehandelt aber wurde erst jetzt.

Immerhin: Das jüngste Angebot der Evag, Kunden, die zuviel für eine Kurzstrecke bezahlt haben, für jede betreffende Fahrt jeweils mit einem 1,60 Euro-Ticket zu entschädigen, bezeichnete die „Schlichtungsstelle Nahverkehr“ als durchaus fair.

Insgesamt aber bleibt die Situation für den Fahrgastverband Pro Bahn unbefriedigend. Zwar bemüht sich die Evag jetzt, Missverständnisse auszuräumen.

Aber ein generelles Problem ist nicht gelöst: Die Kunden werden weiterhin im Netzwerk vergeblich danach suchen, ob die von ihnen gewählte Fahrt eine Kurzstrecke ist. Diese Information erhalten sie nur am gedruckten Tarifaushang an der Haltestelle.

Der nordrhein-westfälische Fahrgastverband Pro Bahn fordert, dass jede Kurzstrecke auch in den Netzwerken der Verkehrsunternehmen detailliert angegeben wird. Sprecher Lothar Ebbers betonte: „So etwas darf nicht nur durch Aushänge kommuniziert werden.“

Nicht im digitalen Zeitalter.