Erzieherinnen-Streik trifft Essener Kitas und Schulen hart

Auch an Ganztags-Grundschulen war der Betreuungsbetrieb vielerorts zum Erliegen gekommen.
Auch an Ganztags-Grundschulen war der Betreuungsbetrieb vielerorts zum Erliegen gekommen.
Foto: WAZ FotoPool/ Funke Digital
Was wir bereits wissen
Nur acht von 48 städtischen Kitas in Essen konnte am Freitag ohne Einschränkungen öffnen. Gewerkschaft kündigt weiter konsequente Haltung in Tarifstreit an.

Essen.. Der Warnstreik von städtischen Erziehern und Sozialarbeitern hat am Freitag den Betrieb vieler Betreuungseinrichtungen im Stadtgebiet zum Erliegen gebracht. Nur acht von 48 städtischen Kitas blieben ohne spürbare Einschränkungen. 15 blieben komplett geschlossen, 21 bildeten jeweils eine Notgruppe, vier schlossen teilweise.

700 Männer und Frauen, die in Sozialberufen arbeiten, waren zum zweiten Mal innerhalb einer Woche zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen worden. Betroffen waren neben den Kitas auch die Ganztagsbetreuungen an den Grundschulen sowie die Sozialdienste der Stadt. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi, die den Streik verantwortet, fiel an 27 von etwa 85 Grundschulen der Ganztags-Betrieb aus oder lief nur mit Einschränkungen.

Bessere Bezahlung gefordert

„Wir sind mit der Resonanz zufrieden, erhöhen aber weiter den Druck“, erklärte Verdi-Geschäftsführerin Martina Peil. „Weil sich die Arbeitgeber-Seite nicht bewegt, sind künftig unbefristete Streiks nicht auszuschließen. Es kann sein, dass es in den nächsten Wochen zur Ur-Abstimmung kommt.“

Mit dem Streik setzt sich die Gewerkschaft für eine bessere Bezahlung der Angestellten in Sozialberufen ein. Kita-Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung erhalten heute rund 1300 Euro netto; erfahrene Kräfte kämen nicht über 1800 Euro Verdienst – und das bei deutlich gestiegenen Anforderungen, hieß es am Rande einer Kundgebung in der Innenstadt.