Erzieher: Viel Kritik an Schwarz-Rot im Rat

Kritik erntet die schwarz-rote Koalition im Rat für ihren Beschluss, dass alle Erzieher im Offenen Ganztag der Grundschulen künftig bei der Jugendhilfe beschäftigt werden sollen, einer städtischen Tochter. Dort sind bislang rund zwei Drittel der mehr als 300 Erzieher beschäftigt, die die Nachmittags-Betreuung an Grundschulen sicherstellen. Etwa 130 sind noch bei der Stadt beschäftigt. Sie sollen zur Jugendhilfe überführt werden, ohne dass ihnen finanzielle Nachteile entstehen (wir berichteten). SPD und CDU hatten das in einem gemeinsamen Antrag formuliert, der erst einen Tag vor der Ratssitzung öffentlich gemacht wurde. Vor allem für die Eile des Verfahrens müssen SPD und CDU jetzt Kritik einstecken: „Ohne Rücksprache zu halten, wurde dieser Beschluss im Hau-Ruck-Verfahren durchgepeitscht“, kritisiert Walter Wandtke, schulpolitischer Sprecher der Grünen. Erste Wahl wäre gewesen, zu prüfen, ob sämtliche Erzieher nicht wieder Angestellte der Stadt werden sollten. Das hatte bereits die Gewerkschaft Verdi gefordert. Der Personalrat der Stadt fürchtet eine „Schwächung der Arbeitsplatzsicherheit“. Die FDP moniert: Den Beschluss zu fassen, ohne ihn vorher durch die Ausschüsse gehen zu lassen, sei „ein irrwitziges Verfahren“, so Bildungs-Sprecher Andreas Hellmann. CDU und SPD rechtfertigen sich: Der Prozess solle „im Dialog mit den Betroffenen“ erfolgen.